Benjamin Gerritsz. Cuyp
niederländischer Maler
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Familie und Lebenslauf
Cuyp war ein Sohn des Malers und Glasmalers Gerrit Gerritsz. Cuyp d. Ä. (–Mai 1644) und dessen zweiter Ehefrau Everijnken (geborene Albertsdochter). Aus der ersten Ehe seines Vaters (⚭ 1585) mit Geerten (geborene Mathijsdochter, † 1601) hatte er sechs Halbgeschwister,[1] darunter die Maler Abraham Gerritsz. Cuyp (etwa 1585 bis vor 1644, Maler und Glasmaler)[2] und Jacob Gerritsz. Cuyp (1594–1651/52, Historien-, Porträt- und Tiermaler).[3] Am 17. oder 27. Januar 1631 trat er zugleich mit seinem Bruder Gerrit Gerritsz. Cuyp d. J. (April 1603–nach 1644)[4] in die Dordrechter Lukasgilde ein. Gemeinsam mit seinem Neffen Aalbert Cuyp[5] (1620–1691)[6] hatte er die Malerei bei seinem älteren Stiefbruder Jakob Gerrits Cuyp erlernt. Er lebte seit 1643 in Den Haag, war jedoch am 27. Juli 1644 wieder in Dordrecht, wo im Mai sein Vater verstorben war. Anschließend ging er für einige Zeit nach Utrecht. Am 6. August 1652 verfasste er im Haus seines Verwandten Jan Huymans in Dordrecht ein Testament und starb dort kurz darauf.
Œuvre
Sein Stil wurde stark durch Rembrandt, Leonaert Bramer und Abraham Bloemaert beeinflusst. Die neu-testamentarische Historie, insbesondere die Geburt Christi, bildet den Kern seines Œuvres. In verschiedenen Ausfertigungen malt er die Verkündigung an die Hirten, die Anbetung Christi durch die Hirten und die Anbetung Christi durch die Könige. Auch von seiner Befreiung Petri sind heute 15 Versionen bekannt. Daneben malte er mit kleinen Figuren auch Reitergefechte und Szenen aus dem bäuerlichen Leben in goldigen Farben. Sein Kolorit wird oftmals „von Gelb und Brauntönen über hellbrauner Grundierung bei teilweiser grauer Untermalung“ bestimmt. Seine „sehr breite, offene und skizzenhaft anmutende Malweise formt die Gegenstände nicht modellierend, sondern durch Farbzonen Farbübergänge, schleierartige Lasuren, Glanzlichter und sichtbaren Pinselduktus“[7].
Ca. 300 Werke sind von ihm erhalten, deren Datierung deswegen schwierig ist, weil er diese oft signierte, aber so gut wie nie datierte. Sie sind in vielen bedeutenden öffentlichen Sammlungen auf der Welt vertreten.
Werke in bedeutenden Sammlungen (Auswahl)




- Joseph, die Träume des Mundschenken und des Bäckers im Gefängnisse auslegend, 73,5 × 62 cm, Rijksmuseum, Amsterdam, Inv.-Nr. SK-A-773
- Bauerninterieur, 51,5 × 67 cm, Rijksmuseum, Inv.-Nr. SK-A-3297
- Die Grablegung Christi, 75 × 60 cm, Rijksmuseum, Inv.-Nr. SK-A-2857
- Die Anbetung der Könige, 127,8 × 191,5 cm, Königliches Museum der Schönen Künste (Antwerpen), Inv.-Nr. 5018
- Soldaten im Stall, 33,7 × 43,2 cm, Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam, Inv.-Nr. 1179
- Die Wiederauferstehung Christi, 34,5 × 27 cm, Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Sammlungs-Nr. NK 2107
- Interieur mit trinkenden Soldaten beim Kartenspiel, 59 × 74,5 cm, Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Sammlungs-Nr. NK 3287
- Fischverkäufer am Strand, 81 × 115,5 cm, Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Sammlungs-Nr. NK 2486
- Die Verkündigung an die Hirten, 101 × 99,5 cm, Eremitage (Sankt Petersburg), Inv.-Nr. ГЭ-3000
- Im Militärlager, 88 × 149,8 cm, National Trust, Melford Hall, Inv.-Nr. 926835
- Beschneidung Christi, 77,7 × 103,6 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. 4971
- Feldschlacht, 136,8 × 240,7 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlung, Alte Pinakothek, Inv.-Nr. 1197
- Ein Engel entfernt den Grabstein Christi, 115 × 84 cm, Schwedisches Nationalmuseum, Inv.-Nr. NM 1325
- Bauern in einer Taverne, 53 × 76 cm, Szépművészeti Múzeum. Budapest, Inv.-Nr. 3825
- Scharmützel mit Infanterie und Kavallerie, Nationalmuseum Warschau, Inv.-Nr. M.Ob.1817 MNW
- Befreiung des Heiligen Peters aus dem Gefängnis, 24,5 × 38 cm, Nationalmuseum Warschau, Inv.-Nr. M.Ob.1709 MNW
- Die Auferstehung des Lazarus, 81 × 112,6 cm, Musée des Beaux-Arts de Valenciennes, Inv.-Nr. P.46.1.223
- Die Parabel vom blinden Mann, 76,5 × 70,5 cm, National Museum Cardiff, Inv.-Nr. NMW A 30
Literatur
- Alfred von Wurzbach: Cuyp, Benjamin Gerritsz Cuyp. In: Niederländisches Künstler-Lexikon : mit mehr als 3000 Monogrammen. Band 1: A–K. Halm und Goldmann, Wien 1906, S. 368–369 (Textarchiv – Internet Archive).
- Karl Lilienfeld: Cuyp, Benjamin Gerritsz. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 8: Coutan–Delattre. E. A. Seemann, Leipzig 1912, S. 229 (Textarchiv – Internet Archive).
- Jan Leendert van Dalen: Cuyp, (Benjamin). In: Petrus Johannes Blok, Philipp Christiaan Molhuysen (Hrsg.): Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek. Teil 7. N. Israel, Amsterdam 1974, Sp. 349 (niederländisch, knaw.nl / dbnl.org – Erstausgabe: A. W. Sijthoff, Leiden 1927, unveränderter Nachdruck).
- Alan Chong: Benjamin Gerritsz. Cuyp. In: The Dictionary of Art. Band 8: Cossiers to Diotti Macmillan, Grove’s dictionnaries, London / New York 1996 $, S. 293.
- Cuyp, Benjamin Gerritsz. In: Die holländischen und flämischen Gemälde des 17. Jahrhunderts : kritischer Katalog mit Abbildungen aller Werke. Niedersächsisches Landesmuseum, Hannover 2000, ISBN 3-929444-27-5, S. 126–129 (Textarchiv – Internet Archive – Leseprobe).
Weblinks
- Benjamin Gerritsz. Cuyp – Dutch painter. In: Encyclopædia Britannica. (englisch).
- Benjamin Gerritsz Cuyp(niederländisch, 1612–1652). artnet.de
- Benjamin Gerritsz. Cuyp sammlung.pinakothek.de