Angelo Paccagnini

italienischer Komponist From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Paccagnini spielte ab dem achten Lebensjahr Klarinette und studierte am Conservatorio Giuseppe Verdi, wo er Abschlüsse in Klarinette (1953), Chormusik und Chorleitung (1954) sowie (bei Bruno Bettinelle) Komposition und Instrumentation (1955) erhielt. Bei den Darmstädter Ferienkursen war er Schüler von Luciano Berio und Bruno Maderna.

1959 entstand seine erste Oper Le sue ragioni. Ab 1959 war er Mitarbeiter des Studio de Fonología, das zum Bereich Hörfunk der RAI gehört, dessen Leitung zu dieser Zeit Renzo Dall’Oglio übernahm. Hier entstand 1961 sein erstes von Wellengeneratoren und Filtern erzeugtes elektronisches Werk Sequenze e Struttura. Ab 1966 leitete er mit Emilio Castellani und Luigi Rognoni das Studio, von 1968 bis 1970 war er dessen Direktor. 1971 kuratierte er gemeinsam mit Massimo Mila eine Reihe von 14 Radiosendungen mit dem Titel Musica d’oggi tra suono e rumore für RAI.

1969 gründete Paccagnini am Mailänder Konservatorium den Lehrstuhl für elektronische Musik. 1980 wurde er zum Direktor des neu gegründeten Conservatorio Lucio Campiani in Mantua ernannt. Von 1983 bis 1989 leitete er das Conservatorio Evaristo Felice Dell’Abaco in Verona.

Bereits 1963 gründete er mit Carla Bianchi Weber das Ensemble Ars Antiqua, mit dem er Musik vom Mittelalter bis zum Barock aufführte und mehrere Alben beim Label Fonit Cetra aufnahm. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Premio Italiano della Musica für die Rundfunkoper Il dio di oro und dem Preis der Tribune internationale des compositeurs für die Oper Actuelles (1966).

Werke

  • Concerto per violino e sei ensembles, 1958
  • Tre brevi canti' für Mezzosopran und Klavier, nach Versen von Paul Eluard, 1958
  • Le sue ragioni, Oper, Libretto von Elio Pagliarani, 1959
  • Gruppi concertati für Orchester, 1960
  • Musica da camera für Ensemble, 1960
  • I dispersi, Ballett, 1961
  • Sequenze e strutture, 1961
  • Dialoghi für Orchester 1962–63
  • Actuelles, Oper, 1963
  • Mosè, Rundfunkoper für Soli, Magnettonband, Chor und Orchester, 1963
  • Il dio di oro, Rundfunkoper, 1964
  • Il dio di oro, Rundfunkoper für Stimmen, Solisten, gemischten Chor, Tonabd und Orchester, 1964
  • Vento nel vento für Mezzosopran und Orchester, 1964
  • La città del miracolo für Flöte und Orchester, 1965
  • Tutti la voglio, tutti la nudano, Oper, eigenes Libretto, 1966
  • Terzo concerto für Sopran und Orchester, 1966
  • Bivio für aufgezeichnete Stimmen und elektronische Klänge, Texte aus dem Alten Testament und von Huub Oosterhuis), 1968
  • `Un uomo da salvare, Oper, eigenes Libretto, 1969
  • Il sale della terra für Chor, Rezitationschor und elektronische Klänge, 1969
  • Partner für Stimme und elektronische Klänge auf Tonband, 1969
  • Il ponte di Queensboro (von Piero Chiara), 1969
  • La fame für Sprechstimme und elektronische Klänge, 1969
  • La misura, il mistero für Sopran, Tonband und Schauspieler, nach Texten von Giuseppe Ungaretti, 1970
  • Soundtrack zur Fernsehserie I Buddenbrook (mit Roberto Goitre), 1971
  • La cena, 1971
  • È l’ora für Soli, Chor und Orchester, 1971
  • Flou IV für Viola, Cello und Kontrabass, 1972
  • C’era una volta un re, 1974
  • C’era una volta un re für Mygnettonband, 1974
  • Underground, Ballett für vier Synthesizer, 1975
  • Olivo verde vivo, 1977
  • Olivo verde vivo, Videomärchen, 1977
  • Stimmen für aufgenommene Frauenstimme und elektronische Klänge, 1979
  • Serenata a Elena, Klavierduo, 1992

Quellen

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