British Nuclear Fuels

From Wikipedia, the free encyclopedia

British Nuclear Fuels (BNFL) war ein Aktienunternehmen der britischen Regierung (Hauptanteilseigner), das Produkte und Dienstleistungen aus der Kerntechnik und dem nuklearen Brennstoffkreislauf anbot.

Schnelle Fakten
British Nuclear Fuels Plc (BNFL)
Rechtsform Britische Plc
Gründung 1971
Auflösung 2009
Sitz Risley, Warrington, Cheshire
Leitung John Taylor (2000) u. a.
Mitarbeiterzahl 23.000
Branche Kerntechnik, Kernenergie, Chemie, Maschinen- und Anlagenbau
Schließen

Organisation

Die BNFL beschäftigte schätzungsweise 23.000 Mitarbeiter an vielen Standorten in Großbritannien und auch außerhalb in 16 Ländern in Tochtergesellschaften, z. B. der BNFL S. A. in Saint-Quentin-en-Yvelines, Frankreich. Weitere Töchter waren die BNFL Engineering, BNFL Instruments, die BNFL Inc, oder BNFL Sellafield.

Sue Ion war ab 1992 die Leiterin der Forschungsabteilung von BNFL.

Lagekarte aller 18 Anlagen der BNFL (Stand 2005)

Services

Das Leistungsportfolio umfasste unter anderem,

Geschichte

Die BNFL ging ab 1971 aus der ehemaligen „Production Group“ der UKAEA als Aktienunternehmen (plc) hervor.[1] Das Unternehmen hatte in ihrer Unternehmensgeschichte zahlreiche Anteilsbeteiligungen und Subunternehmen sowohl im In- als auch im Ausland.

1998 übernahm BNFL die nukleare Sparte Westinghouse Electric Company von der Westinghouse Electric Corporation und nannte sie in der Folge um in Westinghouse Electric Company.

In dem Jahr 2004[2] wurde die British Nuclear Group (BNG) aus der BNFL herausgegründet.[2] Die BNG selbst war in Übernahmegesprächen durch Amec und Fluor.[3]

Am 6. Februar 2006 unterzeichnete der japanische Konzern Toshiba mit BNFL einen Vertrag, nachdem Toshiba für 5,4 Mrd. US$[4][5] die BNFL USA Group Inc sowie Westinghouse Electric UK Limited und damit die Nuklearsparte von BNFL zu 100 Prozent erwirbt. Damit wurde Toshiba der weltweit größte Hersteller von Kernkraftwerksanlagen.

Ende März 2017 beantragte die Westinghouse Electric Company Insolvenz,[6][7] um weitere Auswirkungen auf das Mutterunternehmen Toshiba zu vermeiden. Zuvor waren mehrere Rettungspläne gescheitert, worauf das Unternehmen mehrmals die Bilanzpräsentation verschob. 2018 wurde der Verkauf an die Brookfield Business Partners verkündigt.[8] Das Unternehmen ist (Stand 2023) weltweit aktiv im Kerntechnik-Geschäft und firmiert unter dem Namen Westinghouse Electric Company LLC. Das Hauptprodukt ist der moderne AP1000[9] Druckwasserreaktor.

Zur BNFL gehörte auch das Kerntechnik-Unternehmen Nexia Solutions (gegründet 2005)[10], welches ab ca. 2008 seine Kompetenzen und Mitarbeiter in das United Kingdom National Nuclear Laboratory (UKNNL) übertrug.[11]

Seit Mai 2009 hat BNFL selbst keine Geschäftstätigkeit.[12][13]

Siehe auch

Literatur

  • G.R. Plumb: Review of developments in U.K. commercial reprocessing. In: Progress in Nuclear Energy. Band 13, Nr. 1, Januar 1984, S. 3–18, doi:10.1016/0149-1970(84)90003-9 (englisch).
  • Ian Davis: The British Nuclear Industry: Status and Prospects. Centre for International Governance Innovation, 2009, JSTOR:resrep15503 (englisch).
  • P. D. Wilson (Hrsg.): The Nuclear Fuel Cycle: From Ore to Wastes (= Oxford Science Publications). Oxford University Press, Oxford ; New York 1996, ISBN 978-0-19-856540-6 (englisch, oup.com).
  • Homepage. BNFL, archiviert vom Original am 2009; abgerufen am 16. Juli 2023 (englisch).
  • Homepage. BNG, archiviert vom Original am 24. Februar 2006; abgerufen am 16. Juli 2023 (englisch).

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI