Aortenklappenstenose

angeborene oder erworbene Einengung des Ausflusstraktes der linken Herzkammer From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Aortenklappenstenose, meistens verkürzt Aortenstenose genannt, ist eine angeborene oder erworbene Einengung des Ausflusstraktes der linken Herzkammer und gehört zu den häufigsten primären Herzklappenerkrankungen.

Kombiniertes Aortenklappenvitium mit hochgradiger Aortenklappenstenose

Man unterscheidet:

Angina pectoris, Synkope und Dyspnoe sind bei Aortenstenose wichtige Leitsymptome, die vor allem bei Belastung[2] und bei einer Öffnungsfläche der Aortenklappe von unter 0,8 cm² auftreten können. Ein Anstieg der Herzfrequenz führt zu einem Abfall des Schlagvolumens, aber tendenziell zu einer Zunahme des Herzzeitvolumens.[3] Weitere Symptome sind eine blasse Gesichtsfarbe und ein niedriger Blutdruck mit verkleinerter Amplitude (Pulsdruck). Bei der Auskultation des Brustkorbs über dem Herzen ist ein meist lautes (bei der Phonokardiographie auch „spindelförmiges“) systolisches Geräusch, das nach dem häufig abgeschwächten 1. und vor dem meist ebenfalls abgeschwächten 2. Herzton auftritt, bis über der Aortenregion bis zu den Karotiden fortgeleitet wahrzunehmen. Öfter ist auch ein 4. Ton als Extraton zu hören.[4]

Stadien der Aortenklappenstenose

Weitere Informationen Stadium, Beschreibung ...
Stadien[5][6]
StadiumBeschreibungDefinitionPrognoseTherapie
ADrohende StenoseAortenklappensklerose oder bikuspidale Klappe. Vmax < 2 m/secRisiko eines Herzinfarktes oder eines kardiovaskulären Todes innerhalb von fünf Jahren um 50 % erhöht Primäre Prävention
BProgrediente StenoseVmax 2 bis 3,9 m/sec oder Druckgradient 20 bis 39 mmHgHämodynamische VerschlechterungPrimäre Prävention und engmaschige Kontrolle
C1Asymptomatische schwere Stenose bei normaler Funktion des linken Ventrikels Vmax ≥ 4 m/sec 50–80 % der Patienten werden innerhalb von drei Jahren symptomatisch Engmaschige Kontrolle, Klappensersatz diskutieren
C2Asymptomatische schwere Stenose bei Ejektionsfraktion < 50 % Vmax ≥ 4 m/sec, Druckgradient ≥ 40 mm Hg Normalisierung der Ejektionsfraktion nach Klappensersatz Klappensersatz
D1Symptomatische, schwere, hochgradige StenoseVmax ≥ 4 m/sec, Druckgradient ≥ 40 mm Hg, reduzierte Klappenbeweglichkeit 50 % nach einem Jahr, 70–80 % nach zwei Jahren ohne Therapie Klappensersatz
D2Symptomatische, schwere Stenose mit niedrigem Gradienten und Ejektionsfraktion < 50 % Aortenklappenfläche ≤ 1 cm², Vmax < 4 m/sec, Ejektionsfraktion < 50 % oder Vmax ≥ 4 m / sec, jede Flussrate Sterberisiko 80 % innerhalb von zwei Jahren ohne Therapie. 40 % Sterblichkeit mit Klappensersatz Klappensersatz
D3Symptomatische, schwere Stenose mit niedrigem Flow, niedrigem Gradienten und normaler Ejektionsfraktion reduzierte Klappenbeweglichkeit, Aortenklappenfläche ≤ 1 cm², Vmax < 4 m/sec, Ejektionsfraktion ≥ 50 % Sterberisiko 50–70 % innerhalb von zwei Jahren ohne Klappenersatz Klappensersatz
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Vmax: höchste Fließgeschwindigkeit durch die Aortenklappe

Ejektionsfraktion: Auswurfleistung des linken Ventrikels

Druckgradien: Druckdifferenz vor und hinter der Aortenklappe

Die erste transaortale Sprengung einer Aortenstenose führte 1950 Charles P. Bailey durch. Zwei Jahre später wurde von ihm erstmals der transventrikuläre Zugang zur instrumentellen Sprengung einer valvulären Aortenstenose angewendet.[7]

Siehe auch

Literatur

  • Bernd Michael Balletshofer, Rainer Haasis (Hrsg.): Herz und Gefäße. Thieme, Stuttgart 2006, ISBN 3-13-141131-7. S. 59ff.
  • Thomas Cissarek, Knut Kröger, Frans Santosa, Thomas Zeller (Hrsg.): Gefäßmedizin: Therapie und Praxis. ABW Wissenschaftsverlag, 2009, ISBN 978-3-936072-89-1. S. 81 ff.
  • Wolfgang Gerok, Christoph Huber, Thomas Meinertz, Henning Zeidler (Hrsg.): Die Innere Medizin: Referenzwerk für den Facharzt. Schattauer Verlag, 2007, ISBN 978-3-7945-2222-4.
  • Klaus Holldack, Klaus Gahl: Auskultation und Perkussion. Inspektion und Palpation. Thieme, Stuttgart 1955; 10., neubearbeitete Auflage ebenda 1986, ISBN 3-13-352410-0, S. 168–173, 178 f. und 196 f.
  • Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg/New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 245–257.

Einzelnachweise

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