Nuclear Materials and Equipment Corporation

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Nuclear Materials and Equipment Corporation (NUMEC) war ein Betreiberunternehmen, das in Apollo, Pennsylvania, eine kerntechnische Forschungs- und Produktionsanlage betrieb. Genauer betrieb NUMEC eine Brennelemente- und eine Plutoniumfabrik an zwei nahegelegenen Standorten in Apollo.

NUMEC ist in die Öffentlichkeit gerückt, da erhebliche Mengen Kernmaterial verschwunden sind. Die sogenannte Apollo-Affäre wird mit dem israelischen Kernwaffenprogramm in Verbindung gebracht.

Geschichte

NUMEC wurde vom Chemiker, Metallurg und Erfinder Zalman Shapiro im Jahre 1957 gegründet. Die Investoren Morton Chatkin, Ivan J. Novick und David Lowenthal der Apollo Industries investierten in das Unternehmen.

1967 verkaufte NUMEC alle seine Vermögensanteile an die Atlantic Richfield Company, welche die NUMEC-Anteile 1971 an Babcock & Wilcox weiterverkaufte bzw. von dieser erworben wurden. Folglich hat B&W den nuklearen Anteil sowie die Lagerstätten des Apollo-Komplex für nichtnukleare und nukleare Altlasten an die BWX Technologies abgegeben.

NUMEC hat seine Aktivitäten 1983 eingestellt. Die Anlagen wurden entsorgt, jedoch finden bis heute aus Steuermitteln finanzierte Aufräumarbeiten statt.[1][2]

Aktivitäten

NUMEC betrieb die Apollo-Urananlage (Teil der Unternehmensgruppe Apollo Industries), die beispielsweise auf die Verarbeitung von hochangereichertem Uran (HEU) für die Verwendung in den Kernreaktoren von US-Atom-U-Booten (viz. Naval Reactors) spezialisiert war. Das angereicherte Uran stammte aus einer der drei großen Gasdiffusionsanlagen, der Anlage in Portsmouth, Ohio. Das Kernmaterial wurde unter Lizenz der US-amerikanischen Atomic Energy Commission (AEC) bezogen und verarbeitet. Weitere Produkte waren z. B. Plutonium-238 für thermoelektrische Generatoren (Radionuklidbatterien) bzw. radioaktive Komponenten für Herzschrittmacher.[3][4][5] NUMEC verarbeitete unter anderem Beryllium und besaß den Status eines Atomic Weapons Employer. Unternehmen dieser Kategorie verarbeiteten verschiedene Materialien für den Bau von Kernwaffen – bis auf den Uranabbau oder die Uranaufbereitung.

Apollo-Affäre

Die AEC stellte 1965 fest, dass 91 Kilogramm hochangereichertes Uran (HEU) aus der Anlage verschwunden waren.[6] Nach dem Erwerb der Anlage durch Babcock & Wilcox wurden weitere Verluste festgestellt. Das U.S. Department of Energy (DOE) beziffert den Verlust auf 269 Kilogramm (590 lb) Uran im Zeitraum bis 1968 und weiteren 76 kg (170 lb) danach, zusammen 345 kg Uran-235.[7] Die Besuche mehrerer israelischer Agenten[8] im Unternehmen könnten darauf hinweisen, dass das Uran von israelischen Geheimdiensten aus den USA gebracht wurde.[9][10][11]

Die Affäre ist bis heute nicht vollständig aufgelöst und Informationen sind weiterhin unter Geheimhaltung.[12][13][14][15][16]

Film und Fernsehen

Siehe auch

Literatur

  • Roger J. Mattson: Stealing the Atom Bomb: How Denial and Deception Armed Israel. Self, Middletown, DE 2016, ISBN 978-1-5150-8391-7 (englisch, archive.org).
  • Grant F. Smith: Divert!: NUMEC, Zalman Shapiro and the diversion of US weapons grade uranium into the Israeli nuclear weapons program. Institute for Research, Middle Eastern Policy, Washington, D.C. 2012, ISBN 978-0-9827757-0-7 (englisch).

Einzelnachweise

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