Anton Draeger

deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Anton August Draeger (* 13. Juni 1820 in Holzendorf/Mecklenburg-Strelitz; † 13. Februar 1895 in Aurich) war ein deutscher Altphilologe und Gymnasiallehrer.

Leben und Wirken

Nach seiner Reifeprüfung 1839 in Neu-Brandenburg studierte Anton Draeger bis 1842 Klassische Philologie an der Universität Leipzig. Anschließend arbeitete er zunächst drei Jahre als Hauslehrer. 1845 absolvierte er in Berlin das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien für die Fächer Latein, Griechisch und Hebräisch. Bis 1865 arbeitete er in Güstrow, zunächst an der dortigen Realschule, dann am Dom-Gymnasium. 1856/57 erwarb er an der Universität Rostock den Doktorgrad, hierfür legte er seine bisherigen Veröffentlichungen vor. 1865 wechselte er auf eine Schulstelle in Putbus (Rügen) und 1869 in Friedland (Mecklenburg), wo er Direktor des Gymnasiums wurde. Im Jahre 1872 übernahm er die Leitung des Königlichen Gymnasiums in Aurich. In den Ruhestand trat er 1890. In diesem Zusammenhang wurde ihm der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen.

Anton Draeger beschäftigte sich zum einen mit der Syntax, Stilistik, Grammatik und Lexikographie der lateinischen Sprache und veröffentlichte hierüber. Außerdem arbeitete über andere Fremdsprachen und schrieb auch literarische Werke und Reiseberichte. Besonders vielgenutzt waren seine Historische Syntax der lateinischen Sprache und das Buch Über Syntax und Stil des Tacitus.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Englisches Sprachbuch im Allgemeinen nach genetischem Princip. Zwei Bände. Güstrow 1848/1849.
  • Deutsche Reisen. Band 1: Die Wunder des Hochgebirges. Für die reifere Jugend. Zieger, Leipzig 1853 (Digitalisat).
  • Die Natur des Hochgebirges mit besonderer Rücksicht auf die Gletscher. Keil, Leipzig 1857 (Digitalisat).
  • Phraseologie aus Cäsars Bellum Gallicum. Hinstorff, Rostock 1859.
  • Untersuchungen über den Sprachgebrauch der römischen Historiker. Opitz, Güstrow 1860.
  • Die Syntax des Tacitus. Knaak, Putbus 1866.
  • Über Syntax und Stil des Tacitus. Teubner, Leipzig 1868 (3. verb. Auflage 1882, Nachdruck: Hakkert, Amsterdam 1967) (Digitalisat).
  • (Hrsg.): Cornelius Tacitus: Annalen. Schulausgabe. Zwei Bände. Teubner, Leipzig 1868 (mehrere Aufl.).
  • Historische Syntax der lateinischen Sprache. Zwei Bände in vier Teilen. Teubner, Leipzig 1874–1877 (2. Auflage 1878/1881) (Digitalisat Bd. 1; Bd. 2).
  • (Bearb.): Friedrich Adolf Heinichen / Lateinisch-deutsches und deutsch-lateinisches Schulwörterbuch. Bd. 1. 4. verb. Auflage Teubner, Leipzig 1881.
  • (Bearb.): Heinrich Ebeling / Schulwörterbuch zu Cäsar, mit besonderer Berücksichtigung der Phraseologie. 3. Auflage Teubner, Leipzig 1884.
  • Ovid als Sprachbildner. Tapper, Aurich 1888 (Digitalisat).
  • Zur Lexikographie der lateinischen Sprache. Tapper, Aurich 1890 (Volltext).
  • (Hrsg.): Cornelius Tacitus: Das Leben des Agricola. Schulausgabe. 5. Auflage Teubner, Leipzig 1891.

Literatur

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