Centrum Bavaria Bohemia
deutsche Organisation
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Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee ist ein Kulturzentrum in der Oberpfalz, tätig insbesondere auch in den Regionen Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern auf bayerischer Seite und die Regionen Pilsen, Karlsbad und Südböhmen auf tschechischer Seite. Das Kulturzentrum fungiert als zweisprachige Kontakt-, Vernetzungs- und Informationsstelle, koordinierende und kulturelle Drehscheibe zwischen den angrenzenden bayerischen und tschechischen Nachbarregionen. Das CeBB wurde von der Stadt Schönsee 2006 im ehemaligen Kommunbrauhaus errichtet. Träger ist der 2004 gegründete gemeinnützige Verein Bavaria Bohemia e. V. Seit 2016 ist das Centrum Bavaria Bohemia im Auftrag des BayStMBW Koordinierungsstelle für die bayerisch-tschechische kulturelle Zusammenarbeit.
Ziele und Tätigkeit
Im Mittelpunkt des Engagements stehen Ausbau und Vertiefung der kulturellen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit in den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen – Oberfranken, Karlsbader Bezirk, Oberpfalz, Pilsner Bezirk, Niederbayern und Bezirk Südböhmen. Zum öffentlichen Programm gehören Vorträge, Lesungen, Konzerte, KulturTouren nach Tschechien und wechselnde Ausstellungen.
Seit 2007 wird jährlich der Preis Stavitel mostů (Brückenbauer) verliehen. Den Preis erhalten Persönlichkeiten und Partnerprojekte, Kulturvereinigungen oder Initiativen, die sich um die Völkerverständigung zwischen Deutschland und Tschechien verdient gemacht haben und sich vor allem ehrenamtlich grenzüberschreitend engagieren. 2009 wurde der erste Ehrenpreis verliehen, ab 2010 werden Ehrenpreise alle zwei Jahre verliehen.
Trägerschaft
Nach dem Abschluss der von der Stadt Schönsee getragenen Baumaßnahme hat der im Jahr 2004 gegründete Verein Bavaria Bohemia e. V. mit Mitgliedern aus Bayern und Tschechien die Trägerschaft über das Projekt und die programmatische Umsetzung übernommen.
Gebäude
Das Centrum Bavaria Bohemia befindet sich im ehemaligen Kommunbräuhaus der Stadt Schönsee. Das Gebäude ist als Baudenkmal in der Denkmalschutzliste eingetragen. Die Sanierung und Erweiterung zur Nutzung als grenzüberschreitendes Kulturzentrum erfolgte in den Jahren 2004 bis 2006. Die gelungene Gebäudesanierung wurde 2007 in Best Architects 08 präsentiert und mit dem Bayerischer Bauherrenpreis und dem Regionalpreis 2009 des BDA Regensburg - Niederbayern - Oberpfalz ausgezeichnet.[1]
Vereinbarung
Am 2. März 2026 hat Landrat Thomas Ebeling, 1. Vorsitzender des Vereins Bavaria Bohemia e. V. (Schönsee), mit Martin Geilhufe, 1. Vorsitzender des BUND Naturschutzes in Bayern e. V. (BN), und Hubert Weiger, BUND-Beauftragter für das Grüne Band Europa und Deutschland, eine Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit für einen zentraleuropäischen Abschnitt des Grünen Bandes Bayern-Tschechien unterzeichnet.[2][3]
Im Rahmen der Unterzeichnung haben folgende Teilnehmer diese Punkte betont: Landrat Thomas Ebeling: "Das Centrum Bavaria-Bohemia und der BUND Naturschutz in Bayern e. V. (BN) mit dem Nationalen BUND-Kompetenzzentrum Grünes Band in Nürnberg setzen sich seit Langem für die Erhaltung und Weiterentwicklung des grenzübergreifenden Natur- und Kulturraums Grünes Band ein, in engem Austausch mit tschechischen Partnerorganisationen. Dies wollen wir in Zukunft verstärkt gemeinsam tun und im Rahmen der heute unterzeichneten Kooperationsvereinbarung vertiefen. Dies betrifft auch das gemeinsame Ziel, das Grüne Band als UNESCO-Welterbestätte - als Natur- und Kulturerbe - zu etablieren."
"Zur Zeit des Kalten Krieges bildete der scharf bewachte und menschenverachtende Eiserne Vorhang die Grenze zwischen Bayern und Böhmen. Die bayerisch-böhmische Nachbarschaft ist durch wechselhafte Beziehungen gekennzeichnet - von regem kulturellem und wirtschaftlichem Austausch, aber auch Konflikten bis hin zur kompletten Trennung im Kalten Krieg. Der grenzübergreifende Kulturraum Bayern-Tschechien steht exemplarische für die bewegte europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts. Er ist grenzübergreifender Begegnungsraum und Lernort für Demokratie und europäisches Denken für kommende Generationen und ein erfolgreiches Beispiel, wie eine Nachbarschaft in Europa funktionieren kann“, so Hubert Weiger, BUND-Beauftragter für das Grüne Band und Ideengeber für die Grüne-Band-Europa-Initiative. "Die bayerisch-böhmische Grenzregion ist zudem aus naturschutzfachlicher Sicht von besonderer Bedeutung, sie beherbergt verschiedene wertvolle Lebensräume von Wildnisflächen bis zu Relikten traditioneller Kulturlandschaften. Dies bietet die beste Voraussetzung für eine außergewöhnlich große Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, unter ihnen Raritäten wie Flussperlmuschel, Goldenem Scheckenfalter, Waldbirkenmaus und Arnika. Heute ist der Bereich zwischen Bayern und Böhmen ein wichtiger Knotenpunkt überregionaler Biotopverbundachsen." betonte BN-Vorsitzender Martin Geilhufe.
Die Aktivitäten an der bayerisch-tschechischen Grenze werden in enger Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern umgesetzt. In dem bis zu 12 Kilometer breiten ehemaligen militärischen Sperrgebiet auf östlicher Seite der Grenze verschwanden Dutzende von Dörfern und die Landnutzung wurde den Bedarfen des Militärs und der Grenzpolizei untergeordnet. „Heute finden wir in diesem Bereich Spuren der Siedlungs- und Flurstrukturen der Landwirtschaft vor der Mechanisierung, die anderswo längst verschwunden sind. Das Chráněná krajinná oblast (CHKO) Český les / Landschaftsschutzgebiet (LSG) Böhmischer Wald erhält und pflegt diese ‚Landschaft mit Gedächtnis‘ und nutzt sie für Umweltbildung und sanften Tourismus“, so der Direktor des Großschutzgebiets Dr. Tomáš Peckert von der Tschechischen Agentur für Natur- und Landschaftsschutz (AOPK).