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Benutzerin:Motmel/Johann Conrad Tiefert

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Ein Notenkopist der Bayreuther Hofkapelle, der Wilhelmines Cembalokonzert kopierte.

Johann Conrad Tiefert, 1720 -~1792 war als Oboist ab 1755 im Bayreuther Hofkalender verzeichnet. Er spielte vorher (und weiterhin?) als Oboist in des Markgrafen Friedrichs (1711-1763) Militärkapelle.[1] Sein Engagement im Hoforchester erhielt er vermutlich schon 1754 wegen der Aufführung der Oper L'Huomo[2] anlässlich des Besuches Friedrichs des Großen in Bayreuth, wofür die Bläsergruppe im Orchester erweitert wurde.[3] Im Staatsarchiv Bamberg[4] ist Tiefert („Differt“) bereits im Jahr 1759 als Kopist einer größeren Sache gelistet (die nicht näher benannt ist).

Kopisten-Handschriften mit Bayreuther Komponisten

Auch das Stadtarchiv Bayreuth zeigt u. a. Tieferts Kopisten-Handschrift innerhalb mehrerer Notenkopien Bayreuther Hofkomponisten („di Pfeiffer“, „di Kleinknecht“ usw.), überliefert in der Notensammlung des Violinisten Helmuth Heinrich Gustav von Flotow (1741-1797), der in Bayreuth verbeamtet war und auf Schloss Göppmannsbühl (nahe Bayreuth) lebte.

Unter dem letzten Bayreuther Markgrafen der Residenzzeit Friedrich Christian (regierte 1764-1769), der ein „Genauer“ war, ist Tiefert offiziell als Kopist, zusammen mit weiteren Kopisten im Hofkalender angegeben.[5] Tiefert kopierte Wilhelmine von Bayreuths Cembalokonzert, das dürfte bereits mit seiner Bamberger Kopistennotiz von 1759 u. a. im Zusammenhang stehen. Da ging es um ein Mitbringgeschenk zu einer familiären Hochzeit in diesem Jahr in Wolfenbüttel. Dass es sich bei dieser Noten-Kopie „di Wilhelmine“ um eine deutlich bearbeitete Fassung des Cembalo-Konzertes handelt, weist auf das Vorhandensein der dafür nötigen Partitur am Bayreuther Hof als Vorlage. Dieser Umstand trägt zur sicheren Identifizierung der Autorschaft des Concerto von Wilhelmine von Bayreuth bei, die von der Musikwissenschaftlerin Sabine Henze-Döring seit 2009 ausgeschlossen wird. Tiefert kopierte auch die Partitur zur Oper L'Huomo (die einzige heute bekannte), was auf denselben familiären Zusammenhang (Mitbringgeschenk) weist, denn beide Handschriften befinden sich heute in der Bibliothek der Philippine Charlotte von Preußen, einer Schwester Wilhelmines.[6] Philippine Charlotte wurde nämlich nach Wilhelmines Tod 1758 die Schwiegermutter des Markgrafen Friedrich, der am 20. September 1759 ihre Tochter, Wilhelmines Nichte Sophie Caroline, heiratete. Dieses Familienereignis wird im Bild von Johann Heinrich Tischbein dargestellt.

Markgraf Friedrich kommt im September 1759 zu Pferd aus Bayreuth in Wolfenbüttel zur Hochzeit an. Seine Braut (und zweite Frau) Sophie Caroline, deren jüngster Bruder auf dem Pferd reiten darf, steht ihm gegenüber; hinter ihr betrachten ihr Vater und ein älterer Bruder eine Landkarte (wohl die Strecke von Bayreuth nach Wolfenbüttel). Ganz rechts im Bild wird von den jüngeren Schwestern Musik gemacht.[7] Das große Familien-Gemälde Tischbeins d.Ä. im Kasseler Museum[8] entstand innerhalb längerer Zeit während des 7-jährigen Krieges.

Matthias Spindler: Tiefert hier enthalten, alphabetisch

Aus der Quelle Weimar, der vollständigen Fassung des Cembalokonzerts

Einzelnachweise

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