The Wailers
jamaikanische Reggae-Band
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The Wailers (auch bekannt als Bob Marley & The Wailers, Peter Touch & The Wailers oder The Original Wailers, heute The Wailers Band) ist eine jamaikanische Roots-Reggae-Band. Sie gilt mit über 75 Millionen verkauften Tonträgern als eine der kommerziell erfolgreichsten Band der Welt, vor allem im Bereich der Reggaemusik.[1]
| The Wailers | |
|---|---|
The Wailers (1980) | |
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Reggae, Rocksteady, Roots-Reggae, Ska |
| Aktive Jahre | ab 1963 |
| Website | www.wailers.com |
| Gründungsmitglieder | |
| Bob Marley († 1981) | |
| Peter Tosh († 1987) | |
Gesang, Schlagzeug | Bunny Wailer († 2021) |
Gesang | Junior Braithwaite († 1999) |
| Beverley Kelso | |
Background Vocal | Cherry Smith († 2008) |
Geschichte
Anfang der 1960er-Jahre gründeten Junior Braithwaite sowie die Begleitsängerinnen Beverley Kelso und Cherry Smith eine Band namens The Teenagers, die sich jedoch kurz darauf in The Wailing Rudeboys (englisch (to) wail = jammern, klagen, heulen) umbenannten.
Der Musiker Joe Higgs brachte Peter Tosh das Gitarrespielen bei. Durch ihn lernte Tosh Anfang der 1960er-Jahre Bob Marley und Bunny Wailer kennen, die zusammen mit ihren Familien aus dem kleinen Dorf Nine Miles nach Kingston gezogen waren. Zusammen gründeten die drei mit The Wailing Rudeboys im Jahre 1963 die Band The Wailers (später auch The Wailing Wailers).
Angetrieben von Higgs, arbeitete die Band an Arrangements. Von ihm angespornt, bekamen sie schließlich Ende 1963 einen Vorsingtermin bei Coxsone Dodd in dessen Studio One. Das Resultat waren etliche Veröffentlichungen auf Studio One wie das erste Lied, das Tosh sang, Hoot Nanny Hoot oder One Love. 1964 landeten The Wailers mit Simmer Down sogar einen Nummer-eins-Hit in Jamaika (dieser allerdings noch im Ska-Stil). Viele bekannte Lieder folgten, bis Braithwaite und die beiden Begleitsängerinnen im Jahre 1965 die Band verließen. Aus diesem Grund brach die Band auch bald mit der Plattenfirma von Clement Dodd und kamen bei dem Label von Lee Perry, Upsetter Records, unter Vertrag. Obwohl sich auch diese Zusammenarbeit nicht finanziell auszahlte, brachte sie aber alle drei musikalisch weiter, und so blieben The Wailers die erfolgreichste Gruppe der Insel.
Im Jahre 1970 stießen zwei neue Musiker zur Band: Die Brüder Aston und Carlton Barrett, die als Bassist beziehungsweise als Schlagzeuger, fungierten. In dieser Zeit veränderte sich auch die bis dahin vom Ska dominierte Musik über Rocksteady hin zu dem, was als Roots-Reggae in die Musikgeschichte eingeht. Die gemeinsamen Wege mit Perry trennten sich im Jahr 1972. The Wailers unterzeichneten bei dem britischen Produzenten Chris Blackwell und bei seinem Label Island Records einen Vertrag.

Zu dieser Zeit hatten sie bereits ihr eigenes Label, das sie Tuff Gong nannten, gegründet. Das Studio richteten sie an der Hope Road 56 im Haus von Marley ein. Am 13. April 1973 erschien das fünfte Studioalbum Catch a Fire, eines der ersten Roots-Reggae-Arbeiten, und hob den Reggae damit auf eine komplett neue Ebene. Lieder wie Stir It Up, Trenchtown Rock oder die Marley-Tosh-Koproduktion Get Up, Stand Up machten die Wailers zu weltweit bekannten Musikern.
Mit wachsendem internationalen Erfolg steigerten sich jedoch auch die Spannungen innerhalb der Gruppe. Insbesondere Tosh traute Blackwell nicht und bemerkte zudem, dass Marley immer mehr zum großen Star avancierte, während die anderen Wailers in seinem Schatten stehen. Die Hervorhebung Marleys führt später auch zu der Umbenennung der Band in Bob Marley & The Wailing Wailers. Nachdem Tosh und Livingston auf dem Album Burnin’ (Oktober 1973) überwiegend nur noch als Begleitsänger auftreten durften, kam es zu unüberbrückbaren Zerwürfnissen, die 1974 zur Trennung führten. Tosh verließ die Band. Wailer blieb Marley aber immer freundschaftlich verbunden.[2] Er bildete sich das Gesangstrio I-Threes, bestehend aus Marleys Frau Rita Marley, Marcia Griffiths und Judy Mowatt. Zudem wurden der Band einige neue Musiker hinzugefügt.
Auch nach Marleys Tod im Jahr 1981 setzten die Wailers ihre Tourneen fort; veröffentlichten jedoch mit Jérusalem nur noch ein Album, das in Zusammenarbeit mit Alpha Blondy entstanden ist. Seit 1963 hat die Band mehrmals Wechsel auf fast allen Positionen durchgemacht, ist aber immer noch aktiv auf Tour und spielt auf ihren Konzerten vor allem die alten Lieder aus der Zeit mit Marley. The Wailers versanken jedoch ohne ihren ehemaligen Frontmann außerhalb der Reggaeszene schnell in die Bedeutungslosigkeit und werden in der breiten Öffentlichkeit kaum noch wahrgenommen. 1987 wurden Carlton Barrett und Peter Tosh erschossen, wobei private oder finanzielle Streitigkeiten sowie politische Motive vermutet wurden. Am 2. Juni 1999 wurde Junior Braithwaite ermordet.
Bandmitglieder
The (Wailing) Wailers (1963–1965)
- Bob Marley (1980)
- Peter Tosh (1978)
- Bunny Wailer (2008)
- Robert „Bob“ Nesta Marley, Leadgesang/Rhythmusgitarre/Perkussion (1963–1981)
- Winston Hubert McIntosh „Peter Tosh“, Gesang/Leadgitarre/Orgel/Keyboard (1963–1974)
- Neville O’Reilly Livingston „Bunny Wailer“, Gesang/Perkussion (1963–1974)
- Franklin Delano Alexander „Junior“ Braithwaite, Gesang/Bass (1963–1965)
- Beverley Kelso, Background-Gesang (1963–1965)
- Cherry Smith, Background-Gesang (1963–1965)
Bob Marley & The Wailing Wailers (1965–1974)
- Aston Barrett (2008)
- Robert „Bob“ Nesta Marley, Leadgesang/Rhythmusgitarre/Perkussion (1963–1981)
- Winston Hubert McIntosh „Peter Tosh“, Gesang/Leadgitarre/Orgel/Klavier (1963–1974)
- Neville O’Reilly Livingston „Bunny Wailer“, Gesang/Perkussion (1963–1974)
- Aston „Family Man“ Barrett, Bassgitarre/Perkussion (1969–1981)
- Carlton „Charlie“ Barrett, Schlagzeug (1969–1981)
- Earl „Wire“ Lindo, Keyboard/Orgel (1972–1974)
Bob Marley & The Wailing Wailers (1974–1981)
- Judy Mowatt (1977)
- Al Anderson (1978)
- Robert „Bob“ Nesta Marley, Leadgesang/Rhythmusgitarre/Perkussion (1963–1981)
- Aston „Family Man“ Barrett, Bassgitarre/Perkussion (1969–1981)
- Carlton „Charlie“ Barrett, Schlagzeug (1969–1981)
- Earl „Wire“ Lindo, Keyboard/Orgel (1978–1981)
- Albert „Al“ Anderson, Leadgitarre (1978–1981)
- Donald Hanson Marvin Kerr Richards Junior „Junior Marvin“, Leadgitarre/Backgesang (1977–1981)
- Tyrone Downie, Keyboard/Synthesizer/Backgesang (1975, 1977–1980)
- Alvin „Seeco“ Patterson, Perkussion (1974–1981)
- I-Threes:
- Alpharita Constantia Marley Anderson „Rita Marley“, Backgesang (1974–1981)
- Marcia Griffiths, Backgesang (1975–1978, 1980–1981)
- Judy Mowatt, Backgesang (1974–1981)
The Wailers Band (1981–heute)
- Donald Hanson Marvin Kerr Richards Junior „Junior Marvin“, Leadgesang (1981–1997, 2005–2022?)
- Gary „Nesta“ Pine, Leadgesang (1997–2005)
- Mitchell Brunings, Leadgesang (2022–heute)
- Aston Francis „Family Man“ („Fams“) Barrett, Bassgitarre (1981–2024)
- Carlton „Charlie“ Lloyd Barrett, Schlagzeug (1981–1987)
- Albert „Al“ Anderson, Leadgitarre (1981-heute)
- Earl „Wire“ Lindo, Keyboard/Orgel (1981-heute)
- Alvin „Seeco“ Patterson, Perkussion (1981-heute)
Gastmitglieder
- Joe Higgs, Gesang/Perkussion (1973, nach Bunny Wailers Austritt)
- Constantine Vision Walker, Backgesang (1966 bei einigen Auftritten in den USA)
- The Upsetters, Zusatzband zur Verstärkung (1967–1969; Upsetters damals noch mit den Barrett-Brüdern)
- Andrew McIntyre, Rhythmusgitarre (1989–1994)
- Patrick Merchant Grundner, Leadgesang (Sommer 1998, Europa-Tour)
- Earl „Chinna“ Smith, Leadgitarre (1976)
- Donald Kinsey, Leadgitarre (1976, 1979)
- Ian Wynter, Keyboard (1980, auf der kurzen Uprising Tour in den USA im September)
- Bernard „Touter“ Harvey, Keyboard (1974, auf Natty Dread)
- Lee Jaffe, Harmonika (1975, am Anfang der Natty Dread Tour)
- Neville Garrick, Perkussion (1978–1980; eigentlich Lichteffekte, Perkussion bei Openair-Konzerten)
- Devon Evans, Perkussion (1979, auf der Survival Tour)
- Glen Da Costa, Tenorsaxophon (1979)
- David Madden, Trompete (1979)
Diskografie
Studioalben
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen/‑monate, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen/Monate, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1966 | The Wailing Wailers Studio One (WIRL) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 1965 |
| 1970 | Soul Rebels Upsetter Records (BCM) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: Dezember 1970 |
| 1971 | Soul Revolution Part II Trojan Records (TTL) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: Juli 1971 |
| The Best of The Wailers auch bekannt als: Cheer Up, In the Beginning, Reggae!, Roots I, Shake Down oder Soul Captives Beverly’s Records (BLP) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 23. August 1971 | |
| 1973 | Catch a Fire Island Records (CBS) |
— | — | — | UK— |
US171 (5 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 13. April 1973 Verkäufe: + 207.500 |
| Burnin’ Island Records (CBS) |
— | — | — | UK— |
US151 (6 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 1973 Verkäufe: + 700.000 | |
| 1974 | Natty Dread Island Records (EMI) |
— | — | — | UK43 (5 Wo.)UK |
US92 (28 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 25. Oktober 1974 Verkäufe: + 220.000 |
| 1976 | Rastaman Vibration Island Records (EMI) |
— | — | — | UK15 (13 Wo.)UK |
US8 (22 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 30. April 1976 Verkäufe: + 760.000 |
| 1977 | Exodus Island Records (EMI) |
DE58 a (2 Wo.)DE |
AT21 (1 Mt.)AT |
CH40 a (12 Wo.)CH |
UK8 ×2 (65 Wo.)UK |
US20 (24 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 3. Juni 1977 Verkäufe: + 1.880.000 |
| 1978 | Kaya Island Records (EMI) |
DE— |
— | — | UK4 (24 Wo.)UK |
US50 (17 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 23. März 1978 Verkäufe: + 1.760.000 |
| 1979 | Survival Island Records (EMI) |
DE40 (23 Wo.)DE |
— | — | UK20 (6 Wo.)UK |
US70 (14 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 2. Oktober 1979 Verkäufe: + 590.000 |
| 1980 | Uprising Island Records (EMI) |
DE5 (67 Wo.)DE |
AT6 (7 Wo.)AT |
— | UK6 (17 Wo.)UK |
US45 (23 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 10. Juni 1980 Verkäufe: + 1.635.000 |
| 1983 | Confrontation Island Records (EMI) |
DE31 (16 Wo.)DE |
AT18 (1 Mt.)AT |
— | UK5 (19 Wo.)UK |
US55 (15 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 23. Mai 1983 Verkäufe: + 700.000 |
grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar
Tourneen
- 04/1973–07/1973: Catch a Fire Tour – England, USA
- 10/1973–11/1973: Burnin Tour – USA, Jamaika, England
- 06/1975–07/1975: Natty Dread Tour – USA, Kanada, England
- 04/1976–06/1976: Rastaman Vibration Tour – USA, Kanada, Deutschland (Hamburg, Düsseldorf), Niederlande, Frankreich, England, Wales
- 05/1977–06/1977: Exodus Tour – Frankreich, Belgien, Niederlande, Deutschland (München, Heidelberg, Hamburg, West-Berlin), Schweden, Dänemark, England
- 05/1978–08/1978: Kaya Tour – USA, Kanada, England, Frankreich, Spanien, Schweden, Dänemark, Norwegen, Niederlande, Belgien
- 04/1979–05/1979: Babylon by Bus Tour – Japan, Neuseeland, Australien, Hawaii
- 10/1979–01/1980: Survival Tour – USA, Kanada, Trinidad und Tobago, Bahamas, Gabun
- 05/1980–09/1980: Uprising Tour – Schweiz (Zürich), Deutschland (München, Köln, Kaiserslautern, Auftritt im WDR-Rockpalast in Dortmund am 13.6., Hamburg, West-Berlin, Kassel), Frankreich, Norwegen, Schweden, Dänemark, Belgien, Niederlande, Italien, Spanien, Irland, England, Schottland, USA
Literatur
- John Masouri: Wailing Blues: The Story of Bob Marley's „Wailers“. Wise Publications, 2007, ISBN 978-1-84609-689-1.
- Frank Laufenberg: Hit-Lexikon des Rock & Pop. H-R. Ullstein, Berlin 2007, ISBN 978-3-548-36920-4. S. 1387 ff.
Weblinks
- Internetauftritt der Wailers
- The Wailers at Studio One bei Bandcamp
- Bob Marley & The Wailers at Studio One bei Bandcamp
