Armorines: Project S.W.A.R.M.
Computerspiel aus dem Jahr 1999
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Armorines: Project S.W.A.R.M. ist ein 1999 veröffentlichtes Ego-Shooter-Videospiel, das von Acclaim Studios London entwickelt wurde und für Nintendo 64, Game Boy Color und PlayStation erschien.
Howard Perlman (Producer)
Tom Geddes (Designer)[1]
Game Boy Color
Dezember 1999
PlayStation
| Armorines: Project S.W.A.R.M. | ||
| Entwickler | Acclaim Studios London[Anm. 1] | |
|---|---|---|
| Publisher | Acclaim Entertainment | |
| Leitende Entwickler | Michael Merren (Project Manager) Howard Perlman (Producer) Tom Geddes (Designer)[1] | |
| Veröffentlichung | Nintendo 64 Game Boy Color Dezember 1999 PlayStation | |
| Plattform | Nintendo 64, Game Boy Color, PlayStation | |
| Genre | Ego-Shooter | |
| Spielmodus | 1–4 Spieler[4] | |
| Steuerung | Nintendo-64-Controller; DualShock-Controller | |
| Medium | Game Pak: 128-Mbit Steckmodul;[4] CD-ROM | |
| Sprache | Englisch, Deutsch | |
| Altersfreigabe |
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| Information | Unterstützt das Expansion Pak, Rumble Pak und Controller Pak[4] | |
Das Spiel basiert auf dem Armorines-Comicbuch von Valiant Comics, welches 1994 von Acclaim Entertainment aufgekauft wurde.[5] Armorines reihte sich in Acclaims Portfolio von Videospiel-Franchises ein, deren Rechte das Unternehmen durch den Erwerb des Valiant Comics-Katalogs gesichert hatte, darunter auch die Reihen Turok und Shadow Man.
Die Versionen für Game Boy Color und Nintendo 64 erhielten gemischte Kritiken, während die PlayStation-Version überwiegend negative Kritiken erhielt.
Spielprinzip
Armorines: Project S.W.A.R.M. ist ein Ego-Shooter mit einigen On-Rails-Segmenten. Das Spiel bietet fünf verschiedene Umgebungen auf der Erde und im Weltraum und hat zwei wählbare Charaktere: Tony Lewis und Myra Lane. Jeder Charakter hat eine andere Startwaffe. Tony verwendet eine langsamere, aber stärkere Waffe als Myra, während Myra eine schnellere, Maschinengewehr-ähnliche Waffe benutzt, die weniger Schaden anrichtet. Zusätzliche Waffen können im Laufe des Spiels aufgesammelt werden. Die verfügbaren Waffen hängen davon ab, welchen Charakter der Spieler wählt. Jeder Charakter verfügt über 3 Waffen, während es 5 Spezialwaffen gibt. Jede der Spezialwaffen ist exklusiv für eine bestimmte Umgebung und kann in ihrer jeweiligen Umgebung dreimal aufgerüstet werden.[6] Armorines beinhaltet eine Koop-Kampagne und einen kompetitiven Mehrspieler-Modus (Versus-Modus). Der Versus-Modus kann mit bis zu vier Spielern gespielt werden, während der Koop-Modus zwei Spieler unterstützt.[7] Der Versus-Modus hat vier Spielmodi:
- Deathmatch: Spielbar mit 2–4 Spielern. Das Ziel dieses Spielmodus ist es, die meisten Kills zu erzielen. Es kann eine Zielanzahl an Kills oder ein Timer eingestellt werden.
- Racewars: Spielbar mit 2–4 Spielern. In diesem Spielmodus kann der Spieler wählen, als eine der Alien-Insektenarten zu spielen, von denen jede unterschiedliche Attribute und Fähigkeiten besitzt. Das Ziel in diesem Spielmodus ist es, die meisten Kills zu erzielen. Es kann eine Zielanzahl an Kills oder ein Timer eingestellt werden.
- Capture the Flag: Dies ist ein teambasiertes Spiel für 2–4 Spieler. Das Ziel ist es, die Flagge des anderen Teams zu stehlen und sie zur eigenen Basis zurückzubringen.
- King of the Hill: Spielbar mit 2–4 Spielern. Der Spieler muss die Punktezone finden, die durch eine große Flagge gekennzeichnet ist, und in ihr bleiben, um Punkte zu erzielen.
Handlung
Eine Gruppe von Marines, ausgestattet mit hochentwickelten futuristischen Rüstungen, verteidigt die Erde vor einer Invasion von außerirdischen, spinnenartigen Wesen. Die Marines beschützen die Erde, indem sie die Spinnen mit ihren Waffen töten. Das Spiel bietet 2 Protagonisten und spielbare Charaktere, Tony Lewis und Myra Lane. Jeder Charakter hat eine andere Ausrüstung in seinem Armorine-Anzug. Sie sind Armorines, eine hochklassifizierte, hochentwickelte, nahezu unzerstörbare Kampftruppe, die ausgerüstet ist, um die schreckliche Gewalt eines nuklearen Konflikts zu überleben.[8]
Entwicklung
Armorines wurde zuerst im Januar 1999 für das Nintendo 64 angekündigt.[9]
Im Vorfeld der jährlichen E3 in Los Angeles, wo Armorines ebenso präsentiert wurde,[10] veranstaltete der Publisher Acclaim Entertainment eine spezielle „Pre-E3-Preview“ für eine kleine Gruppe von Videospieljournalisten. Bei dieser Veranstaltung wurden die Pläne des Unternehmens für die bevorstehende Messe detailliert vorgestellt und erste Einblicke in kommende Softwaretitel gewährt, darunter auch Armorines.[11] Einige Wochen später gab Acclaim den endgültigen Namen des Spiels bekannt: Armorines: Project S.W.A.R.M.[12]
In einem Interview mit IGN gab Projektmanager Michael Merren an, dass das Spiel maßgeblich durch den Film Starship Troopers inspiriert wurde. Merren sagte auch, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Nachfolger erscheinen werde.[13] Dieser kam jedoch nie zustande.
Armorines verwendet eine weiterentwickelte Engine von Turok 2: Seeds of Evil[13] sowie Bestandteile der Engine von Forsaken.[14] Durch die Verwendung eines Nintendo 64 Expansion Pak kann die Nintendo-64-Version hochauflösende Grafiken (640 × 480) ausgeben. Es ist auch mit dem Rumble Pak und Controller Pak kompatibel.[4]
Acclaim veranstaltete vor der Veröffentlichung des Spiels in Großbritannien eine Pressekonferenz. Sie dekorierten den Besprechungsraum mit Tarnnetzen, verkleideten sich als Marinesoldaten und servierten den anwesenden Journalisten eine Platte mit frittierten Insekten-Häppchen zum Probieren.[15]
Der Dino Verlag veröffentlichte parallel zur Veröffentlichung des Videospiels in Deutschland auch einen Comic zu Armorines. Dieser schließt an die Handlung der ursprünglichen Comics aus den 90er Jahren an.[16][17]
Rezeption
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Die Versionen für Game Boy Color und Nintendo 64 erhielten laut der Review-Aggregations-Website GameRankings gemischte Kritiken, während die PlayStation-Version überwiegend negative Kritiken erhielt.[51][52][53]
Nintendo-64-Version
N-Zone vergab eine Wertung von 90 %. Das Spiel wird als „mehr als ein Turok-Clone im Blechmantel“ bewertet. Der 3D-Action-Reißer überzeugt durch „wieselflinke Gegner“, eine „überzeugend präsentierte Infrarot-Optik“ und den „sauberen Zweispieler-Kooperationsmodus“, die dem Titel eine eigenständige Atmosphäre verleihen. Obwohl es kleinere Mängel gibt, wie „Phasen musikalischer Eintönigkeit“, versetzen die „fordernden Missionen“ Spieler in einen „eigenen Rausch“ und der „Eintritt in das Armorines-Luftsturmregiment lohnt sich“ langfristig.[39]
Auch MAN!AC vergab eine hohe Wertung von 87 %. Das Spiel überzeugt durch eine „dichte Atmosphäre“, da „hervorragend animierte und texturierte Aliens“ jederzeit auftauchen und für „massive Adrenalinstöße“ sorgen, sowie durch „coole Mini-Missionen“ und ein umfangreiches Waffenarsenal. Überragend spielt sich der Kooperativ-Modus im Splitscreen, der trotz gelegentlicher Ruckler und des kritisierten Speichersystems (nur am Levelende) für durchzockte Nächte sorgt und „mehr Abwechslung und Motivation als bei den Turok-Abenteuern“ bietet.[34]
Big.N vergab eine Wertung von 65 %. Armorines biete eine vielversprechende Hintergrundstory über eine Alien-Invasion, enttäuscht jedoch in der technischen Umsetzung und im Spielgefühl. Kritisiert wird insbesondere die hakelige Steuerung, bei der das Zielen „eine mittlere Katastrophe“ ist, sowie die „langsam richtig nervende Nebelwand“, die trotz optionalem Hi-Res-Modus die oft schwankende Frame-Rate beeinträchtigt. Abgesehen von ordentlichem Sound und gelungenen Mehrspielermodi bietet der Titel, der „Turok 2 für Anspruchslose“ sei, „absolut nichts, was man in anderen Spielen nicht schon mal besser gesehen hätte“.[50]
Bei den Big.N Leser-Awards 1999 wurde das Spiel auf Platz 1 in der Kategorie „Hype des Jahres“ gewählt und wurde als „typischer Rohrkrepierer“ beschrieben.[54]
PlayStation-Version
Die MAN!AC bewertet die PlayStation-Umsetzung von Armorines mit lediglich 38 % und stuft den Titel als „3D-Shooter zum abgewöhnen“ ein. Obwohl Spieler durch 20 3D-Level gegen die Alien-Insekten kämpfen und Mini-Aufträge erfüllen, leidet das Spiel an gravierenden technischen Mängeln: Die Steuerung ist via Analog- oder Digi-Steuerung unpräzise und nervt mit komplizierter Tastenbelegung. Hinzu kommt eine „unspektakuläre, teilweise viel zu dunkle Optik“, die bei mehreren Gegnern gleichzeitig „arg ins Stocken“ gerät, was auch die Mehrspieler-Modi negativ beeinflusst.[35]
Video Games bewertet die PS-Portierung des bereits mäßigen N64-Shooters Armorines mit nur 35 %, da „die große Überraschung erwartungsgemäß ausblieb“ und das Spiel weder technisch noch spielerisch überzeugen kann. Hauptkritikpunkte sind die „sehr unpräzise“ und schlechte Steuerung sowie die miserable Grafik-Engine, deren „minimale Fernsicht“ an die N64-typische Nebelwand erinnert. Die „einfallslosen Texturen“ und „armseligen Animationen“ führen zu massiven Frameraten-Einbrüchen, die den an sich interessanten Co-Op-Modus im Splitscreen „jeden Reiz verlieren“ lassen.[43]
Game-Boy-Color-Version
Big.N bewertete die Game-Boy-Color-Version mit 3 von 5 Punkten. Obwohl die Action puristisch und handfest ist, leidet das Spiel unter Eintönigkeit, nicht-wählbaren Waffen und teils langen Laufwegen.[49]
Die Video Games bewertete die Game-Boy-Color-Version von Armorines als „Guter Top-Down-Shooter“ und vergab eine Gesamtwertung von 4 von 5 Sternen. Gelobt wurden die „sehr gelungenen Hintergrundgrafiken und Endgegner“ sowie die intuitive Steuerung – „schön brav mit gedrückter B-Taste ausweichen, ist fast die halbe Miete“. Der Test bemängelt lediglich, dass das manuelle Waffenwechseln sowie der wichtige Zweispieler-Modus des N64-Originals fehlen.[41]
Weblinks
- Armorines: Project S.W.A.R.M. (N64/PS) bei MobyGames (englisch)
- Armorines: Project S.W.A.R.M. (GBC) bei MobyGames (englisch)
- Armorines: Project S.W.A.R.M. in der Nintendo64EVER-Datenbank (englisch)
Anmerkungen
- Die Portierung für die PlayStation erfolgte durch Distinctive Developments. Die Game-Boy-Color-Version wurde von Neon Studios aus Deutschland entwickelt.
