Bolle-Areal (Spree-Bogen)
Gebiet in Berlin-Moabit
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Das Spree-Bogen- oder Bolle-Areal auch als Dienstleistungszentrum Spree-Bogen, teilweise nur Spree-Bogen ()' bezeichnet, ist ein Gebiet, bzw. ein Gebäudekomplex im Berliner Ortsteil Moabit. Das Gelände der ehemaligen Meierei C. Bolle wurde Anfang der 1990er Jahre als hochverdichtetes Dienstleistungsquartier neu bebaut. Markantestes Gebäude ist das ebenfalls als Spree-Bogen bezeichnete U-förmige Bürogebäude, das zwischen 1999 und 2015 vom Bundesinnenministerium genutzt wurde. Neben diesem befinden sich auf dem Areal ein ehemaliger Gebäudeteil der alten Meierei mit Erweiterung zur Spree, der als Hotel, Restaurant und Festsäle[1] genutzt wird. Auf dem weitreichenden Areal befindet sich am östlichen Rand in der Kirchstraße das Verwaltungsgericht Berlin und das Amtsgericht Tiergarten. Außerdem ist auf dem Areal der Firmensitz der Fritz! GmbH mit mehreren Gebäuden und weiterer Firmen.

Geschichte


Auf dem Gebiet befand sich die Hauptzentrale der 1879 gegründeten Meierei C. Bolle. In dem dortigen Backsteinbau zwischen Spree und der Straße Alt-Moabit befanden sich sämtliche Produktions- und Logistikabteilungen. Im Kopfbau der Alten Meierei war eines der ersten Berliner Kinos untergebracht, das später als Theater der Berliner Kammerspiele unzählige Grundschulkinder in die Theaterwelt einführte.
Kurz nach dem Mauerfall wurde das Gebiet 1989 vom Unternehmer Ernst Freiberger gekauft. Ab 1994 wurde das Gelände – nach Flächentausch mit dem benachbarten Focus-Teleport-Gelände – zu einem Büro- und Gewerbepark entwickelt, der zwischen 1999 und 2015 das Bundesinnenministerium beherbergte, das als einziges Bundesministerium in gemieteten Räumen arbeitete. Das Gebäude wurde von dem Architekten Bernd Kühn aus Berlin entworfen.[2]
Lage und Umfang
Das Gebiet des Spree-Bogens befindet sich westlich der Kirchstraße und verläuft bis zur Hälfte der Straße Alt-Moabit im Norden. Südlich grenzt der Spree-Bogen an die Spree. Westlich des Areals befindet sich mit dem Focus Teleport ein ab Ende der 1980er Jahre gebautes Gewerbegebiet für Technologiefirmen auf dem ehemaligen Standort der Getreidemühlen der Firma Kampffmeyer.[3] Gegenüber befindet sich das Holsteiner Ufer, östlich die Moabiter Brücke und in unmittelbarer Nähe zum Carl-von-Ossietzky-Park. Das Gebiet ist vor allem aufgrund seiner Nähe zum S-Bahnhof Bellevue und dem Hauptbahnhof attraktiv.
Zum Areal gehörten beim Bau
- der Spree-Bogen, ehemaliges Bundesinnenministerium (Architekten Kühn Bergander Bley, Berlin, 1992–1994),[3]
- die Reste der Bolle-Meierei („Alte Meierei“) mit Hotelanbau (Architekt Wolf-Rüdiger Borchardt, Berlin, 1993–1995),[3]
- das Bürogebäude des Verwaltungsgericht Berlin und des Amtsgericht Tiergarten[4] mit daran anschließender Wohnbebauung,
- und das Bürogebäude Alt-Moabit 95.[5]
In den Gebäudekomplexen befinden sich diversen Gastronomie-Betriebe, Hotels, eine Kindertagesstätte (Kita) der Arbeiterwohlfahrt (AWO)[6][7], ein Bio-Supermarkt und diverse Firmen.
Dies sind bspw.:
- Abion Spreebogen Waterside Hotel[8]
- Abion Villa Berlin[9]
- Acolad (bis 2022 Amplexor)[10]
- Carl & Sophie Spree Restaurant[11]
- Creditreform Berlin Brandenburg[12]
- Datenschutzbeauftragter-Berlin Gerd-Jürgen Golze[13]
- DBB Beamtenbund und Tarifunion-Berlin[14]
- Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
- Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen e.V.
- diverse medizinische Praxen
- Emobility Netzwerk Deutschland-Ladestation für Elektrofahrzeuge
- EP Berlin – Language School[15]
- Fritz! GmbH
- Henry Schein Medical GmbH[16]
- International Psychoanalytic University Berlin
- LPG Bio-Supermarkt
- Orthopädisches Zentrum Spreebogen OZS[17]
- Paulaner im Spreebogen[18]
- Riva am Spreeufer – Italienisches Restaurant[19]
- Secunet Security Networks
Neben verschiedenen Brunnenanlagen und Kunst am Bau befindet sich auch die von der Ernst Freiberger-Stiftung erstellte sogenannte Straße der Erinnerung auf dem Gelände. An der Spree liegt zudem ein Restaurantschiff.