Borzytuchom
Dorf in Polen
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Borzytuchom (deutsch Borntuchen) ist eine Ortschaft in der polnischen Woiwodschaft Pommern. Sie gehört zur Gmina Borzytuchom im Powiat Bytowski.
| Borzytuchom | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Bytów | |
| Gmina: | Borzytuchom | |
| Geographische Lage: | 54° 12′ N, 17° 22′ O | |
| Einwohner: | 959 (2011[1]) | |
Geographische Lage
Geschichte
Ältere Ortsbezeichnungen sind Bornsamtuchem (1350),[2] Bornsamtuchina (1355),[3] Bornetuchem (1445)[4] und Bornetuchen (1607).[5] Auf der Lubinschen Karte von 1618 ist das Dorf unter dem Namen Born Tuchen verzeichnet.
Nach der kurbrandenburgischen Besitzergreifung des Landes Bütaw am 18. Juni 1658 wurde die Starostei, zu der Borntuchen zwischenzeitlich gehört hatte, in das Domänenamt Bütow umgewandelt. Das Dorf war durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen worden: Zuvor hatte es einen Freischulzen-Hof, zwei Halbschulzen, zwölf Bauernhöfe, zwei Priesterbauen, vier Ketner (Kesselflicker) und einen Krüger gehabt; acht Bauernhöfe waren im Krieg völlig verwüstet worden.[6]
Das ehemalige Amtsdorf Borntuchen des königlichen Amtes Bütow hatte um 1782 einen Freischulzenhof, zwei Halbschulzenhöfe, den von allen Abgaben befreiten Jannewitzschen Hof, neun Bauernstellen, drei Freischulzenkaten, fünf Kossäten, zwei Büdner, einen Oberförster, einen Krüger, einen Schmied, einen lutherischen Prediger, einen lutherischen Küster, ein lutherisches Bethaus, einen römisch-katholischen Küster, drei katholische Priestercolonen, eine katholische Mutterkirche und 36 Feuerstellen (Haushaltungen).[7]
Borntuchen war früher Stammsitz eines evangelischen Zweigs der alten pommerellischen Familie Wrycz-Rekowski.[8]
Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Borntuchen eine Flächengröße von 18,9 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 95 bewohnte Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnstätten:[9]
- Bahnhof Borntuchen
- Borntuchen
- Waldarbeitergehöft Abbau Morgenstern
Um 1935 hatte Borntuchen unter anderem einen Gasthof, zwei Niederlassungen von Spar- und Darlehnskassen, zwei Gemischtwarenläden, eine Molkerei, zwei Schmieden, ein Stellmacherei, zwei Tischlereien, eine Möbelfabrik und eine Pferdehandlung.[10] Im Jahre 1925 hatte die Gemeinde Borntuchen 706 Einwohner,[9] 1939 wurden 647 Einwohner gezählt.[11]
- Häuser im Dorf
- Dorfstraße (2018)
- Wohngebäude (2018)
- Schulhaus (2018)
Bis 1945 bildete Borntuchen eine Landgemeinde im Kreis Bütow der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Borntuchen war Sitz des Amtsbezirks Borntuchen.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Borntuchen im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folge wurde der Ort Teil Polens und in Borzytuchom umbenannt.
Kirche
Dorfkirche


Die Kirche ist ein Gebäude ohne Turm. Separat steht der Glockenstuhl, in dem zwei Glocken aufgehängt sind. Vor 1945 war die Kirche ein evangelisches Bethaus.
Die vor 1945 hier lebenden Dorfbewohner waren mit wenigen Ausnahmen evangelisch (Angehörige der Landeskirche) und gehörten zum Kirchspiel Borntuchen. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1758 zurück.[12] Das katholische Kirchspiel war in Bütow.
Die seit 1945 anwesende Einwohnerschaft ist überwiegend katholisch. Das polnische katholische Kirchspiel ist in Borzytuchom. Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.
Verkehr
Zwischen 1884 und 1993 war der Ort Bahnstation an der jetzt stillgelegten Bahnstrecke Lipusz–Korzybie (Lippusch – Zollbrück).
Literatur
- Ulrich Hermann Otto Bublitz: Chronik der Kirche zu Borntuchen, Bütow 1905 (digitale-bibliothek-mv.de) (Rezension).
- Gerhard Bronisch, Walter Ohle, Hans Teichmüller: Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Bütow. L. Saunier, Stettin 1938, S. 182–185 (PDF; 40 MB bei Bałtycka Biblioteka Cyfrowa).
Weblinks
- Amtsbezirk Borntuchen (Territorial.de)
- Die Gemeinde Borntuchen im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)
