Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz

Bahnstrecke in Brandenburg und Sachsen, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz ist eine eingleisige Hauptbahn in Brandenburg und Sachsen, welche ursprünglich von der Berlin-Görlitzer Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und betrieben wurde. Sie zweigt in Lübbenau von der Bahnstrecke Berlin–Görlitz ab und führt über Calau und Senftenberg ins sächsische Kamenz. Dort besteht Anschluss an die Bahnstrecke Kamenz–Pirna.

Weitere Informationen Lübbenau (Spreewald)–Kamenz (Sachs) ...
Lübbenau (Spreewald)–Kamenz (Sachs)
Verlauf der Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz
Verlauf der Bahnstrecke Lübbenau–Kamenz
Streckennummer (DB):6193 (Lübbenau (Spreewald)–Senftenberg)
6198 (Brieske–Hosena)
6194 (Hosena–Kamenz (Sachs))
Kursbuchstrecke (DB):209.14, 227.1
Streckenlänge:70,8 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:D4
Stromsystem:Lübbenau–Hosena: 15 kV, 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:100 km/h
Zweigleisigkeit:Altdöbern Süd–Senftenberg
Strecke
von Berlin Görlitzer Bf (km 0)
Bahnhof
85,650 Lübbenau (Spreewald)
Abzweig geradeaus und nach links
nach Görlitz
Abzweig geradeaus und von rechts
Braunkohleindustrie
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
Lübbenau Süd
ehemalige Blockstelle
90,740 Bk Groß Lübbenau
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
93,175 Bischdorf (Pv eingestellt)
Abzweig geradeaus und von links
von Cottbus
Bahnhof
100,253 Calau (Niederlausitz)
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Halle (Saale) Hbf
Haltepunkt / Haltestelle
106,960 Luckaitztal (früher Schöllnitz)
Bahnhof
110,544 Altdöbern
Abzweig geradeaus und von rechts
von Finsterwalde
Blockstelle
112,524 Abzw Altdöbern Süd
Bahnhof
117,434 Großräschen
Abzweig ehemals geradeaus und nach linksStrecke von rechts
(Neutrassierung 1988)
Strecke (außer Betrieb)Strecke mit Straßenbrücke
Bundesstraße 96
Strecke (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und von rechts
Anst. Kraftwerk Sonne / Tagebau Meuro
Strecke (außer Betrieb)ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
Großräschen B11
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Strecke
120,000 Großräschen Süd (bis 1988)
Strecke (außer Betrieb)ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
121,500 Dörrwalde
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)Strecke
Sedlitz West (bis 1934)
Strecke (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und ehemals nach links
Verbindungskurve nach Abzw Sornoer Buden West
Strecke (außer Betrieb)Abzweig geradeaus und von links
von Cottbus
Strecke (außer Betrieb)Brücke über Wasserlauf
Ilse-Kanal (seit 2011)
Strecke (außer Betrieb)Bahnhof
124,072 Sedlitz Ost (seit 1988)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)Strecke
124,300 Reppist (bis 1988)
Abzweig ehemals geradeaus und von linksStrecke nach rechts
Strecke mit Straßenbrücke
Bundesstraße 96, 169
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
Lausitzer Grubenbahn (bis 1994)
Bahnhof
128,700
126,300
Senftenberg (Ende Strecke 6193)
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
nach Schipkau (1966–2000 Anst Meurostolln)
Strecke von linksAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts
Strecke mit StraßenbrückeStrecke (außer Betrieb)
Wilhelm-Pieck-Straße
Dienststation / Betriebs- oder GüterbahnhofStrecke (außer Betrieb)
−0,654 Brieske (Beginn Strecke 6198)
Abzweig geradeaus und nach linksStrecke (außer Betrieb)
Anst WISAG Senftenberg (seit 2004, früher
StreckeStrecke (außer Betrieb)
BKW Franz Mehring / Marga I, II / Brieske I, II)
Strecke mit StraßenbrückeStrecke (außer Betrieb)
Bundesstraße 169
Kreuzung geradeaus oben (Querstrecke außer Betrieb)Strecke (außer Betrieb)
Lausitzer Grubenbahn (bis 1999)
Abzweig geradeaus und nach rechtsStrecke (außer Betrieb)
nach Großenhain Cottb Bf
Strecke mit StraßenbrückeStrecke (außer Betrieb)
Bundesstraße 169
Brücke über WasserlaufBrücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Schwarze Elster
ehemalige BlockstelleStrecke (außer Betrieb)
7,332 Abzw Peickwitz
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und von links
Anst Steinbruch Koschenberg
StreckeDienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
133,200 Hosena Nord
StreckeAbzweig ehemals geradeaus und nach rechts
Abzweig quer und nach linksTurmbahnhof geradeaus oben (Strecke geradeaus außer Betrieb)Abzweig quer und von rechts
9,844 Hosena (Roßlau–Węgliniec) 115 m
Abzweig ehemals geradeaus und von linksStrecke nach rechts
(früher Hohenbocka)
Kilometer-Wechsel
13,282
137,600
(Streckenwechsel 6198 / 6194)
Grenze
Landesgrenze BrandenburgSachsen
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
140,969 Lausitzer Grubenbahn
Haltepunkt / Haltestelle
142,170 Wiednitz (ehem. Bf) 135 m
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Hoyerswerda
Bahnhof
145,684 Straßgräbchen-Bernsdorf (Oberlausitz) 146 m
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
nach Dresden-Klotzsche
Abzweig geradeaus und nach links
Anst Steinbruch Oßling
Haltepunkt / Haltestelle
149,563 Hausdorf 153 m
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
152,265 Cunnersdorf (b Kamenz) 175 m
Abzweig geradeaus und von links
Anst Tanklager
Abzweig geradeaus und ehemals von links
von Kamenz (Sachs) Nord Ldst
ehemalige Blockstelle
154,456 Awanst Kamenz Nord 175 m
Bahnhof
157,001 Kamenz (Sachs) 193 m
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
nach Bischofswerda
Strecke
nach Pirna
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Geschichte

Streckenführung der Bahnlinie um 1927 im Bereich von Senftenberg / Sedlitz vor dem Aufschluss des Tagebau Sedlitz
Haltepunkt Wiednitz
Ursprüngliche Gleisführung vor dem Aufschluss des Tagebau Niemtsch zwischen Hosena und Senftenberg um 1940
Bahnhof Straßgräbchen-Bernsdorf

Die Strecke von Lübbenau über Großräschen, Senftenberg nach Kamenz wurde 1874 eröffnet. 1882 wurde die Berlin-Görlitzer Eisenbahngesellschaft verstaatlicht und Teil der Preußischen Staatseisenbahnen. Während der Zeit des Braunkohlebau hatte die Bahnlinie Bedeutung für die Abfuhr der gewonnenen Braunkohle, und es wurde der Verlauf der Bahnstrecke im Bereich Senftenberg mehrmals umgeleitet. Besonders zu DDR-Zeiten hatte der Streckenabschnitt Lübbenau–Senftenberg große Bedeutung für die hier ansässige Braunkohleindustrie samt benachbarten Braunkohle-Tagebauen. Zuerst musste die ursprüngliche Streckenführung von Hosena nach Senftenberg, der durch den 1941 aufgeschlossenen Tagebau Niemtsch ging, verlegt werden. Bedingt durch die nördlichere Verlegung des Tagebaues in den 1950er Jahren musste die Strecke im Bereich des Bahnhof Hosena umgeplant werden. Der ehemalige Turmbahnhof mit der Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau wurde in eine niveaugleiche Gleisführung umgebaut. Die Strecke führte danach um den Tagebau Niemtsch und späteren Senftenberger See sowie der Ortschaft Peickwitz vorbei weiter bis Senftenberg.[1][2] Mit dem Vorrücken des Tagebau Meuro Richtung Großräschen wurde die Strecke ein zweites Mal umgebaut und führte nun um den Tagebau herum hinter Sedlitz Richtung Großräschen.

Zum 23. Mai 1998 wurde der Schienenpersonennahverkehr auf dem Abschnitt Hosena–Kamenz von der damals noch zuständigen Landesverkehrsgesellschaft Sachsen abbestellt. Güterverkehr sowie gelegentlicher, eigenwirtschaftlicher Personenverkehr finden in diesem Abschnitt nach wie vor statt.

Von 2014 bis 2016 gab es mit der Lausitzer Seenlandbahn von Dresden ausgehend touristische Fahrten auf dieser Strecke, die am Zielort mit einem organisierten Tagesprogramm verbunden waren. Pro Jahr konnten mehr als 200 Fahrgäste verzeichnet werden. Der Zustieg in den Triebwagen der DR-Baureihe VT 2.09 des Vereins Ostsächsische Eisenbahnfreunde war in Kamenz und Straßgräbchen-Bernsdorf möglich.[3][4][5] Bereits für 2017 und 2018 war die Bestellung von je einem Zugpaar ins Lausitzer Seenland an den Wochenenden der sächsischen Sommerferien geplant.[6] Aus rechtlichen Gründen war die Nutzung der Bahnsteige in Bernsdorf und Wiednitz nicht möglich, so dass die Züge nicht verkehren konnten.[7]

Im Jahr 2019 waren in den sächsischen Sommerferien samstags je zwei Zugpaare zwischen Dresden und Senftenberg geplant, die zum normalen VVO-Tarif genutzt werden können. Als EVU war vom Verkehrsverbund Oberelbe die Städtebahn Sachsen beauftragt, die dafür zwei der regulären Zugpaare Dresden–Kamenz bis Senftenberg verlängerte. Die Fahrten endeten aufgrund der Insolvenz der Städtebahn.[8] Infolge der Insolvenz der Städtebahn verkehrten die Züge nur an den ersten drei Wochenenden.[9]

Seit 2020 verkehrt jeweils an den Wochenenden in den sächsischen Sommerferien ein Zugpaar zwischen Dresden, Kamenz und Senftenberg. Die Züge halten auch in Straßgräbchen-Bernsdorf, Wiednitz und Hosena.[10]

Es gab Forderungen sowohl seitens der Politik als auch der Wirtschaft, eine regelmäßige Verbindung von Dresden über Kamenz nach Senftenberg einzurichten. Dies soll vor allem die Fahrtzeit nach Berlin sowie zu den Flughäfen erheblich senken, aber auch innerhalb der Westlausitz. Zurzeit dauert eine Fahrt von Kamenz nach Senftenberg mehr als zwei Stunden.[11][12]

Am 17. August 2021 gab Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig bekannt, dass die Verbindung Hosena–Kamenz eine von fünf Strecken in Sachsen ist, die das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr „intensiv und detailliert auf eine Aktivierungsmöglichkeit“ für den Schienenpersonennahverkehr untersuchen wolle. Bei einer Durchbindung der Regionalbahn-Linie RB 34 von Dresden nach Hoyerswerda wird zwischen Hosena und Kamenz täglich mit 600 Fahrgästen gerechnet.[13][14]

Bereits in den 1980er Jahren kam es im Abschnitt Großräschen – Senftenberg infolge des heranrückenden Braunkohlentagebau Meuro zu einer Streckenverlegung nach Osten. Der Haltepunkt Großräschen-Süd und Reppist entfiel damit. Der komplette Streckenabschnitt, einschließlich seiner Liegenschaften und Gebäude, so auch das ehemalige Bahnhofsgebäude vom bereits im Jahr 1963 stillgelegten Halt Sedlitz West wurden vom Tagebau erfasst.

Der Haltepunkt Sedlitz Ost ging bereits am 15. Mai 1930 an der Bahnstrecke Großenhain–Cottbus als Bahnhof Sedlitz in Betrieb. Er wurde im Jahr 1936 mit der Umbenennung des Bahnhofs Grube Anna-Mathilde in Sedlitz West zur besseren Unterschreitung in Sedlitz Ost umbenannt. Mit der Verlegung der Bahnstrecke aus Lübbenau wurde dieser einige Meter nach Nordosten verlegt und bedient seitdem beide Strecken. Sein einstöckiges hölzernes Empfangsgebäude wurde damit abgerissen und durch den heute bekannten Steinbau ersetzt. Im Jahr 1987 erfolgte die Elektrifizierung der Strecke nach Cottbus und im Jahr 1990, die der Strecke nach Lübbenau.

Streckenbeschreibung

Betriebsstellen

Großräschen Süd

Der Haltepunkt Großräschen Süd trug bis 1946 den Namen Bückgen. Aufgrund der Verlegung der Strecke ging er 1988 außer Betrieb.

Sedlitz West

Der Haltepunkt Sedlitz West trug bis 1930 die Bezeichnung Sedlitz (b. Senftenberg). Im Jahr 1934 wurde die Station geschlossen.[15]

Großräschen B11

Der Übergabebahnhof Großräschen B11 für die Anschlussbahn zum Kraftwerk und Brikettfabrik Sonne wurde im Jahr 1988 Rahmen der Streckenverlegung im Abschnitt Großräschen – Senftenberg in Betrieb genommen. Bis dahin erfolgte der Anschluss direkt über den Bahnhof Großräschen. Am früheren Stellwerk erfolgten im Herbst/Winter der Jahre 2023/24 Sanierungs- und Umbauarbeiten. Er wird seit dem Jahr 2024 vom VTG Güterwaggon-Instandhaltungswerk Großräschen und der Waggonbau Brühl GmbH genutzt.

Siehe auch

Einzelnachweise

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