Anna Plothow

deutsche Vorkämpferin in der Frauenbewegung, Gründerin von Kinderhorten und anderen sozialen Einrichtungen sowie Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Anna Plothow geb. Schwerdt (* 4. Februar 1853 in Berlin; † 17. Dezember 1924 ebenda) war eine deutsche Frauenrechtlerin, soziale Aktivistin und Schriftstellerin.

Anna Plothow, um 1914

Leben

Anna Schwerdt wurde in der Handschuhfabrik ihres Vaters ausgebildet und übernahm nach dessen Tod für vier Jahre die Unternehmensleitung.

1883 heiratete sie den Komponisten Paul Plothow, welcher ein Jahr später starb. Anna Plothow begann nun, schriftstellerisch tätig zu werden. Als erste Frau wurde sie in die Redaktion des Berliner Tageblatts aufgenommen. Sie engagierte sich zudem als führende Person in der deutschen Frauenbewegung, gründete die Kindertagesstätte „Mädchenhort“ und andere soziale Einrichtungen, etwa eine gemeinnützige Stellenvermittlung für Dienstboten in Berlin. Sie war Gründungsmitglied im Berliner Frauenclub e.V. von 1900.

Durch die Freundschaft mit ihr erhielt Hans Würtz 1910 eine Stelle als Volksschullehrer in der Knabenschule in Berlin-Tegel.

Anna Plothow starb im Alter von fast 72 Jahren an einer Lungenentzündung.

Werke (Auswahl)

  • Das Buch der Frau. Ein Ratgeber für die deutsche Frau. Friedrich Reisner: Leipzig 1901.
  • [als Herausgeberin] Das Deutsche Frauenbuch; Teil I und II, 2. verbesserte Auflage, zusammen mit Pauline Thom-Zell (Hrsg.) und Gertrud Triepel (Hrsg.), unter Mitwirkung von Anna Behnisch-Kappstein. Reisner: Leipzig 1903.
  • Die Begründerinnen der deutschen Frauenbewegung. Rothbarth: Leipzig 1907.
  • Heideprinzesschen und andere Märchen für kleine und große Kinder. Enßlin & Laiblin: Reutlingen o. J.
  • Märkische Skizzen. Schall & Rentel: Berlin o. J.
  • Soziale Erziehung. In: Hopffgarten, Elise von (Hrsg.): Das Pfadfinderbuch für junge Mädchen. Ein anregender, praktischer Leitfaden für die heranwachsende, vorwärtsstrebende weibliche Jugend. Verlag Otto Gmelin: München 1912, S. 217–226 (digitalisierte Ausgabe Open-Access).
  • Tanzelfchen und andere Märchen. Seybold: München 1921.

Literatur

  • Ursula Köhler-Lutterbeck; Monika Siedentopf: Lexikon der 1000 Frauen, Bonn 2000, S. 281 f. ISBN 3-8012-0276-3
  • Dagmar Jank (2020): Die Journalistin und Frauenrechtlerin Anna Plothow (1853–1924). Eine biographische Annäherung, in: Berlin in Geschichte und Gegenwart. Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2020, S. 7–25.

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