Wikiwand AI

Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945

Buch From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Biografische Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945 ist ein Nachschlagewerk mit teils bebilderten Kurzbiographien von rund 5000 während der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten, gestorbenen oder in den Selbstmord getriebenen jüdischen Einwohnern der Stadt München. Das Gedenk-Buch für diese Juden in München wurde erstmals in den Jahren 2003 und 2007 in zwei Bänden als Kollektivbiographie vom Stadtarchiv München herausgegeben[1] in der Bearbeitung von Andreas Heusler.[2]

Buchdeckel des 2007 erschienenen zweiten Bandes mit einer Architekturzeichnung der Alten Hauptsynagoge München

Seit 2012 und – in einer überarbeiteten und erweiterten Form – seit Ende 2020 sind in der Kollektivbiographie neben Verfolgungsorten und Informationen zur Emigration und Deportation der Münchner Juden rund 5000 Kurzbiographien der „während der NS-Zeit ermordeten, gestorbenen oder in den Suizid getriebenen jüdischen Münchnerinnen und Münchner“ über das Internet auch online abrufbar. Ziel der fortlaufend erweiterbaren und teils mit Fotografien versehenen Online-Datenbank unter der Adresse gedenkbuch.muenchen.de ist es, „Angehörigen und Nachkommen, Wissenschaftler_innen, Heimatforscher_innen, Schüler_innen, Studierenden und allen interessierten Bürger_innen die Möglichkeit [zu bieten], den Opfern der Shoah näher zu kommen“.[3]

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter bemerkte dazu: „Das nationalsozialistische Terrorregime hat Jüdinnen und Juden das Lebensrecht abgesprochen und eine Mordmaschinerie ungeahnten Ausmaßes in Gang gesetzt. Auch die Erinnerung an jüdische Frauen, Männer und Kinder sollte komplett ausgelöscht werden. Das Biografische Gedenkbuch entreißt die Namen der Münchner Jüdinnen und Juden dem Vergessen und ist ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur in unserer Stadt.“[3]

Die bisher erfassten „wichtigsten Lebensdaten aller Frauen, Männer und Kinder, die zwischen 1933 und 1945 in München lebten und die von den Nationalsozialisten als Juden verfolgt und ermordet wurden, [soll] dem niederträchtigen Unterfangen der damnatio memoriae ein eindrückliches NEIN“ entgegenstellen. Der Menüpunkt „Kontakt“ soll zudem „Anregungen, kritische Rückmeldungen und Hinweise zur Korrektur oder Ergänzungen“ der fortlaufend aktualisierten Datenbank ermöglichen.[4]

Das Online-Gedenkbuch wird bei Vorliegen neuer Erkenntnisse zu Verfolgungsschicksalen von Opfern der Shoah in Echtzeit aktualisiert.[5]

Siehe auch

Commons: Biografisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933–1945 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks