Arnold Levy

deutschfranzösischer Buchhändler und Antiquar From Wikipedia, the free encyclopedia

Arnold Levy, auch Armand Levilliers, (geboren 16. Januar 1893 in Dudweiler; gestorben 1978 in Gometz-le-Châtel) war ein deutsch-französischer Buchhändler und Antiquar.

Leben

Arnold Levy war ein Sohn des Kaufmanns Gustav Levy und der Clementine Herzberger. Er wuchs in Neunkirchen auf, im Jahr 1906 zog die Familie nach Berlin. Levy studierte Kunstgeschichte, Archäologie, Philosophie und Architektur in Freiburg, Darmstadt, München, Berlin und Köln. Von 1914 bis 1918 war er Soldat. Er wurde 1921 in Kiel promoviert. Levy heiratete 1921 Emilie Ginsberg, sie hatten zwei Kinder.

Levy wurde mit dem Verleger Erwin Berger Geschäftsführer der 1919 eingerichteten Kurfürst-Buchhandlung in Berlin, ein Mitarbeiter der Buchhandlung war Walter Zadek. 1929 kehrte er ins Saargebiet zurück und wurde Mitarbeiter in dem von seinem Großvater gegründeten und seinem Onkel Alfons Herzberger geführten „Kaufhaus Joseph Levy Witwe“ in Neunkirchen. Er engagierte sich im Saarländischen Abstimmungskampf als Unterstützer des Status quo und floh 1934 nach Frankreich, wo er in Gometz-le-Châtel unterkam. Die französische Staatsbürgerschaft erhielt er 1937. Im von Deutschland besetzten Frankreich nahm er 1940 den Decknamen Armand Levilliers an. Levy und seine Frau unterstützten, wie die Familie Herzberger, den nach Frankreich geflohenen Walter Benjamin.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Levilliers in Paris als Antiquar tätig. Später betrieb er ein Restaurant in Aix-en-Provence.

Schriften

  • Beiträge zur Technik und Stilistik des norddeutschen Backsteinbaus im Mittelalter : Ein Deutungsversuch seines ornamentalen Wesens. Berlin, 1921. Kiel, Phil. Diss., 1921

Literatur

  • Arnold Levy-Ginsberg, in: Georg Wiesing-Brandes: Walter Benjamin. Das Pariser Adressbuch. Eine Biographie des Exils im Spiegel. Wädenswil: Nimus, 2025, S. 347f.
  • Levilliers, Armand. In: Ernst Fischer: Verleger, Buchhändler & Antiquare aus Deutschland und Österreich in der Emigration nach 1933: Ein biographisches Handbuch. 2. Auflage. Berlin: De Gruyter, 2020, S. 194
  • Tobias Fuchs: Das Warenhaus und die Familie. Die Joseph Levy Witwe AG und ihre jüdischen Besitzer, in: Saarbrücker Hefte, 112 (2015), S. 89–97

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