Wikiwand AI

UIC-Bauart-Bezeichnungssystem für Güterwagen

internationale Norm für die Bezeichnung der Bauarten von Güterwagen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bauart-Bezeichnung von Güterwagen ist eine internationale Buchstabenkennzeichnung, welche die wichtigsten technischen Merkmale dieser Eisenbahnwagen enthält. Diese Kennzeichnung gilt für alle Fahrzeuge, die im internationalen Güterverkehr eingesetzt werden.

Gedeckter Güterwagen der Sonderbauart mit dem UIC-Gattungszeichen Hbillns
Anschriften eines italienischen Flachwagens der Gattung Rgmms

Diese Kennzeichnung wurde schon vor 1960 von der UIC entwickelt, aber erst ab 1964 allgemeingültig eingeführt. Ab 1968 musste diese Kennzeichnung an allen Güterwagen der UIC und OSShD zugehörigen Mitglieder (Bahnunternehmen, Infrastrukturbetreiber, Eisenbahnverkehrsunternehmen) als Teil der Außenanschrift angeschrieben sein. Von 1964 bis Januar 1968 wurde die UIC-Kennzeichnung in ganz Deutschland umgesetzt und seitdem stetig weiterentwickelt.

Diese Bauart-Bezeichnung wird im Allgemeinen UIC-Gattungszeichen genannt und setzen sich aus einem „Gattungsbuchstaben“ (großgeschrieben) und einem oder mehreren „Kennbuchstaben“ (kleingeschrieben) zusammen und dienen zur Identifizierung der Güterwageneigenschaften, was besonders beim Beladen und für den Betrieb von Bedeutung ist. Das UIC-Gattungszeichen ist unterhalb der UIC-Wagennummer angeschrieben und löste somit die bisher verwendeten Kennzeichnungen ab.

Nicht alle Güterwagen in Europa erhielten die UIC-Kennzeichnung. So behielten beispielsweise in Deutschland die wenigen noch vorhandenen Güterzugbegleitwagen und Schmalspurgüterwagen ihre ursprüngliche Gattungsbezeichnung.

Gattungsbuchstaben

Die folgende Tabelle enthält der Vollständigkeit halber auch die international einheitlichen Gattungsbuchstaben für Reisezugwagen (A bis D, WL und WR), welche unter Bauart-Bezeichnungssystem für Reisezugwagen behandelt werden. Jedem Güterwagentyp ist eine Typennummer zugeordnet, deren erste Ziffer die fünfte Ziffer der zwölfstelligen UIC-Wagennummer bildet.

Weitere Informationen Gattung, Wagenart ...
GattungWagenart1. Ziffer der Typennummer
APersonenwagen 1. Klasse
ABPersonenwagen 1. und 2. Klasse
BPersonenwagen 2. Klasse
DGepäckwagen
EOffener Güterwagen der Regelbauart5
FOffener Güterwagen in Sonderbauart6
GGedeckter Güterwagen der Regelbauart1
HGedeckter Güterwagen in Sonderbauart2
IKühlwagen8
KFlachwagen mit Einzelradsätzen in Regelbauart3
LFlachwagen mit Einzelradsätzen in Sonderbauart4
OOffener Mehrzweckwagen (Gemischter offener Flachwagen)3
RFlachwagen mit Drehgestellen in Regelbauart3
SFlachwagen mit Drehgestellen in Sonderbauart4
TGüterwagen mit öffnungsfähigem Dach0 (vor 1988: 56..)
USonderwagen9
WL…Schlafwagen
WRSpeisewagen
ZKesselwagen7
Schließen

Kennbuchstaben

International einheitliche Kennbuchstaben

Weitere Informationen Gattungen, Bedeutung ...
Gattungen Bedeutung
aE, F, G, H, I, T, U, Z4 Radsätze  1
L, O3 Radsätze
S6 Radsätze
aaE, F, G, H, T, U, Zmind. 6 Radsätze  1
Lmind. 4 Radsätze
Smind. 8 Radsätze
bFRauminhalt V > 45
GLänge l > 12m, Rauminhalt V > 70
HLänge 12m > l > 14m, Rauminhalt V > 70 2
TLänge l > 12m
Ga, TaLadelänge ab 18m
HaLadelänge 18 bis 22m
ILadefläche 22 m² < A < 27
Klange Rungen
L, STragwagen für Mittelcontainer
bbHLadelänge ab 14 m
HaLadelänge ab 22 m
ILadefläche A ≥ 27 m²
cEEntladeklappe im Wagenboden
Fregelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h ≥ 70 cm üSOK  11
H, TStirnwandtür
IFleischhaken
L, SDrehschemel
U, ZEntladung durch Druckluft oder Luftstöße
ccFregelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h < 70 cm üSOK  11
HStirnwandtür, Inneneinrichtung für Kraftwagentransport
dHBodenklappe
Ifür Seefisch
L, Sfür Transport von Straßenfahrzeugen auf einer Ebene
T, Uregelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h ≥ 70 cm üSOK  10  11
ddT, Uregelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h < 70 cm üSOK  10  11  12
eHzwei Böden
Ielektrischer Luftumwälzer
L, SDoppelstockwagen für Kraftfahrzeuge
Rabklappbare Seitenborde
TTürhöhe über 1,90 m
ZHeizeinrichtung
eeHmehr als zwei Böden
fallefür den Verkehr mit Großbritannien (Tunnel- und Fährverkehr) geeignet
ffallenur für Tunnelverkehr mit Großbritannien geeignet
fffallenur für den Fährverkehr mit Großbritannien geeignet
gG, H, T, Ufür Getreide
IMaschinenkühlwagen
K, L, Rfür Container
Sfür Container bis 60 Fuß
Zfür verdichtete, verflüssigte oder unter Druck gelöste Gase
ggImit Flüssiggas gekühlt
Sfür Container bis 80 Fuß
hG, Hfür Frühgemüse
Istarke Isolierung
L, R, S, Tfür Blechrollen, horizontal liegende Achsen
hhL, R, S, Tfür Blechrollen, vertikal liegende Achsen
iH,Töffnungsfähige Seitenwände („Schiebewand“)
IKältemaschine auf Beiwagen (ii)
K, L, R, SStirnwand fest, Abdeckung beweglich
UTiefladebühne
ZTransportbehälter nicht aus Metall
iiHhochfeste Schiebewände
Itechnischer Beiwagen
jalleLanghubstoßdämpfer
kE, F, G, H, K, L(a), O, T, U, ZLademasse m < 20t (Lastgrenze C)
Ea, Fa, Ga, Ha, Laa, R, S, Ta, Ua, ZaLademasse m < 40t (Lastgrenze C)
Eaa, Faa, Gaa, Haa, Sa(a), Taa, Uaa, ZaaLademasse m < 50t (Lastgrenze C)  3
ILademasse m < 15t (Lastgrenze C)
IaLademasse m < 30t (Lastgrenze C)
kk  4E, F, G, H, K, L(a), O, T, U, ZLademasse 20t ≤ m < 25t (Lastgrenze C)
Ea, Fa, Ga, Ha, Laa, R, S, Ta, Ua, ZaLademasse 40t ≤ m < 50t (Lastgrenze C)
Eaa, Faa, Gaa, Haa, Sa(a), Taa, Uaa, ZaaLademasse 50t ≤ m < 60t (Lastgrenze C)
lEnicht seitenkippbar
F, T, Unicht-regelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h ≥ 70cm üSOK  10  11
Gbis 8cm Lüftungshöhe
Hmit beweglichen Trennwänden (ab 1. Mai 1994)
IWärmeschutzwagen ohne Eiskästen
K, L, O, R, Sohne Rungen
llF,T,Unicht-regelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h < 70cm üSOK  10  11
Hmit verriegelbaren Trennwänden (ab 1. Mai 1994)
m  6ELadelänge l < 7,7m  5
Ea(a)Ladelänge l < 12m
G, H, TLadelänge l < 9m  5
Ga(a), Ha(a), Ta(a)Ladelänge: l < 15m
ILadefläche A < 19
IaLadefläche A < 39
K, O, LLadelänge 9m ≤ l < 12m  5
R, SLadelänge 15m ≤ l < 18m  5
La(a), Sa(a)Ladelänge: 18m ≤ l < 22m
SrLadelänge l ≥ 2× 27m
mm  7K, O, LLadelänge l < 9m  5
R, SLadelänge l < 15m  5
La(a), Sa(a)Ladelänge l < 18m
n  4ILademasse m > 25t (Lastgrenze C)
HLademasse m > 28t (Lastgrenze C)
E, G, K, L, O, TLademasse m > 30t (Lastgrenze C)
F, U, ZLademasse m > 30t (zwei Radsätze, Lastgrenze C)
Lademasse m > 40t (drei Radsätze, Lastgrenze C)
Ia, La, OaLademasse m > 40t (Lastgrenze C)
Ea, Fa, Ga, Ha, Laa, R, S, Ta, Ua, ZaLademasse m > 60t (Lastgrenze C)
Eaa, Faa, Gaa, Haa, Sa(a), Taa, Uaa, ZaaLademasse m > 75t (Lastgrenze C)
oEnicht stirnkippbar
F, T, Unicht-regelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h ≥ 70cm üSOK  12
G, HLadelänge unter 12m, mehr als 70m³ Laderaum (zwei Radsätze)
IEiskästen unter 3,5
Kfeste Borde
Rfeste Stirnwände, Höhe unter 2m
SGelenkwagen mit drei Drehgestellen je zwei Radsätze
ooF, T, Unicht-regelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h < 70cm üSOK  12
Rfeste Stirnwände, Höhe über 2m
pF, T, Uregelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h ≥ 70cm üSOK  12
Iohne Fußbodenroste
K, L, Sohne Borde
Rohne Stirnwand
ppF, T, Uregelbarer Schwerkraft-Selbstentlader, Unterkante Entladeöffnung h < 70cm üSOK  11  12
K, Rabnehmbare Borde
qalleelektrische Heizleitung für alle zugelassenen Stromarten
qqalleelektrische Heizleitung und Heizeinrichtungen für alle zugelassenen Stromarten
ralleDampfheizleitung 8
F, H, I, S, T, U, ZGelenkwagen 9
LLadelänge mit 2 Elementen: lu ≥ 27m
rralleDampfheizleitung und -einrichtung 8
F, H, I, S, T, U, ZWageneinheit 9
sallezugelassen für Züge bis 100km/h
ssallezugelassen für Züge bis 120km/h
Schließen
1 
In der bis 1979 gültigen Version bezeichnete a Drehgestellwagen, aa war für E, F, G, H, T, U und Z nicht enthalten.
2 
Bei Fährbootwagen evtl. geringer, Kennbuchstaben f, ff oder fff.
3 
In der bis 1979 gültigen Version galt auch hier die Lastgrenze von 40 t.
4 
In der Ursprungsversion von 1965 nicht enthalten und wurde erst später eingeführt.
5 
Bei der DR hieß die Definition anfangs nur „Länge unter …m“, was als Länge über Puffer (LüP) verstanden wurde, daher erhielten viele Wagen zunächst eine falsche Gattungsbezeichnung mit fehlendem m.
6 
In der Ursprungsversion von 1965 war m nur für E, G, I, K, O und R vorgesehen.
7 
In der Ursprungsversion von 1965 war mm nur für K, O und R vorgesehen.
8 
In der ab 1980 gültigen Version entfallen, blieb aber zum Teil noch länger angeschrieben.
9 
In der bis 1979 gültigen Version nicht enthalten und wurde erst später eingeführt.
10 
In der bis 1979 gültigen Version wurden sowohl Wagen mit dosierbarer als auch mit schlagartiger Schwerkraftentladung mit d bezeichnet.
11 
„üSOK“ steht für „über Schienenoberkante“.
12 
Fördereinrichtungen können nicht eingesetzt werden.

Nationale Kennbuchstaben

Der zweistellige Code für das Eigentumsmerkmal wurde als Kennziffer in der Wagennummer verwendet, seit 2005 wird der zweistellige UIC-Ländercode verwendet. Mit dem UIC-Ländercode wird das Herkunftsland eines Fahrzeugs festgelegt. Zusätzliche nationale Kennbuchstaben, die nicht den UIC-Richtlinien folgen, werden mit einem Bindestrich vom UIC-Gattungszeichen getrennt.

Ländercode 50: DR

Weitere Informationen für Gattungen, Gültigkeitszeitraum ...
für Gattungen Gültigkeitszeitraum Bedeutung
t Gbkl, Hkr 1968 bis 1979 mit Sondereinrichtungen für Mannschaftstransporte
u E, G, K, R 1968 bis 1979 unbrauchbar für Militärtransporte
v E, T
G, H
U
1968 bis 1979
1968 bis 1993
1980 bis 1993
nicht geeignet für Be- und Entladung mit Kran
mit Dachluken (Ladeöffnungen im Dach)
für Zement
w U
Z
1968 bis 1979
1980 bis 1993
für flüssige Brenn- und Treibstoffe
x E
Uc
1980 bis 1993
1968 bis 1993
mit Stahlfußboden
für Kohlenstaub
y Uc
T, U, Z
1968 bis 1979
1980 bis 1993
Chemiebehälterwagen
mit Innenauskleidung
z K, L, R, S
G, I
1968 bis 1979
1980 bis 1993
abnehmbares Bühnengeländer
mit Dampfheizleitung
zz F 1980 bis 1993 mit Dampfheizleitung und -einrichtung
Schließen

Ländercode 80: DB

Weitere Informationen für Gattungen, Bedeutung ...
für Gattungen Bedeutung
tH
L
Transportschutzeinrichtung Daberkow (bis 30. April 1994)
lichte Beladebreite an der Stirnseite unter 2,45 m
ttHverriegelbare Trennwände (bis 30. April 1994)
uE, F, S
G, H, I, K, L, T
hydraulische Kippeinrichtung
Dampfheizleitung
valleelektrische Heizleitung für 1000 oder 1500 Volt
vvalleelektrische Heizleitung und Heizeinrichtung für 1000 oder 1500 Volt
wG,H,Sdurchgehende Funkenschutzabdeckung
wwalleFunkenschutzblech gemäß UIC-Merkblatt 543
xEmit Stahlfußboden (ab 1. Januar 1994)
zF
H
T
Muldenkippwagen
Wagen für Leig-Einheit
Wagen wird als Td oder Tdg eingesetzt
zzFbKübelwagen
Schließen

Ländercode 85: SBB

Weitere Informationen für Gattungen, Bedeutung ...
für Gattungen Bedeutung
talleSpeiseleitung (10 bar)
uF
H
Elektro-hydraulische Kippvorrichtung
Kühlgerät
valleelektrische Heizleitung 1000 Volt Wechselstrom (1623 Hz)
wR, S, UBewegliches Handbremsgeländer und Bremsspindel (demontier/umklappbar)
wwHFunkenschutzblech gemäß UIC-Merkblatt 543
xH
S, L
2-achsig mit Trommelbremse
ACTS-Drehrahmen
yH
F
R, S
Isoliert
kleiner Laderaum (< 20 m³)
Scheibenbremsen
zG, Hmit zwölfadrigem UIC-Kabel
Schließen

Siehe auch

Literatur

  • Kennzeichnung der Güterwagen. UIC-Kodex 438-2 V. 7. Ausgabe. Internationaler Eisenbahnverband, 1. Juli 2003.

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks