Meldola-Blau

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Meldola-Blau ist ein blauer Phenoxazin-Farbstoff, dessen Synthese und Eigenschaften erstmals 1879 von Raphael Meldola beschrieben wurden.[3]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Meldola-Blau
Allgemeines
Name Meldola-Blau
Andere Namen
  • N,N-Dimethyl-9H-benzo[a]phenoxazin-9-iminiumchlorid (IUPAC)
  • 9-(Dimethylamino)benzo[a]phenoxazin-7-iumchlorid
  • C.I. Basic Blue 6
  • C.I. 51175
  • BASIC BLUE 6 (INCI)[1]
Summenformel
  • C18H15ClN2O (als Chlorid)
  • C18H15ClN2O · ½ ZnCl2 (als Hemi-Doppelsalz mit Zinkchlorid)
Kurzbeschreibung

dunkelgrünes bis schwarzes Kristallpulver[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 213-524-1
ECHA-InfoCard 100.012.295
PubChem 101929
ChemSpider 92090
Wikidata Q27275599
Eigenschaften
Molare Masse
  • 310,78 g·mol−1 (als Chlorid)
  • 378,92 g·mol−1 (als Hemi-Doppelsalz mit ZnCl2)
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

280 °C unter Zersetzung[2]

Löslichkeit

löslich in Wasser und in Ethanol[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
Schließen

Das basische (kationische) 1,4-Oxazin-Derivat liegt als Chloridsalz vor; meist wird jedoch die besser kristallisierende hemi-Zinkchlorid-Verbindung (vergleiche dazu z. B. Brillantkresylblau) isoliert.

Vorkommen und Darstellung

Nach der ursprünglichen Vorschrift wird das bei der Nitrosierung von N,N-Dimethylanilin entstehende N,N-Dimethyl-4-nitrosoanilin[5] als Hydrochlorid isoliert und anschließend zu einer Lösung von 2-Naphthol in Eisessig bei 110 °C gegeben.

Synthese von Meldola-Blau
Synthese von Meldola-Blau

Beim Abkühlen bilden sich „prachtvolle, lange, bronzefarbene Nadeln, die Kupferglanz zeigen“.[3]

Ein industrielles Verfahren vermeidet die Isolierung der giftigen Nitrosoverbindung und beschreibt die Zugabe einer Suspension der Zwischenstufe in wässrig-alkoholischem Medium zu einer ethanolischen β-Naphthol-Lösung bei 70 °C, die wasserfreies Zinkchlorid enthält. Beim Abkühlen fällt das Doppelsalz von Meldola-Blau mit Zinkchlorid aus.[6]

Eigenschaften

Meldola-Blau ist als Doppelsalz mit Zinkchlorid ein dunkelgrüner bis schwarzer kristalliner Feststoff, der sich in Wasser in blau-violetter und in Ethanol in dunkelblauer Farbe mit einem Absorptionsmaximum λmax bei 650 nm (in 50 % wässrigem Ethanol) löst. In polaren Lösungsmitteln, wie z. B. Pyridin, Ethylenglycol und Cellosolve ist Meldola-Blau ebenfalls gut löslich.[7]

Anwendungen

Meldola-Blau wurde anfangs für einen brauchbaren blauen Textilfarbstoff gehalten; er konnte sich jedoch auch wegen seiner geringen Aufnahme durch Wolle- und Seidenfasern gegenüber dem wesentlich lichtstabileren Indigo nicht behaupten. Seine technischen Anwendungen beschränken sich auf die Färbung von Papier und Leder.[7]

Größere Bedeutung hat Meldola-Blau als redoxaktiver Farbstoff in der Biologie erlangt.[8] Der Farbumschlag von blau in die farblose Leuko-Form bei Elektronenaufnahme (Reduktion) lässt sich zur Bestimmung von reduzierenden Coenzymen, wie z. B. NADH bzw. NADPH und den entsprechenden Dehydrogenasen[9] in wässrigen Lösungen, aber auch auf Trägern (Papierstreifen)[10] oder in Biosensoren einsetzen.

Redoxreaktione an Meldola-Blau
Redoxreaktione an Meldola-Blau

Einzelnachweise

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