Wilhelm Stiehler
deutscher Architekt und Grafiker
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August Wilhelm Stiehler (* 6. August 1797 Neumarkt bei Merseburg; † Mai 1878 in Quedlinburg) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Beamter. In seiner Funktion als Oberbeamter der Grafschaft Wernigerode, was mit einem Landrat gleichzusetzen ist, trug er ab 1824 den Titel gräflich-stolbergischer Regierungs- und Polizeirat. Außerdem war er als Naturforscher tätig.
Leben
Wilhelm Stiehler, Sohn des Merseburger Prokurators Gottlob Siegmund Stiehler, besuchte die Merseburger Domschule und absolvierte von 1815 bis 1819 ein Jurastudium an den Universitäten Leipzig und Halle. Seine Heimatstadt Merseburg war infolge des Wiener Kongresses von Preußen annektiert worden und seit 1816 Sitz einer königlichen Regierung (d. h. der für den Regierungsbezirk zuständigen staatlichen Mittelbehörde), wo Stiehler 1820 sein Referendariat begann. In Merseburg tagte auch der Provinziallandtag der Provinz Sachsen, dem Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode als Standesherr der ebenfalls an Preußen gefallenen Grafschaft Wernigerode angehörte. Dieser ernannte Stiehler noch im selben Jahr zu seinem Kabinettssekretär.
Am 13. September 1822 heiratete Wilhelm Stiehler in der Wernigeröder Schlosskirche St. Pantaleon Caroline Louise Schmelzer (* 14. Juni 1797 in Wernigerode), die Tochter des Kammerdirektors Ernst Carl Friedrich Schmelzer und der Henriette Caroline Köhler. Gemeinsam hatten sie sieben Kinder:
- Carl Johannes Sigismund (* 15. Juli 1825)
- Eberhardine Ernestine Caroline Marie Kessler (* 26. Oktober 1826)
- Caroline Friederike Louise Sophie (* 3. Februar 1829)
- Caroline Auguste Henriette Wilhelmine Pröhle (* 17. Juli 1831)
- Ernestine Friederike Caroline Dorothee (* 30. Januar 1834)
- Emma Caroline Anna Elisabeth (* 20. August 1836)
- Hermann Eginhard Carl Heinrich (* 9. Juli 1839)
Graf Henrich zu Stolberg-Wernigerode erreichte 1823 in einem Vergleich mit dem preußischen Staat, dass seine ehemalige Grafschaft aus dem preußischen Kreis Osterwieck ausgegliedert und ab 1825 faktisch als eigener Landkreis behandelt wurde, in dem er als Standesherr besondere Vorrechte ausüben konnte. Er ernannte Stiehler zum Oberbeamten dieser Verwaltungseinheit und verlieh ihm den Titel gräflich-stolbergischer Regierungs- und Polizeirat. Seine Funktion entsprach zugleich der eines preußischen Landrats. Die Stadt Wernigerode verlieh ihm 1833 die Ehrenbürgerschaft. Stiehler publizierte in den 1830er-Jahren Artikel zu juristischen Fachthemen im Allgemeinen Anzeiger der Deutschen (wo er sich als Anhänger der Stein-Hardenberg’schen Gesetzgebung äußerte) sowie in Julius Eduard Hitzigs Zeitschrift für die Criminal-Rechtspflege. Die Position des Oberbeamten behielt er über den Tod des Grafen Henrich hinaus bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1859, dann wurde er von Gottlieb von Rosen abgelöst.
Neben seinen Dienstpflichten beschäftigte sich Stiehler mit den Naturwissenschaften. Er war 1841 Mitbegründer und erster Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins des Harzes mit Sitz in Blankenburg und übernahm die gleiche Funktion auch im Wissenschaftlichen Verein der Grafschaft Wernigerode. In den ab 1842 erscheinenden Berichten des Naturwissenschaftlichen Vereins sowie in den Jahrgängen 1844 und 1845 des Bulletin de la société géologique de France legte Stiehler seine ersten naturwissenschaftlichen Arbeiten vor. Er korrespondierte u. a. mit Alexander von Humboldt und Leopold von Buch. Nach seiner Pensionierung zog er von Wernigerode nach Quedlinburg, wo er seinen Lebensabend verbrachte. In Quedlinburg wohnte Stiehler eine Zeit als Mieter im Geburtshaus des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock, was ihn 1872 zur Beteiligung an der Gründung des Klopstockvereins veranlasste.
Er war Mitglied der Halberstädter Freimaurerloge Zu den drei Hammern.
Literatur
- Heinrich Pröhle: Stiehler, August Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 184 f.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stiehler, Wilhelm |
| ALTERNATIVNAMEN | Stiehler, August Wilhelm (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Beamter |
| GEBURTSDATUM | 6. August 1797 |
| GEBURTSORT | Neumarkt |
| STERBEDATUM | Mai 1878 |
| STERBEORT | Quedlinburg |