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Erich Prenzlau (* 06.Juli 1895 in Berlin Charlottenburg; † 25. September 1944 in Justizvollzugsanstalt Brandenburg a. d. Havel) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Erich Prenzlau wurde 1895 in Berlin Charlottenburg geboren und ging dort acht Jahre zur Volksschule. Er lernte bei der Firma Grumbach in Berlin den Beruf Kaufmann. Im März 1915 wurde er zum Militär eingezogen. Nach 1918 war er bei verschiedenen Berliner Firmen als kaufmännischer Angestellter tätig, außerdem war er kurze Zeit als Kaufmann selbständig und fuhr 1927 bis 1932 Taxi (Kraftdroschke) in Berlin. Er war 1931-1932 Mitglied der KPD im Unterbezirk Berlin-Friedrichshain. Im Jahr 1943 war er in Berlin-Tempelhof bei der Firma Eltron angestellt. Prenzlau war verheiratet und hatte ein Kind. Bei seiner Verhaftung wohnte er in der Heidenfeldstraße 5 im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain. [1] Am 30. März 1944 wurde Erich Prenzlau durch den Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Neun weitere Mitglieder traf an diesem Tag das Urteil der NS-Justiz. [2] Erich Prenzlau wurde am 25.September 1944 in Brandenburg-Görden durch die NS-Justiz ermordet.

Widerstand

Der Kampfbund um Erich Prenzlau (auch „Gruppe Prenzlau“) war eine kommunistische Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus in Berlin und Brandenburg, deren zentrale Figur Erich Prenzlau war. Er gilt als Gründer und politischer Kopf der Organisation und verstand sich als Wiederbegründer einer illegalen KPD. Der Kampfbund fungierte dabei als Vorfeldorganisation für einen geplanten Parteiaufbau.

Prenzlau prägte die ideologische und organisatorische Ausrichtung der Gruppe maßgeblich. Seit Mitte 1941 verfasste er, unter Einbeziehung von Vorschlägen der anderen Mitglieder, die Flugschrift unter dem Namen „Die Rote Fahne“, die er selbst auf seiner Schreibmaschine herstellte und verbreiten ließ. Zudem organisierte er konspirative Strukturen, etwa durch die Ausgabe von braunen Kunstoffscheibchen als Erkennungszeichen für Mitglieder. Gemeinsam mit Ernst Kühn und Fritz Klabunde baute er Strukturen für die Arbeit in Betrieben auf.

Er organisierte politische Aktivitäten wie illegale Versammlungen und Gedenkveranstaltungen, darunter Feiern zum 1. Mai sowie eine Veranstaltung für Lenin, Luxemburg und Liebknecht im Februar oder März 1943, bei der er als Redner vorgesehen war. Diese Aktivitäten wurden ihm später von der NS-Justiz zur Last gelegt.

Die Gruppe, deren Anfänge bis in die Vorkriegszeit zurückreichen, sammelte sich ab Ende 1941/Anfang 1942 neu, insbesondere um Prenzlau, Wilhelm Jakob und Gustav Dziobaka, die damit eine "autonome" kommunistische Organisation bildeten. [3] Jakob, ein erfahrener KPD-Funktionär, hielt politische Referate. Treffen fanden unter anderem in Gaststätten in Berlin-Friedrichshain statt, insbesondere im Bereich Landsberger Allee sowie an der Gastwirtschaft Ecke Petersburger Straße/ Heidenfeldstraße. In dieser Straße wohnte Prenzlau zum Zeitpunkt seiner Verhaftung.

Ein Schwerpunkt der Tätigkeit lag auf der Einflussnahme in Betrieben in Berlin sowie in Industrieorten wie Ludwigsfelde (Daimler-Benz) und Wildau (BMAG). Dort wurde auch zur Sabotage der Rüstungsproduktion aufgerufen. Ergänzend kam es zu vormilitärischen Übungen im Umland, etwa in einem Waldgebiet bei Niederlehme. Hier bewohnte Wilhelm Jakob eine Laube.

Prenzlau war im Luftfahrtministerium beschäftigt und wurde 1942 kurzzeitig wegen der Weitergabe eines Flugblattes verhaftet. Trotz der damit verbundenen Überwachungsgefahr setzte er seine illegale Tätigkeit fort. [4]

Im Mai 1943 wurde die Gruppe durch die Gestapo zerschlagen, nachdem eine Mitgliederliste mit etwa 40 Namen entdeckt worden war. Es folgten mehrere Prozesse vor dem Volksgerichtshof und dem Kammergericht Berlin. Diese endeten vielfach mit Todesurteilen. Auch Erich Prenzlau wurde zusammen mit weiteren Angeklagten zum Tode verurteilt. Die Verfolgung betraf zudem führende Mitglieder wie Wilhelm Jakob aus Niederlehme sowie weitere Beteiligte aus Ludwigsfelde, Wildau und Berlin.[5]

Ehrungen

In der Heidenfeldstraße 3 in Berlin-Friedrichshain erinnert eine Gedenktafel an Erich Prenzlau, in dieser Straße wohne Prenzlau bis 1943 [6]

Literatur

  • Hans-Rainer Sandvoß: Mehr als eine Provinz: Widerstand aus der Arbeiterbewegung 1933-1945. Lukas, Berlin 2019, S. 532ff.
  • Hans-Rainer Sandvoß: Die "andere" Reichshauptstadt: Widerstand aus der Arbeiterbewegung in Berlin 1933-1945. Lukas, Berlin 2007, S. 487ff.
  • Johannes Tuchel Die Todesurteile des Kammergerichts 1943-1945 Lukas, 2016, S. 80ff.
  • Digitalisat der Anklageschrift gegen Erich Prenzlau, Bestand: Bundesarchiv, BArch R 3017, Signatur: R 3017/34181

Einzelnachweise

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