Bidirektional
Datenübertragung von Punkt zu Punkt in beide Richtungen
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Die Eigenschaft bidirektional bedeutet beim Dialog die Kommunikation „in beiden Richtungen“, beim Telefongespräch oder einer Datenübertragung sowohl von Punkt A zu B als auch umgekehrt von B nach A. Ein Synonym dafür ist duplex (lateinisch „doppelt“).
Das Gegenteil ist unidirektional, monodirektional oder simplex, es wird nur in eine Richtung übertragen. Beispielsweise wird beim Rundfunk ein Nutzsignal gesendet und kein Signal in Gegenrichtung empfangen.
Datenübertragung
Kann man mit einer Schnittstelle sowohl Daten empfangen (Empfänger/Receiver) als auch senden (Absender/Transmitter), dann ist diese Schnittstelle bidirektional (Transceiver). Je nach Aufbau des Transceivers ist eine Übertragung in beide Richtungen gleichzeitig (Vollduplex) oder nur in einer Richtung zur gleichen Zeit (Halbduplex) möglich.
Eine unidirektionale Schnittstelle enthält dagegen nur entweder einen Receiver oder einen Transmitter.
Eine Punkt-zu-Mehrpunktverbindung (Beispiel Rundfunk) ist nicht bidirektional.
In einem bidirektionalen Ring, der mehrere Netzknoten verbindet, wird der Datenverkehr im Regelfall so gerichtet, dass beide Richtungen einer bidirektionalen Verbindung dieselben Netzknoten entgegengesetzt durchqueren. Im Fehlerfall, bei dem ein Übertragungsweg der beiden ausfällt, kann im Ring eine Protectionumschaltung stattfinden, so dass das unterbrochene Signal den Ring in der anderen Richtung durchläuft.
Elektronik
Bei elektronischen Halbleitern bedeutet „bidirektional“, dass der Strom (regulär) in beiden Richtungen durch sie fließen darf. Solche Bauteile besitzen also keine Polung. Jeder einzelne Anschluss ist also gleichzeitig Kathode und alternativ Anode. Dies trifft z. B. auf ungepolte Überspannungsschutzdioden, sogenannte ungepolte Avalanchedioden oder ungepolte Suppressordioden zu. Bei ungepolten, also bidirektionalen Schutzdioden gibt es keine Ringmarkierung an der Seite von einem der Anschlüsse, wie sie dagegen bei gepolten, also unidirektionalen Halbleiterbauelementen üblich sind. Die Begriffe „bidirektional“ und „bipolar“ dürfen hier nicht verwechselt werden, denn bipolare Halbleiter sind gepolte Halbleiter („zwei Pole“, bi bedeutet zwei), haben also je eine eindeutige Kathode und eine Anode und erlauben (regulär) nur den Stromfluss in einer Richtung.
Drucktechnik
In der Drucktechnik bei EDV-Druckern oder anderen ähnlichen Büromaschinen bezeichnet der Begriff auch eine Methode, bei der das Druckwerk sowohl bei der Hin- als auch in der Rückbewegung Zeichen zu Papier bringt. Der Ausdruck erfolgt dadurch beinahe doppelt so schnell wie beim unidirektionalen Druck. Der Nachteil hierbei ist jedoch oft ein vertikaler Versatz zwischen den beiden Zeilen, die mit einer unterschiedlichen Druckrichtung erzeugt wurden.
Anlagenbau Schalttechnik
Motoren werden bidirektional eingeschaltet, wenn zwei oder mehrere Motoren miteinander und nicht unabhängig voneinander eingeschaltet werden.
Elektromobilität
Es gibt E-Autos, die über bidirektionale Ladegeräte verfügen. Das bedeutet, dass die Akkus in solchen Fahrzeugen nicht nur Energie aufnehmen, sondern diese später auch wieder beliebig an andere E-Autos abgeben können.
Bidirektionale Texte
Bei einem bidirektionalen Text sind Textpassagen unterschiedlicher Schreibrichtung vereinigt; also etwa ein von links nach rechts zu lesender Grundtext in lateinischer Schrift, der Textfragmente in hebräischer oder arabischer Schrift enthält, die von rechts nach links zu lesen sind – oder umgekehrt.
Biologie
In der Biologie bedeutet die bidirektionale Replikation, dass sie vom Replikationsursprung in beide Richtungen startet.