Axel Müller (Politiker)
deutscher Richter und Politiker (CDU), MdB
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Axel Karl Müller (* 24. Juli 1963 in Esslingen am Neckar) ist ein deutscher Jurist und Politiker der CDU und seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Biografie
Ausbildung und Beruf
Müller absolvierte nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium Nürtingen 1983 seinen Wehrdienst und nahm danach ein Studium der Rechtswissenschaft an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen auf. Als Rechtsreferendar kam er 1989 nach Oberschwaben. 1992 trat er in den Justizdienst von Baden-Württemberg ein und war als Staatsanwalt tätig. Von 2000 bis 2011 sprach er am Landgericht Ravensburg Recht, mit zeitweiser Abordnung ans Oberlandesgericht Stuttgart. Es folgten drei Jahre Tätigkeit als stellvertretender Direktor des Amtsgerichts Tettnang, um dann von 2014 bis zum Einzug in den Deutschen Bundestag als Vorsitzender Richter am Landgericht Ravensburg eine Strafkammer zu führen.
Müller hat eine Mediatorenausbildung am Zentrum für Konfliktmanagement der Universität Tübingen ZfKM sowie Vertiefungsausbildung in Familienmediation (BAFM) absolviert. Er ist ordentliches Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft für Familienmediation (BAFM).
Privates
Müller wuchs in einer Handwerkerfamilie in Nürtingen auf. Er lebt in Weingarten und ist ledig. Von 2010 bis 2020 war er Mitglied im römisch-katholischen Kirchengemeinderat St. Martin in Weingarten sowie im Dekanatsrat Allgäu-Oberschwaben. Müller ist Mitglied der Blutfreitagsgemeinschaft und der Blutreitergruppe Weingarten und nimmt als aktiver Blutreiter an der jährlichen Reiterprozession „Blutritt“ in seiner Heimatstadt teil. Müller sitzt im Vorstand des Musikvereins Weingarten und war vier Jahre lang Vorsitzender des Bewährungshilfevereins Ravensburg. Als seine Hobbys nennt er Laufen und Rennradfahren sowie das Warten und Reparieren von Oldtimern in seiner eigenen Werkstatt.[1]
Der Katholik ist aktives Mitglied bei Kolping und den Maltesern. Weitere Mitgliedschaften bestehen im Turn- und Sportverein Weingarten, bei den Fasnetszünften „Plätzlerzunft“ und „Bockstallnarren“, im Partnerschaftsverein Weingarten–Mantua, im Bewährungshilfeverein und im Verein zur Förderung des schwäbischen Dialekts.
Politik
Partei und Kommunalpolitik
Müller war von 2008 bis 2022 Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Weingarten und von 2010 bis 2018 einer der stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Ravensburg. Von 2009 bis 2011 war er Mitglied im Vorstand des CDU-Bezirksverbandes Württemberg-Hohenzollern. Außerdem war Müller von 2009 bis 2018 Mitglied des Gemeinderats von Weingarten und dort ab 2014 Vorsitzender der CDU-Fraktion. Von 2010 bis 2024 war er Mitglied des Kreistags des Landkreises Ravensburg.
Deutscher Bundestag
Bei der Bundestagswahl 2017 trat Müller zum ersten Mal an und errang mit 38,5 % das Direktmandat für den Bundestagswahlkreis Ravensburg. In der 19. Wahlperiode war Müller ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz, im Ausschuss für Inneres und Heimat sowie im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Müller war darüber hinaus Mitglied im Beratenden Ausschuss für Fragen der deutschen Sinti und Roma beim Bundesministerium des Innern, im Gremium nach Artikel 13 Absatz 6 Grundgesetz (Wohnungsüberwachung) und im Beirat zur Anerkennungsleistung an ehemalige deutsche Zwangsarbeiter (Beirat nach § 9 der Richtlinie zur Zahlung einer Anerkennungsleistung an ehemalige deutsche Zwangsarbeiter). Innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war er in der Arbeitsgruppe Recht und Verbraucherschutz, Arbeitsgruppe Innen und Heimat, Arbeitnehmergruppe, Parlamentskreis Mittelstand, Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten und der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik engagiert.
Bei der Bundestagswahl 2021 konnte Müller mit 30,6 % der Erststimmen erneut das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Ravensburg gewinnen und gehörte damit auch dem 20. Deutschen Bundestag an. In seiner zweiten Wahlperiode war er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und im Ausschuss für Gesundheit. Müller wurde erneut in das Gremium nach Artikel 13 Absatz 6 Grundgesetz und erstmals auch zum Schriftführer gewählt.
Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 konnte Müller zum dritten Mal in Folge das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Ravensburg gewinnen. Da sein Wahlkreissieg nach dem neuen Wahlrecht auch vom Zweitstimmenergebnis seiner Partei – der CDU – abgedeckt war, konnte er erneut in das Parlament einziehen.
Im 21. Deutschen Bundestag gehört er wiederum dem Ausschuss für Gesundheit und dem Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz an. Müller wurde erneut auch in das Gremium nach Artikel 13 Absatz 6 Grundgesetz gewählt. Als einer von 14 Abgeordneten gehört er zudem der vom Deutschen Bundestag eingesetzten Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“ an.
Innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion engagiert sich Müller nunmehr in seiner dritten Wahlperiode unter anderem auch in der Arbeitnehmergruppe, im Parlamentskreis Mittelstand, in der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten, in der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik sowie im Gesprächskreis Ländlicher Raum.
Müller war im Rechtsausschuss Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Strafprozessordnung und andere Verfahrensvorschriften, für das Familienrecht sowie die parlamentarischen Vorgänge im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Im Bereich Innen war er Berichterstatter für Fragen des jüdischen Lebens, den Kampf gegen Antisemitismus und Minderheiten sowie für innenpolitische Grundsatzfragen.
Im 21. Deutschen Bundestag ist er Mitglied in folgenden Gremien und Ausschüssen[2]:
- Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie im Ausschuss für Gesundheit
- Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie“[3]
In der 20. Sitzung der Enquete-Kommission zur Corona-Pandemie am 23. April 2026 löste Müller einen Eklat aus, als er in seiner Befragung den mehr als 40 Jahre zurückliegenden sexuellen Missbrauch des geladenen Sachverständigen und ehemaligen Oberregierungsrats Stephan Kohn thematisierte. Nach lauten und empörten Zwischenrufen wurde die Sitzung kurz unterbrochen. Müller wurde von seiner Parteikollegin und Vorsitzenden des Ausschusses Franziska Hoppermann erfolglos ermahnt „zum Sachstand der Sitzung“ zurückzukommen. Kohn selbst blieb ruhig und beantwortete Müllers Frage als einen „durchschaubaren Versuch“, seine Kompetenz zu hinterfragen. Die Szene der öffentlichen Sitzung löste in den sozialen Netzwerken und über Parteigrenzen hinweg Empörung aus und wurde als Versuch gewertet, einen Menschen persönlich zu verletzen.[4][5]
Weblinks
- Website von Axel Müller
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Axel Müller auf abgeordnetenwatch.de
- Lebenslauf bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Profil auf Instagram