Ar-Rifa'i
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ar-Rifāʿī oder Al-Rifai (arabisch الرفاعي, DMG ar-Rifāʿī) ist eine Stadt und ein Distrikt im Gouvernement Dhi Qar im Süden des Irak. Sie liegt am Gharraf, einem Seitenarm beziehungsweise Bewässerungskanal des Tigris, rund 80 Kilometer nördlich von Nasiriya und etwa 300 Kilometer südöstlich von Bagdad.[1] 2024 hatte die Stadt rund 108.000 Einwohner; für den gesamten Distrikt wurden im selben Jahr über 195.000 Einwohner angegeben.[2][3]
| الرفاعي ar-Rifāʿī | ||
|---|---|---|
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| Koordinaten | 31° 43′ N, 46° 6′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Irak | |
| Gouvernement | Dhi Qar | |
| ISO 3166-2 | IQ-DQ | |
| Distrikt | Distrikt ar-Rifāʿī | |
| Einwohner | 108.105 (2024) | |
| Gründung | 1880 | |

Die moderne Stadt entstand im späten 19. Jahrhundert aus einer Siedlung am Gharraf, die zunächst als al-Karrādī bekannt war. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1935 nach Ahmed Rifai, dem aus dem südlichen Irak stammenden Sufi-Heiligen und Begründer der Rifaiya-Bruderschaft. In der Umgebung befinden sich archäologische Stätten des antiken Sumer, darunter Gebiete im Umfeld der historischen Städte Lagaš und Umma.[4]
Geschichte
Antike Umgebung
Die heutige Stadt ist eine moderne Gründung, liegt jedoch in einer der ältesten Kulturlandschaften Mesopotamiens. In ihrem weiteren Umfeld befanden sich Siedlungs- und Herrschaftsräume der sumerischen Städte Lagaš und Umma. So liegt Lagaš etwa 12 Kilometer südöstlich und Umma etwa 23 Kilometer westlich der heutigen Stadt.[4] Die moderne Stadt ist daher von archäologischen Fundplätzen umgeben, auch wenn sie selbst nicht mit einer einzelnen antiken Stadt gleichgesetzt werden kann.
Gründung und osmanische Zeit
Eine weitere lokale Darstellung datiert die Gründung der Stadt auf 1880 und beschreibt sie als kleine Siedlung an beiden Ufern des Gharraf, deren frühe Wirtschaft auf dem Handel mit Weizen, Gerste und anderen Agrarprodukten beruhte.[5] Als wichtiger früher Akteur wird der aus der Karrāda im Osten Bagdads stammende Händler ʿAbbās Ṣāliḥ al-Karrādī genannt, der in der Gegend landwirtschaftliche Flächen und Getreidelager anlegte. Nach ihm wurde der Ort zunächst al-Karrādī genannt.[4]
Administrativ gehörte die Gegend in der späten osmanischen Zeit zur Provinz Basra. 1928 wurde der Ort durch königlichen Erlass zum Distrikt erhoben.[4]
Umbenennung
Den heutigen Namen erhielt die Stadt 1935. Nach einem Besuch des damaligen irakischen Ministerpräsidenten Yasin al-Haschimi wurde die bisherige Bezeichnung al-Karrādī zugunsten von ar-Rifāʿī geändert. Die Umbenennung bezog sich auf Ahmed Rifai, dessen Grabstätte östlich der Stadt an der Straße in Richtung Amara liegt.[4]
Entwicklung seit dem 20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert blieb ar-Rifāʿī vor allem ein Agrar- und Marktzentrum des nördlichen Dhi Qar. Die fruchtbaren Flächen am Gharraf ermöglichten den Anbau von Getreide, Datteln und weiteren landwirtschaftlichen Produkten. In den 1970er Jahren wurden im Zuge staatlicher Agrar- und Infrastrukturpolitik größere Lager- und Bewässerungsprojekte ausgebaut.[4]
Seit den 2010er Jahren gewann der Raum ar-Rifāʿī zusätzlich durch das nahegelegene Garraf-Ölfeld an wirtschaftlicher Bedeutung.[6] Die Rohölförderung begann im August 2013, und für April 2022 bis März 2023 lag die durchschnittliche Produktion bei rund 127.000 Barrel pro Tag.[6]
Einwohner
Wirtschaft
Bildung
Sehenswürdigkeiten und Umgebung
Zu den wichtigsten religiösen Orten in der Umgebung gehört die Grabstätte von Ahmad ar-Rifāʿī östlich der Stadt. Sie ist für die Namensgebung der Stadt von zentraler Bedeutung und verbindet ar-Rifāʿī mit der Geschichte des Sufismus im südlichen Irak.[4]
Archäologisch bedeutsam ist das Umland durch mehrere sumerische Fundplätze und Siedlungshügel. Der Raum zwischen Lagaš, Umma und den heutigen Orten am Gharraf zählt zu den alten Kulturlandschaften Südmesopotamiens. Innerhalb und um die heutige Stadt werden mehrere bislang nur begrenzt untersuchte Tells genannt, die auf eine lange Besiedlungsgeschichte der Umgebung verweisen.[4]
