Bahnhof Saalfeld (Saale)
Bahnhof in Thüringen, Deutschland
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Der Bahnhof Saalfeld (Saale) ist der Bahnhof der Stadt Saalfeld im Südosten Thüringens. Er liegt an den Bahnstrecken Arnstadt–Saalfeld, Großheringen–Saalfeld und Leipzig-Leutzsch–Probstzella. Auch die Züge der Strecken Rottenbach–Katzhütte und Hockeroda–Unterlemnitz(–Blankenstein) sind teilweise bis Saalfeld durchgebunden. Er war bis zur Eröffnung der Schnellfahrstrecke von Bayern nach Erfurt im Dezember 2017 Intercity-Express-Halt der Linie Berlin–München und gehört der Preisklasse 3[1] an.
| Saalfeld (Saale) | |
|---|---|
Blick auf den Bahnhof (2013) | |
| Daten | |
| Betriebsstellenart | Bahnhof |
| Lage im Netz | Trennungsbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 6 |
| Abkürzung | US |
| IBNR | 8010309 |
| Eröffnung | 1871 |
| Profil auf bahnhof.de | Saalfeld-(Saale)-1020224 |
| Lage | |
| Stadt/Gemeinde | Saalfeld/Saale |
| Land | Thüringen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 50° 39′ 3″ N, 11° 22′ 29″ O |
| Höhe (SO) | 211 m ü. NHN |
| Eisenbahnstrecken | |
| |
| Bahnhöfe in Thüringen | |
Für den Güterverkehr waren ein Rangierbahnhof samt Ablaufberg und einige Anschlussbahnen vorhanden. Der ehemals bedeutende Güterverkehr ist seit den 2010er Jahren auf ein Minimum reduziert, ein Teil der Güteranlagen wurde mittlerweile abgerissen. Zusätzlich zu seiner Funktion als Eisenbahnknoten besaß der Bahnhof auch Lokbehandlungsanlagen, die zeitweise als Bahnbetriebswerk Saalfeld eine eigenständige Dienststelle bildeten. Ebenso war ein Bahnbetriebswagenwerk sowie zahlreiche Abteilungen für die Wartung und Unterhaltung der Infrastruktur in Saalfeld vorhanden.
Geschichte
Vorgeschichte und Entwicklung zum Eisenbahnknoten
Bereits seit den 1860er Jahren gab es ernsthafte Planungen für mehrere Bahnstrecken in der Region. Neben der Variante von Geraüber Neustadt und Saalfeld bis Kronach wurde auch eine Trassenführung über Jena diskutiert. Ziel war es, das Streckennetz in Preußen und Bayern zu verbinden. Ein Staatsvertrag zwischen Preußen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Meiningen, Reuß jüngere Linie und Schwarzburg-Rudolstadt über den Bau einer Bahnstrecke Gera–Neustadt–Saalfeld–Eichicht wurde 1867 beschlossen (heute Teil der Bahnstrecke Leipzig–Probstzella).[2.1] Diese von Nordosten kommende Strecke der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft wurde am 20. Dezember 1871 eröffnet. Der Bahnhof wurde auf den damals noch unbebauten Flächen östlich der Saale, gegenüber der Altstadt angelegt. Die Betriebsflächen ermöglichten später eine großzügige Erweiterung.
Die zweite Strecke von Großheringen über Jena nach Saalfeld (Saalbahn) wurde 1870 ebenfalls genehmigt. Diese von der 1871 gegründeten Saal-Eisenbahn-Gesellschaft gebaute Strecke wurde 1874 eröffnet.[2.2] Damit bekam die Stadt einen weiteren Bahnanschluss in Richtung Nordosten und wurde zum Eisenbahnknoten. Die dafür notwendigen Erweiterungen des Saalfelder Bahnhofs bezahlte die Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft. Nur die Personenzüge der Saal-Eisenbahn-Gesellschaft nutzten den Bahnhof mit, für den Güterverkehr hatte sie einen Bahnhof unmittelbar vor der Einmündung der Strecke aus Gera angelegt. Aus Kostengründen entfernte die Bahngesellschaft 1879 alle Gleise in ihrem eigenen Güterbahnhof und nutzte nun alle Anlagen der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft mit.[2.3] Die Strecke von Leipzig/Gera wurde 1882/1886 verstaatlicht worden. Fortan gehörte der Bahnhof zur Eisenbahndirektion Erfurt.
Die Verbindung über den Rennsteig zur bestehenden Bahnstrecke Hochstadt-Marktzeuln–Kronach–Stockheim (Frankenwaldbahn) konnte 1885 eingeweiht werden. Damit war nach der Sächsisch-Bayerischen Eisenbahn eine zweite, schnellere Strecke von Berlin nach München fertiggestellt und die Bedeutung des Saalfelder Bahnhofs wuchs stark an. Er war der letzte größere Bahnhof vor dem 400 Höhenmeter zählenden Anstieg auf den Frankenwald. Seit 1886 führt der Schnellzugverkehr durch Saalfeld.[3]

Bereits mit der Eröffnung der Frankenwaldbahn und dem durchgehenden Verkehr Berlin–München war der bestehende Bahnhof zu klein. Sachsen-Meiningen konnte sich aber zunächst keine Erweiterung leisten, erst ab 1893 wurde zusammen mit dem Bau der Bahnstrecke Arnstadt–Saalfeld der Bahnhof entsprechend erweitert. Das Bahnhofsgelände wurde um circa einen Meter aufgeschüttet, ein neues Empfangsgebäude und Bahnsteigtunnel entstanden. Zudem wurden die Gleisanlagen für Güterzüge erweitert sowie die bestehenden Gleise verlängert. Die von Nordwesten einmündende Strecke von Arnstadt wurde 1895 eröffnet, im selben Jahr wurde auch die Saalbahn von Preußen verstaatlicht. Danach verlagerte sich der durchgehende Verkehr München–Berlin von Gera auf die kürzere und neigungsärmere Strecke über Jena. Der neugebaute Bahnhof wurde im November 1900 fertiggestellt.[2.4][3] Im selben Zeitraum wurden in der Umgebung auch noch weitere Bahnstrecken fertiggestellt, deren Züge teilweise auch bis Saalfeld durchgebunden waren. So wurden 1899/1900 die Bahnstrecke Rottenbach–Katzhütte (mit einem Stichbahn nach Königsee) und 1907/08 die Bahnstrecke Hockeroda–Unterlemnitz eröffnet. Der Bahnhof Saalfeld war zu dieser Zeit einer der größten Bahnhöfe Thüringens. Da der Verkehr nach 1900 immer weiter anwuchs, wurden 1905 die Gleisanlagen erneut erweitert.[2.5]
Zweiter Bahnhofsumbau ab den 1920er Jahren
Eine Eilgüteranlage wurde 1928 gebaut, ab 1934 wurden der Bahnhof umfangreich umgebaut, der Güterbahnhof erweitert und neue Stellwerke errichtet. Der Bahnhof erreichte zu diesem Zeitpunkt seine größte Ausdehnung.[2.5] Am 15. Mai 1939 wurde nach der Elektrifizierung des Bahnhofes der elektrische Zugbetrieb Richtung Nürnberg aufgenommen. Der Abschnitt nach Göschwitz war ab 15. Februar 1940 elektrisch befahrbar.
Im Zweiten Weltkrieg wurde der strategisch wichtige Bahnhof, besonders bei schweren amerikanischen Luftangriffen am 9. April 1945, schwer beschädigt. Zurückweichende Truppen der Wehrmacht sprengten zudem am 12. April mehrere Brücken an den Bahnhofsausfahrten.[2.5]
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Nach der deutschen Teilung sank seine Bedeutung zunächst ab, da der Verkehr zwischen Mitteldeutschland und Bayern zurückging. Das zweite Gleis zwischen dem Abzweig Saaleck bei Naumburg und Probstzella und die Anlagen für die elektrische Zugförderung wurden 1946 als Reparationsleistungen an die Sowjetunion abgebaut. Ab 1949 fuhren über Saalfeld Interzonenzüge, da die Frankenwaldbahn neben der östlich gelegenen Strecke über Hof eine von zwei Bahnverbindungen zwischen der DDR und Bayern war.[4.1]

Durch die Lage am Rand der DDR endeten zahlreiche Personenzüge hier,[4.1] sodass fortan mehr Kapazitäten für die Abstellung von Wagengarnituren benötigt wurden. Auch ein Teil der Personenzüge über die Bahnstrecke Probstzella–Neuhaus am Rennweg Richtung Sonneberg hatten nun ihren Ausgangspunkt in Saalfeld. Im Güterverkehr wurden in den 1980er Jahren täglich 50 Züge mit 1500 Wagen neu gebildet. Die Kapazitäten reichten dafür nicht aus, sodass teilweise auch weiter entfernte Bahnhöfe wie Jena-Göschwitz und Neustadt (Orla) diese Aufgaben ebenfalls mit übernehmen musste. Auch entstand ein Containerumschlagplatz. In den 1980er Jahren wurde der Rangierbahnhof mit Balkengleisbremsen ausgerüstet, auch wurde das Empfangsgebäude saniert.[2.5]
Entwicklung von 1990 bis 2017
Nach der deutschen Wiedervereinigung stieg die Bedeutung des Bahnhofs im Personenverkehr erneut an. So wurde der Bahnhof ab dem 31. Mai 1992 ein Systemhalt für Intercity-Züge.[5] 1994/1995 wurde die Saalbahn/Frankenwaldbahn wieder elektrifiziert und zweigleisig ausgebaut. Dabei erhielt der Bahnhof auch ein Elektronisches Stellwerk. Die Gesamtkosten für die Sanierungen und das neue Stellwerk, welches 1997 in Betrieb ging,[6] sollten über 1 Milliarde DM betragen.[4.2] Der Verbindung über Saalfeld die bedeutendste Strecke zwischen Berlin und München, während die Bedeutung der zweiten Strecke über Hof zurückgegangen ist. Von 1997 bis 1999 wurde der Bahnhof zu einem modernen Fernverkehrshalt ausgebaut und erhielt unter anderem drei neue und barrierefrei zugängliche Bahnsteige mit 76 cm Bahnsteighöhe. Ab dem 28. Mai 2000 war Saalfeld ein Systemhalt für Intercity-Express-Züge.[7] Die lokbespannten IC-Züge wurden größtenteils durch fabrikneue ICE-T-Züge ersetzt, welche mit Neigetechnik ausgestattet sind, um Ausbaustrecken schneller zu befahren. Durch den Einsatz dieser Neigetechnik verkürtze sich die Reisezeit zwischen Berlin und München deutlich, wovon auch Saalfeld profitierte.
Der Bahnhof wird seit Mai 2001 durch ein elektronisches Stellwerk von Siemens in Leipzig ferngesteuert, seitdem ist das ESTW in Saalfeld nicht mehr besetzt.[6] Das Empfangsgebäude wurde bis 2004 saniert und um einen Neubau ergänzt. Insgesamt kostete der Umbau seit Ende des 1990er Jahre bis 2004 etwa 21 Millionen Euro.[2.6] Der unmittelbar neben dem Personenbahnhof an dessen Ostseite gelegene Rangierbahnhof ist mittlerweile stillgelegt. Er wurde mindestens bis in die 2000er Jahre genutzt.
Am 5. September 2013 stieß gegen 11:10 Uhr in Folge einer Flankenfahrt an der südlichen Bahnhofseinfahrt ein Triebwagen der Erfurter Bahn mit einem Intercity zusammen, der von München nach Berlin unterwegs war. Circa 200 Personen mussten aus den Zügen evakuiert werden, es gab jedoch keine Verletzten.[8]
Am 3. Dezember 2013 gab es im Bahnhof einen Großeinsatz der Polizei. Nachdem ein Täter den Bahnhofskiosk überfallen wollte, versteckte er sich auf der Flucht in einen leerstehenden ICE. Der Zugverkehr war dadurch mehrere Stunden unterbrochen.[9]
2016 waren bis zu 200 Mitarbeiter im Bahnhof Saalfeld beschäftigt. Davon fielen 120 auf die Güterverkehrstochter DB Cargo. Weitere 30 waren es bei DB Netz sowie bei DB Station&Service. Hinzu kam noch eine Bahnreinigung, auf die der Wegfall des Fernverkehrs ab Dezember 2017 Auswirkungen haben werde.[10][11]
- Bahnhofsgebäude
- Busbahnhof vor dem Empfangsgebäude
- Dieseltriebwagen der Baureihe 642 im Bahnhof
- Bahnsteige (2017)
Verlust des Systemhalts im Fernverkehr (seit 2017)
Bis zur Inbetriebnahme der Neubaustrecke Ebensfeld–Erfurt im Dezember 2017 war Saalfeld Systemhalt der ICE/IC-Linie 28. Am 9. Dezember 2017 gegen 20:45 Uhr wurde der ICE 1000, auf dem planmäßig eine Garnitur des ehemaligen Metropolitan verkehrte, als vorletzter ICE von etwa 200 Menschen verabschiedet. Der Saalfelder Bürgermeister hielt dazu eine Rede.[12] Um etwa 22:30 Uhr verließ der letzte planmäßige ICE (ICE 1500) den Saalfelder Bahnhof in Richtung Leipzig. Nach über 17,5 Jahren endete hier somit der ICE-Verkehr.
Seit 2017 verkehren einzelne Intercity-Zugpaare der zweistündlichen Linie 61 Karlsruhe – Nürnberg weiter über Saalfeld bis Leipzig, ab Dezember 2019 verkehrte nur noch ein Zugpaar (IC 2068 und IC 2161). Im Dezember 2023 wurde das Angebot auf fünf Zugpaare tagsüber ausgeweitet, zum Fahrplanwechsel Dezember 2025 soll das Angebot wieder auf zwei Zugpaare gekürzt werden.[13][14]
Aufgrund der von der Westbahn übernommenen Stadler-KISS-Wagengarnituren auf der neuen IC-Linie 17 zwischen Dresden und Rostock kam es von März 2020 bis Dezember 2025 zu einer nächtlichen Überführungsfahrt von der besagten Strecke zum Werk in Wien. Daher hatte der Bahnhof Saalfeld seit März 2020 einen weiteren Intercity-Halt.[15] Im Januar 2025 wurde der Verkauf der KISS 200 Züge bekannt, sodass sie durch den deutschen Intercity 2 ersetzt werden und die Nachtfahrt nach Wien eingestellt wird.[16][17] Saalfeld bleibt nächtlich durch die Fahrt eines ICE im Jahresfahrplan 2026 angebunden und erhält wieder einen ICE-Halt zwischen Berlin und München über Augsburg.
Infrastruktur
Bahnbetriebswerk Saalfeld
Die erste Lokstation der Thüringischen Eisenbahn-Gesellschaft war bereits bei der Bahnhofseröffnung 1871 vorhanden. Es war ein Lokschuppen samt Drehscheibe und eine Werkstatt errichtet worden. Ein zweiter Lokschuppen entstand 1872.[18.1] Aus diesen Anlagen entwickelte sich später das Bahnbetriebswerk Saalfeld Auch die Saal-Eisenbahn-Gesellschaft ließ 1874 einen Lokschuppen errichten. Da die Gesellschaft sparen musste, wurde dieser wurde 1882/1883 zum Bahnhof Rudolstadt-Schwarza versetzt, wo für die Eröffnung der Bahnstrecke Rudolstadt-Schwarza–Bad Blankenburg ein Lokschuppen gebraucht wurde. Die preußische Staatsbahn plante 1893 die Vergrößerung der bestehenden Anlagen, umgesetzt wurde der Bau erst ab 1897. Die Arbeiten waren 1905 abgeschlossen, nun war ein 25-ständiger Ringlokschuppen vorhanden.[2.6] Die Drehscheibe besaß nun 20 m Bühnenlänge,[18.1] zuvor betrug der Durchmesser der Drehscheibe betrug 16 Meter.

Nach dem Ersten Weltkrieg sollte ein großes Bahnbetriebswerk mit insgesamt 103 Lokschuppenständen entstehen, aufgrund von Geldmangel der Deutschen Reichsbahn und Bedenken wegen des Flächenverbrauchs (insgesamt etwa 25 Hektar) wurde das Projekt nicht umgesetzt. Da der Neubau des Bahnbetriebswerks scheiterte, wurden die bestehenden Anlagen erweitert. Eine Werkstatt sowie ein Wasserturm wurden errichtet. Das Wasser selbst wurde aus der Saale gepumpt. Mitte der 1930er Jahre wurde eine 23-m-Drehscheibe eingebaut.[2.6] Zu dieser Zeit waren etwa 70 Maschinen im Bw stationiert und etwa 500 Menschen beschäftigt.[18.1]
Während der Luftangriffe gegen Kriegsende 1944/45 wurde auch das Bahnbetriebswerk schwer beschädigt.[19.1] Der teilweise zerstörte Lokschuppen wurde nach Kriegsende wiederaufgebaut.

Ab 1956 kam das Wasser für den Wasserturm aus einem Brunnen bei Wöhlsdorf. Anfang der 1960er Jahre entstand ein neues Verwaltungsgebäude, 1967 erhielt das Bahnbetriebswerk eine Tankanlage mit 600 m³ Fassungsvermögen für ölgefeuerte Dampflokomotiven. Der Lokschuppen wurde von 1969 bis 1972 erneuert, er hatte danach 24 Stände und war de facto ein Neubau. Die Baukosten betrugen etwa 3,5 Millionen Mark.[2.7][18.2] Dampflokomotiven waren in Saalfeld noch bis 1986 stationiert. 1978 waren hier noch 44 Dampfloks regulär in Betrieb.[10]
Das Bahnbetriebswerk wurde 1994 zum Betriebshof Saalfeld umgewandelt, es gehörte zum Geschäftsbereich DB Traktion. Auch das Bahnbetriebswagenwerk wurde mit in den Betriebshof eingegliedert. Ab 1998 gehörte der Betriebshof zum Geschäftsbereich DB Cargo.[2.7] Nach 2004 wurden die Wagenreparaturen im Lokschuppen durchgeführt.[20]
Im Januar 2016 bot die Deutsche Bahn das ehemalige Bahnbetriebswerk Saalfeld[21] mit seinem Lokschuppen zum Kauf an. Weiterhin gehören dazu ein Verwaltungsgebäude, ein Sozialgebäude und weitere Nebengebäude.[10] Die Interessengemeinschaft Bahnbetriebswerk Saalfeld nutzt seit 2018 das Bahnbetriebswerk.[22]
Lokeinsatzstellen
Im Laufe seines Bestehens gehörten auch zahlreiche Lokeinsatzstellen zum Bw Saalfeld bzw. Betriebshof Saalfeld:[18.2]
- Camburg (Saale)
- Eisenberg (Thür)
- Göschwitz (Saale)
- Lichtenhain
- Lobenstein
- Münchenbernsdorf
- Pößneck unt Bf (1970 geschlossen)
- Probstzella (1994/1995)
- Rottenbach (1972 geschlossen)
- Triptis
Fahrzeugeinsatz
Im Bw Saalfeld waren vor dem Zweiten Weltkrieg die Baureihen 38.10–40, Baureihe 39, 58.10–21 und 93.5–12 im Einsatz.[18.1][23.1]
Ab 1941 waren Elektrolokomotiven der Baureihe E 44 in Saalfeld stationiert, die Fahrzeuge wurden 1946 bis auf drei im Krieg schwer beschädigte Loks als Reparationsleistung beschlagnahmt.[19.2]

Nach 1945 waren Dampflokomotiven der Baureihen 01.5, 39, 41, 44, 65.10, 93.5–12 und 95 in Saalfeld beheimatet.[23.2] Anfang der 1970er Jahre war zeitweise auch die Baureihe 83.10 im Einsatz, bewährte sich aber nur im Nebenbahneinsatz.[24]

Seit den 1980er Jahren wurden Dieselloks der Baureihe 119 eingesetzt. Zudem kamen auch zahlreiche Lokomotiven der Baureihen Baureihe 114 und Baureihe 132 zum Einsatz.[18.2]
Bahnsteige
Die Bahnsteige sind durch Aufzüge barrierefrei erreichbar. Gleiches gilt für den Personentunnel.
Verkehrsanbindung
Fernverkehr
Im Bahnhof Saalfeld (Saale) halten Fernverkehrszüge der IC-Linien 17 und 61 der Deutschen Bahn, im Jahresfahrplan 2026 ersetzt ein ICE von Berlin nach München über das Saaletal die Überführungsfahrt des IC:
| Linie | Fahrtverlauf | Takt (min) | Fahrzeugmaterial | Betreiber |
|---|---|---|---|---|
| ICE | Berlin Gesundbrunnen – Berlin – Berlin Südkreuz – Wittenberg – Bitterfeld – Leipzig – Naumburg – Jena Paradies – Jena-Göschwitz – Saalfeld – Lichtenfels – Bamberg – Erlangen – Nürnberg – Treuchtlingen – Donauwörth – Augsburg – München-Pasing – München | ein Zugpaar Jahresfahrplan 2026 |
DB Fernverkehr | |
| IC 17 | (Warnemünde –) Rostock – Berlin – Halle – Jena Paradies – Saalfeld – Lichtenfels – Nürnberg – Passau – Wien | ein Zugpaar März 2020 bis Dezember 2025 |
Stadler KISS | DB Fernverkehr, ÖBB |
| IC 61 | Leipzig – Weißenfels – Naumburg – Jena Paradies – Saalfeld – Lichtenfels – Nürnberg – Stuttgart – Karlsruhe | 2019 bis 2023 ein Zugpaar, 2024 und 2025 fünf Zugpaare (2-Stunden-Takt), ab 2026 zwei Zugpaare | Intercity 2 | DB Fernverkehr |
Am 11. Mai 2021 gab Flixtrain bekannt, dass Saalfeld ins Netz aufgenommen und regelmäßig bedient wird. Vom 17. Juni 2021 bis Dezember 2021 war ein Zugpaar der FLX 35N nachts zwischen Leipzig, Jena, Nürnberg und München unterwegs. Dieser Zug wurde in Leipzig auf die FLX 35 durchgebunden, sodass Tickets für den gesamten Laufweg Hamburg – Leipzig – München erworben werden und die Fahrgäste in Leipzig im Zug verbleiben können. Zum Einsatz kamen normale Großraumwagen, die auch auf den sonstigen Tagesverbindungen eingesetzt werden.[26]
Regionalverkehr
Im Fahrplanjahr 2025 wird der Bahnhof Saalfeld (Saale) wie folgt bedient:
| Linie | Fahrtverlauf | Takt (min) | Betreiber |
|---|---|---|---|
| RE 12 | Saalfeld – Pößneck ob Bf – Neustadt – Weida – Gera – Zeitz – Leipzig | 120 | Erfurter Bahn |
| RE 14 | (Camburg) – Saalfeld – Probstzella – Kronach – Lichtenfels – Bamberg – Erlangen – Nürnberg | Camburg-Saalfeld einzelner Zug Die.-Do. 60 |
DB Regio Bayern |
| RE 15 | Saalfeld – Rudolstadt – Kahla – Jena Saalbahnhof – Naumburg – Weißenfels – Leipzig | 120 | Abellio Rail Mitteldeutschland |
| RB 22 | Saalfeld – Pößneck ob Bf – Neustadt – Weida – Gera – Zeitz – Leipzig | 120 | Erfurter Bahn |
| RB 23 | Saalfeld – Rottenbach – Stadtilm – Arnstadt – Neudietendorf – Erfurt | 60 | Erfurter Bahn |
| RB 25 | Saalfeld – Rudolstadt – Orlamünde – Kahla – Jena Paradies – Dornburg – Naumburg – Weißenfels – Merseburg – Halle | 60 | Abellio Rail Mitteldeutschland |
| RB 32 | Saalfeld – Wurzbach – Bad Lobenstein – Blankenstein | 120, HVZ-Verstärker | Erfurter Bahn |
Die Linien RE 12 und RB 22 ergänzen sich zu einem ungefähren Stundentakt.
Literatur
- Erich Preuß, Herbert Ratzenberger: Saalfeld (Saale). In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 51. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2004, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 6 S.).
- Werner Drescher: Die Saalbahn – Die Geschichte der Eisenbahn zwischen Großheringen, Jena und Saalfeld. EK-Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-88255-586-6.
Weblinks
- Infrastruktur und einige zulässige Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap