Arcsin-Verteilung

Univariate Wahrscheinlichkeitsverteilung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Arcsin-Verteilung, auch Arkussinus-Verteilung genannt, ist eine univariate Wahrscheinlichkeitsverteilung. Sie ist ein Spezialfall der Beta-Verteilung mit den Parametern und spielt eine wichtige Rolle in der Theorie der brownschen Bewegung.

Parameterkeine
Träger
Dichtefunktion
Verteilungsfunktion
Schnelle Fakten Parameter, Träger ...
Arcsin-Verteilung
Dichtefunktion
Arcsin-Dichteverteilung
Verteilungsfunktion
Arcsin-Verteilungsfunktion
Parameter keine
Träger
Dichtefunktion
Verteilungsfunktion
Erwartungswert
Median
Modus
Varianz
Schiefe
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Definition

Die Arcsin-Verteilung ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung auf . Sie ist definiert durch ihre Verteilungsfunktion

und ihre Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion

.

Eigenschaften

Es sei eine arcsin-verteilte Zufallsvariable.

Erwartungswert und Varianz

Der Erwartungswert ergibt sich zu

und die Varianz zu

.

Symmetrie

Die Arcsin-Verteilung ist symmetrisch um 0,5.

Arcsin-Gesetze

Es gibt eine Vielzahl von Arcsin-Gesetzen. Veröffentlichungen dazu stammen unter anderem von Paul Lévy, Paul Erdős, Mark Kac und Erik Sparre Andersen. Nach ihnen sind die Arcsin-Gesetze zum Teil benannt.

Die folgenden Arcsin-Gesetze treffen Aussagen über die Dauer, wie lange sich ein stochastischer Prozess im positiven Bereich aufhält. Es können stattdessen auch die Abbildungen:

  • frühester Zeitpunkt eines Maximums und
  • dem Zeitpunkt, wann zum letzten Mal der Ursprung gekreuzt wird

betrachtet werden, wobei dann gegebenenfalls weitere Annahmen getroffen werden müssen.

Arcsin-Gesetz von Paul Lévy

Die Zeitlängen, die ein eindimensionaler Standard-Wiener-Prozess positiv ist, sind arcsin-verteilt. Das heißt für

,

gilt

,

wobei das eindimensionale Lebesgue-Maß bezeichnet.[1][2]

Arcsin-Gesetz von Paul Erdős und Mark Kac

Sei eine Folge von eindimensionalen, unabhängigen und identisch verteilten Zufallsvariablen. Weiter wird angenommen, dass sie Erwartungswert 0 und Varianz 1 haben. Die fortlaufenden Anzahlen der Summen

,

die positiv sind, sind definiert durch

.

Dann gilt die folgende Konvergenz in Verteilung

.[3]

Die Annahmen können variiert werden, sofern der Zentrale Grenzwertsatz weiterhin für gilt.

Arcsin-Gesetz von Erik Sparre Andersen

Sei eine Folge von Zufallsvariablen. Zu jeder Auswahl von endlich vielen Zufallsvariablen existieren die gemeinsamen Dichten und diese sind invariant bezüglich s-Permutationen. Eine s-Permutation besteht aus der Kompositionen einer Permutation und Vorzeichenwechsel in beliebigen Koordinaten. Dann gilt analog zum Arcsin-Gesetz von Erdős und Kac für die Summen und die die Anzahl von positiven Zufallsvariablen die folgende Konvergenz in Verteilung

.[4]

Diskrete Arcsin-Verteilung

Beispiele zur Wahrscheinlichkeitsfunktion der diskreten Arcsin-Verteilung, wobei einem Parameter und einer Ausprägung entspricht.

In der Fluktuationstheorie konnte Erik Sparre Andersen zeigen, dass die sogenannte diskrete Arcsin-Verteilung von Bedeutung ist. Diese ist für jeden Parameter durch ihre Wahrscheinlichkeitsfunktion

und ihre Verteilungsfunktion

definiert.

Der Name ist durch ihr Konvergenzverhalten zur Arcsin-Verteilung begründet, so gilt die gleichmäßige Konvergenz

.

Erik Sparre Andersen zeigte die entsprechende Konvergenz in Verteilung im gleichen Zug mit dem vorigen Arcsin-Gesetz.

Arcsin-Gesetz von Deshouillers-Dress-Tenenbaum

In der probabilistischen Zahlentheorie zeigten Jean-Marc Deshouillers, François Dress und Gérald Tenenbaum dass die Summe von Verteilungsfunktionen von logarithmischen Verhältnissen von Teilern zu deren Vielfaches einem Arcsin-Gesetz folgt.

Literatur

  • William Feller: An introduction to probability theory and its applications. Band 2. Wiley, 1971.
  • Konrad Jacobs: Discrete Stochastics. Birkhäuser, Basel 2012, ISBN 978-3-0348-8645-1.

Einzelnachweise

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