Benutzer:Kiew86/Degtjarіwska-Straße
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Die Degtjarіwska-Straße (ukrainisch Дегтярі́вська ву́лиця) ist eine Straße in der Stadt Kiew. Die Straße liegt im Ortsteil Lukjanowka im Rajon Schewtschenko und verbindet Lukjaniwski-Platz mit Siegesprospekt. Sie kreuzt dabei die Dmitrіwska wulizja, Staroschitomirskoje Chaussee, Bjelorusskaja wuliza, Berditschewskaja wuliza, wuliza Nitrofana Downar-Sapolskowo, wuliza Semi Cholowych, Zoologitescheskaja wuliza, wuliza Alexandra Dowschenko, wuliza Eleni Teligi, wuliza Wassilja Makucha, wuliza Jewgenii Mitotschnitechenko, Parkowo-Sysrezkaja wuliza , wuliza Schambila Schabejwa, wuliza Schtschpaka und die Lagernaja wuliza. Bebaut ist die Straße mit Wohngebäuden verschieder Epochen, Kasernenbauten des ausgehenden 19. / beginnenden 20. Jahrhunderts, dem Lukjaniwski-Gefängnis und weiteren Zweckbauten.
| Degtjarіwska-Straße Дегтярі́вська ву́лиця | ||
|---|---|---|
| Degtjarіwska wulizja, 2013 | ||
| Basisdaten | ||
| Ort | Kiew | |
| Ortsteil | Schewtschenko | |
| Hist. Namen | Staroschitomirskoje Chaussee, Degtjarіwska, Straße der Roten Kommandeure, Parchomenko | |
| Plätze | Lukjaniwska ploschtscha | |
| U-Bahn-Stationen | ||
| Nutzergruppen | Autoverkehr, ÖPNV | |
| Technische Daten | ||
| Länge | 4,5 km | |
Geschichte
Die Straße entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhundert im Rahmen der Erweiterung der Stadt Kiew nach Westen entlang des Alten Schitomirer Weges und wurde zunächst als Alt-Schitomirer Chaussee (Staroschitomirskoje Chaussee) bezeichnet, eine erste Erwähnung lässt sich auf 1865 datieren. Später wurde der Teil der heutigen Straße zwischen der Zoologischen Straße bis zum Siegesprospekt Alt-Schitomirer Chaussee oder Alte Schitomirer Postsstraße genannt, bis er 1968 Teil der Degtjarіwska-Straße wurde. Im Jahre 1908 wurde die Straße zu Ehren des russischen Unternehmers Michail Degterjow benannt, der auch Sohn des ersten Bürgermeisters der Stadt Kiew war. Diesen Namen hat die Straße 1992 wieder erhalten. Von an 1939 lautete die offizielle Bezeichnung zunächst "Straße der Roten Kommandeure", bevor sie 1944 den Namen des sowjetischen Militärs Alexander Parchomenko erhielt.

Die Straße ist eng mit dem Schicksal der jüdischen Bevölkerung der Stadt Kiew während der deutschen Besetzung verbunden. Im Herbst 1941 wurden der jüdischen Bevölkerung befohlen, sich in der Straße[Anm. 1] zu versammeln, bevor sie von Angehörigen der SS und Wehrmacht sowie ukrainischen Nationalisten zur Tötung nach Babyn Jar getrieben wurden.
Bebauung
In der Straße befinden sich nebender Wohnbebauung mehrere historisch oder architektonisch bemerkenswerte Gebäude.
Degtjarіwska-Straße Nr. 5 - Volkshaus Lukjaniwski
In der Degtjarіwska-Straße Nr. 5 befindet sich das Volkshaus Lukjaniwski. Es entstand ursprünglich bereits 1897 als eine Zweigstelle der Abstinenzlergesellschaft und befand sich ursprünglich in einem kleinen Holzhaus. Das jetzige Gebäude wurde von 1900 bis 1902 gebaut. Entworfen wurde es vom russischen Architekten Michail Grigorjewitsch Artynow. Ab 1917 wurde hier ein Klub der Werktätigen eingerichtet. In den 1920er Jahren erfolgte eine Übergabe an die Gewerkschaftsorganisation der in unmittelbarer Nähe liegenden Depots der Straßenbahn Kiew, die das Gebäude ebenfalls als Klubhaus nutzte. Diese Nutzung dauerte bis in die frühen 2000er Jahre an und wurde nur durch die Nutzung als Lazarett in den Jahren des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Seit 2005 wird das Volkshaus von der Kiewer Kleinoper als Spielstätte genutzt.
Degtjarіwska-Straße Nr. 6/7 - Straßenbahndepot und Kraftwerk
Für die neuerbaute Lukjaniwski- Linie, die ab den 1890er Jahren den westlichen Teil der Stadt erschloss, wurde am Lukjaniwski-Platz ein Straßenbahndepot mit dazugehörigem Kraftwerk errrichtet. Der Gebäudekomplex entstand in den Jahren 1890 bis 1910. Diese erste neugebaute Linie der Dampfstraßenbahn Kiew wurde am 13. Juli 1892 eröffnet. Die Lukjanowski-Linie war eine Verlängerung der Lwower Linie und führte vom Heumarkt (Сенная площадь), heute Lwiwer Platz, über die Lwower Straße zum damaligen Ljukanowski-Basar. An diesem Endpunkt entstand das Depot und später in unmittelbarer Nachbarschaft das Kraftwerk. Die Umstellung der Strecke auf elektrische Traktion erfolgte 1895. Das Depot selbst nahm seine Arbeit 1892 auf und wurde 2005 endgültig geschlossen, als die Zahl der Depots der Kiewer Straßenbahn auf drei reduziert wurde.
Lukjaniwski-Gefängnis
Das Lukjaniwska-Gefängnis, auch Lukjaniwski-Schloss genannt, entstand in den Jahren 1859 bis 1862 und ist bis heute in Betrieb. Der Komplex besteht aus mehreren Gebäuden.
Das älteste Gebäude wird „Katka“ genannt und soll einer Legende nach bereits zur Zeit der Kaiserin Katharina II. gebaut worden sein. In diesem Teil des Komplexes befinden sich die Zellen für Häftlinge, die zur lebenslanger Haft verurteilt worden sind. Zu Zeiten der Sowjetunion und bis zur Aussetzung der Todesstrafe waren hier auch Häftlinge, die zum Tode verurteilt waren, hier inhaftiert.
Der zweitälteste Teil des Komplexes ist das „Stolypin“ genannte Gebäude, dass zu Zeiten des gleichnamigen Ministerpräsidenten gebaut wurde. Zwei Anbauten entstanden zu Zeiten der Sowjetunion und wurden nach dem damalas amtierenden Generalsekretär der KPdSU den Namen "Breschnewka", der während der Amtszeit des ersten Präsidenten der Ukraine Leonid Kutschma fertiggestellte Anbau folgerichtig "Kutschmowka".
Gemeinnützigen Einrichtungen Degtjarіwska
Seit 1938 Jahren war in dem Gebäudekomplex die Panzertechnsiche Offiziershochschule der Sowjetarmee untergebracht. 1999 wurde die Hochschule, nachdem sie 1992 von den ukrainischen Streitkräften übernommen worden war, aufgelöst. Seitdem wird der Gebäudekomplex vom Kommando Landstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte genutzt.
Luzki-Kaserne
Der Gebäudekomplex der Luzki-Kaserne wurde im Jahr 1911 errichtet. Für die längste Zeit seines Bestehens wurde er militätisch genutzt. Bis 1992 befand sich in dem Komplex die 5. Fakultät der Kiewer Fla-Raketentechnischen Hochschule "S. M. Kirow", an der Offiziere und Offiziersschüler der Streitkräfte der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages, aber auch aus Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika ausgebildet wurde. Gegenwärtig wird das Gebäude vom Zoll der Ukraine genutzt.
- Volkshaus Lukjaniwski
- Kraftwerk der Straßenbahn Kiew am Lukjaniwski-Platz
- ehemaliges Depot der Straßenbahn Kiew am Lukjaniwski-Platz
- Gefängnis Lukjaniwski
- Gebäudekomplex der gemeinnützigen Einrichtungen Degtjarіwska
- Luzki-Kaserne
Verkehr
In der Straße befand sich westlich der Kreuzung mit der ### der Kiewer Güterbahnhof. Dieser bahnhof enstand am Endes des 19. Jahrhunderts und wurde zu Beginn der 1950er Jahre abgebrochen, da er die weitere Entwicklung des Stadtgebietes störte.
Weblinks
Literatur
- «Киев. Энциклопедический справочник», Глав. ред. Украинской Советской Энциклопедии, 1985. (russisch)
Anmerkungen
- Die genaue Zuordnung des Platzes ist problematisch. Es kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei der Dokhturovska-Straße um eine Falschschreibung der Degtjarіwska-Straße, wurde diese doch in deutschen militärischen Karten als Dechtjariwskaja-Straße handelt. Die Ecke Degtjarіwsk/Melnikowa bedindet sich jedoch am Lukjaniwska-Platz, während der Friedhof am westlichen Ende der Melnikowa bzw. damaligen Degtjarіwska- Straße liegt. Zwischen dem Friedhof und der Luzki-Kaserne befand sich nördlich der Straße das Gelände des Kiewer Güterbahnhofs, teilweise waren die Anschlussgleise im verbreiterten Planum der Degtjarіwska-Straße verlegt.

