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Der Zürich-Krimi: Borchert und die Sünden der Vergangenheit

Film von Roland Suso Richter From Wikipedia, the free encyclopedia

Borchert und die Sünden der Vergangenheit ist ein Fernsehfilm aus der Kriminalfilmreihe Der Zürich-Krimi aus dem Jahr 2023. Er wurde im Auftrag von ARD Degeto für Das Erste produziert. Die Erstausstrahlung der 17. Folge der Filmreihe fand am 6. April 2023 statt.

TitelBorchert und die Sünden der Vergangenheit
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Länge88 Minuten
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Folge 17 der Reihe Der Zürich-Krimi
Titel Borchert und die Sünden der Vergangenheit
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 88 Minuten
Produktions­unternehmen
  • Graf Film
  • Mia Film
Regie Roland Suso Richter
Drehbuch Wolf Jakoby
Produktion Klaus Graf
Musik Michael Klaukien
Kamera Max Knauer
Schnitt Achim Seidel
Premiere 6. Apr. 2023 auf Das Erste
Besetzung
Episodenliste
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Handlung

Am hellichten Tag dringen der Kleinkriminelle Johannes Luschky und ein Mann, der nur als „Giro“ bekannt ist, maskiert und bewaffnet in die Gerber-Bank ein. Sie entwaffnen die Securitymitarbeiterin und erzwingen die Herausgabe von Bargeld aus der Kasse. Dann wird der Direktor Peter Schwartz gezwungen, einige Schließfächer unterhalb des Kassenraums zu öffnen. Als die Räuber sich vom Tatort entfernen wollen, werden sie vor der Tür von der Securitymitarbeiterin konfrontiert, woraufhin ein Schusswechsel entbrennt. Die Securitymitarbeiterin wird niedergeschossen und auch der Mann namens Giro erhält einen Schuss in das Bein. Während der Getroffene mit einem Großteil der Beute zurückbleibt, fliehen Johannes Luschky und der Fluchtfahrer Eric Siehler vom Tatort. In der Kanzlei von Dominique Kuster und Borchert, dem Anwalt ohne Lizenz, erhält deren Sekretärin Regula Gabrielli eine E-Mail von ihrem alten Bekannten Eric Siehler, mit dem sie sich anschließend telefonisch verabredet. Am selben Abend ist Borchert mit seinem Freund Reto Zanger in der Oper, wo sie den jungen Startenor Niccoló Nardini bewundern. Anschließend unternehmen die beiden Freunde einen Spaziergang und resümieren über ihre jeweilige Lebenssituation. Während Regula Gabrielli ihre Bekanntschaft mit Eric Siehler erneuert, entspinnt sich ein telefonischer Streit zwischen Giro und Johannes Luschky. Der angeschossene Giro, der inzwischen seine Wunde versorgen ließ, teilt seinem Komplizen mit, die Beute behalten zu wollen. Eric Siehler, der die Waffe mit der Giro die Securitymitarbeiterin der Gerber-Bank erschoss, in seinem Besitz hat, übergibt Regula Gabrielli ein Paket und verschwindet dann. Die Sekretärin, die eigentlich mit Borchert zu einer von Niccoló Nardini gestalteten Matinee verabredet ist, findet ihren Freund kurz darauf tot in seinem Apartment im Stadtteil Wiedikon. Während sie hektisch ihre Fingerabdrücke zu entfernen versucht, kehrt Giro zurück und überrascht sie. Regula Gabrielli kann zwar fliehen, allerdings findet der Mörder ihre Daten in Eric Siehlers Telefon. Zurück in ihrer Wohnung kontaktiert sie Borchert und öffnet das Paket, das sie vom Toten erhalten hatte hat – darin liegt eine Pistole. Trotz eindringlichen Zuredens von Seiten Borchert lehnt die Sekretärin es vehement ab, sich der Polizei zu stellen.

Auf der Fahrt zu Borcherts Haus wirft der Anwalt die inkriminierende Waffe von der Kornhausbrücke in die Limmat. Anschließend befragt er Regula Gabrielli in seinem Wohnwagen, in dem er seit seiner Rückkehr nach Zürich lebt, nach ihrer Vergangenheit. Als Adoptivkind wuchs die Sekretärin zunächst bei der vermögenden Familie Gabrielli auf, kam dann aber in ein Jugendheim. Nach einigen Enttäuschungen geriet sie auf die schiefe Bahn, wobei sie Eric Siehler und Johannes Luschky kennenlernte. Zur selben Zeit, als die beiden in der Wohnung der Sekretärin beratschlagen, dringt Giro in die Kanzlei ein, wo Dominique Kuster unbeobachtet Zeuge wird, wie der Mörder ihr Büro durchsucht. Als sie gerade die Polizei rufen will, trifft ihr Freund Marco Furrer in der Kanzlei ein. Er wird kurze Zeit später von seinem Mitarbeiter Urs Aeggi zu einem Tatort gerufen – es ist das Apartment von Regula Gabriellis Freund, dessen Leiche mittlerweile aufgefunden wurde. Dominique verabredet sich ihrerseits mit ihrem Vater Reto Zanger, der ihr bei einem gemeinsamen Mittagessen die Partnerschaft in seiner Kanzlei anbietet. Nach einem eindringlichen Gespräch in seinem Wohnwagen fährt Borchert Regula Gabrielli wieder nach Hause. In ihrer Wohnung läuft sie fast Giro in die Arme, der in diesem Moment ihre Sachen durchsucht. Bevor die beiden aufeinandertreffen, wird sie allerdings von Marco Furrer direkt vor ihrer Wohnungstür festgenommen. Borchert, der Zeuge der Verhaftung wird, trifft kurz darauf ebenfalls in der Polizeiwache ein. Im Verhör mit Marco Furrer gibt Regula Gabrielli unter Zureden Borcherts zu, Eric Siehler gekannt und die Nacht mit ihm verbracht zu haben. Sie verschweigt allerdings, dass sie beim Entfernen ihrer Spuren vom Mörder überrascht wurde und diesen auch kurze Zeit später aus ihrer Wohnung kommen sah. Vor der Polizeiwache fragt Borchert hartnäckig nach, warum sie dem Polizeihauptmann nicht die Wahrheit gesagt hat und erfährt, dass die Sekretärin vorbestraft ist. Die Vorstrafen sind zwar inzwischen gelöscht, aber sie besteht darauf, ihre Vergangenheit ruhen zu lassen. Um der Lösung des Rätsels näher zu kommen, lässt Borchert mit Regula Gabrielli die Ereignisse des Abends Revue passieren. Ihrer Erinnerung, am Vorabend den gemeinsamen Bekannten Johannes Luschky getroffen zu haben, bringt beide auf eine Spur. Sie suchen den mutmaßlichen Unterschlupf des Kleinkriminellen auf, den sie schwer verletzt antreffen. So bringen sie in Erfahrung, dass die drei eine Bank überfallen haben, der mutmaßliche Mörder Giro genannt wird, vermutlich aus dem Tessin stammt und welche Bedeutung die belastende Waffe hat, die inzwischen am Grunde der Limmat liegt. Während Johannes Luschky kurze Zeit später in seinem Zimmer zusammenbricht, bringt Borchert Regula Gabrielli in einem Hotel unter. Am folgenden Morgen wird die Sekretärin dort von Marko Furrer verhaftet. Am nächsten Morgen trifft sich Giro in seinem Unterschlupf mit einem Hehler, dem er Teile der Beute verkauft. Währenddessen sucht die immer noch ahnungslose Dominique Kuster Borchert in seinem Wohnwagen auf und erfährt durch einen Anruf Marco Furrers zufällig von der Verhaftung ihrer Sekretärin. Alle treffen im Polizeipräsidium aufeinander, wo der Polizeihauptmann Regula Gabrielli die Morde an Eric Siehler und Johannes Luschky zur Last legt. Hier wird auch die kriminelle Karriere der Sekretärin offen gelegt, die aus den Akten Eric Siehlers hervorgeht. Als entscheidendes belastendes Indiz legen Marko Furrer und Urs Aeggi das Paket vor, in dem die Tatwaffe gelagert wurde. Als Konsequenz wird Regula Gabrielli verhaftet. Nach einem Tipp von Dominique Kuster, die ihn darüber informiert, dass die Gerber-Bank auf Immobilien spezialisiert und nicht viel Bargeld erwartbar ist, besichtigt Borchert unter einem Vorwand die Schließfächer der Bank. Unbemerkt von Direktor Peter Schwartz, der ihn ahnungslos durch die Räumlichkeiten der Bank führt, erschließt Borchert, dass die Bankräuber auf Basis von einem Insidertipp gehandelt und gezielt bestimmte Schließfächer ins Visier genommen haben.

Um der Angelegenheit auf den Grund gehen zu können, überredet er Dominique Kuster dazu sich mit Marko Furrers Passwort Zugriff auf die Daten der beraubten Besitzer der Schließfächer bei der Gerber Bank zu verschaffen. Am nächsten Morgen sucht die Anwältin das Polizeirevier auf, nimmt heimlich Zugriff auf das Konto des Hauptmanns und bringt die Besitzer der Schließfächer in Erfahrung. Zwei der Fächer gehören Personen, deren Namen Borchert etwas sagen: Startenor Niccoló Nardini und seine Agentin Sophia Brandner, die Borchert zwei Tage zuvor zufällig vor der Matinee kennengelernt hatte. Der Anwalt sucht die Agentin im Opernhaus Zürich auf, wo der Tenor gerade probt. Sie erläutert ihm die Hintergrundgeschichte des Sängers, der nicht, wie alle annehmen, aus Italien, sondern aus dem Tessin stammt. Da die Heimatstadt des Tenors, Bellinzona, eine Station auf dem berühmten Radrennen Giro d’Italia ist, erschließt Borchert, dass sich der Sänger und der Mörder kennen, von dem Johannes Luschky annahm, dass er aus dem Tessin stammt. Um Gewissheit zu erlangen, fährt Borchert selbst in die Südschweiz. Dort sucht er die Schule auf, in der der Tenor unterrichtet wurde. Der Direktor berichtet von dessen kleinkriminellen Verwicklungen. Den Mörder Giro identifiziert er als Enzo Spadino, der Anführer der Jugendgang war, mit der der junge Niccoló Nardini seine damaligen Raubzüge unternahm. In Kenntnis dieser Zusammenhänge erschließt Borchert, dass Giro im Auftrag Nardinis Material aus dem Bankschließfach von dessen Agentin entfernt hat, und dies der eigentliche Grund des Überfalls war. Als er aus den Nachrichten mitbekommt, dass sich der Sänger von ihr getrennt hat, sucht er Sophia Brandner auf, und erfährt dass diese den Sänger mit einem belastenden Video in der Hand hatte, das im Schließfach gelagert war. Borchert teilt im Polizeirevier Marco Furrer und Urs Aeggi seine Schlussfolgerungen mit, stößt er zunächst auf Unglauben. Allerdings kann er den Polizeihauptmann dazu überreden, ihm das Handy von Johannes Luschky zu überlassen, mit dem er Giro anruft und sich mit ihm am Paradeplatz zur Übergabe der Waffe verabredet. Der Mörder, der Borcherts Standort herausgefunden hat, sucht den Anwalt bei seinem Wohnwagen auf und bedroht ihn. Bevor er Borchert töten kann, wird Enzo Spadini alias Giro dort allerdings von Marco Furrer verhaftet.

Filmfehler

In der letzten Szene im Polizeirevier bezeichnet Borchert Urs Aeggi als Oberstleutnant, was nicht dessen Dienstgrad sein kann, da er dem Hauptmann Marco Furrer unterstellt ist. Tatsächlich ist Urs Aeggi wahrscheinlich Oberleutnant.

Hintergrund

Die Dreharbeiten zu Borchert und die Sünden der Vergangenheit fanden im Zeitraum vom 14. Juni 2022 bis zum 20. Juli 2022 in Zürich und Prag sowie näherer und weiterer Umgebung statt.[1]

Einschaltquoten

Bei der Erstausstrahlung von Borchert und die Sünden der Vergangenheit am 6. April 2023 verfolgten in Deutschland insgesamt 5,60 Millionen Zuschauer die Filmhandlung, was einem Marktanteil von 21,6 Prozent für Das Erste entsprach. In der als Hauptzielgruppe für Fernsehwerbung deklarierten Altersgruppe von 14–49 Jahren erreichte Borchert und die Sünden der Vergangenheit laut AGF Videoforschung 0,45 Millionen Zuschauer und holte damit einen Marktanteil von 8,2 Prozent in dieser Altersgruppe.[2]

Kritiken

Der Journalist und Kritiker Tilmann P. Gangloff attestiert im Kritik-Portal Tittelbach.tv dieser Episode eine "exquisite Drehbucharbeit" und lobt damit den Autoren Wolf Jakoby, der bei Bochert und die Sünden der Vergangenheit Handlungsstränge und Hinweise kunstvoll zusammenführe. Zudem spricht der Kritiker von exzellenter Bildgestaltung und bezeichnet die Regie von Suso Richter als "bestes Handwerk".[3] Der Rezensent der Fernsehzeitschrift Prisma, Wilfried Geldner, spricht hingegen davon, dass aus dem Drehbuch eine "arg verrätselte Handlung" hervorgeht, die durch die Regiearbeit mit "schnellen, angeschnittenen Close-ups im Halbdunkel" nicht nachvollziehbarer wird.[4] Auch Oliver Armknecht findet auf dem Kultur-Portal Film-Rezensionen eher kritische Worte für diese Folge. Er kritisiert hierbei insbesondere die Figurenzeichnung und das Drehbuch, das er als "unnötig verschwurbeltes Beispiel für Masse statt Klasse" bezeichnet. Das Ergebnis selbst lasse es seiner Ansicht nach sowohl an Spannung als auch an Leichtigkeit fehlen.[5]

Einzelnachweise

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