Musikverlag Bosworth Edition
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Geschichte
Die Bosworth Edition wurde 1889 in Leipzig durch den englischen Geschäftsmann Arthur Edwin Bosworth, Carl Kratochwill und Thomas Chappell (1819–1902) unter dem Namen Bosworth & Co. gegründet. Es handelte sich um eine Initiative von Chappell & Co., London. Bosworth strebte u. a. danach, die erfolgreichen komischen Opern von Gilbert und Sullivan auf dem deutschen und österreichischen Markt zu etablieren und sich die Rechte daran zu sichern. Als Adresse der Firma wurde die Hospitalstraße 2 in Leipzig eingetragen.
Die erste Veröffentlichung von Bosworth & Co. betraf den textlosen Klavierauszug von The Yeomen of the Guard (Der Königsgardist), bald darauf auch The Gondoliers. Bosworth brachte zu Lebzeiten Arthur Sullivans sangbare deutsche Übersetzungen der Werke von Gilbert und Sullivan heraus, darunter im Jahr 1900 The Mikado sowie eine adaptierte Edition von H.M.S. Pinafore (unter dem Titel Amor an Bord).
Äußerst erfolgreich war die Herausgabe von Alphons Czibulkas "Songe d'amour", aber auch Kompositionen von Erik Meyer-Helmund. Weiters sicherte sich Bosworth auch die Rechte an Carl Zellers Operetten Der Vogelhändler und Der Obersteiger.
Der Erfolg des Verlages führte zu internationalen Aktivitäten in Großbritannien und den USA, Neuseeland und Kanada. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurden Filialen in der Schweiz und Skandinavien, Belgien und Frankreich gegründet.
Als wichtigen Zweig seiner Aktivitäten betrachtete der Verlag musikpädagogische Werke für den Unterricht, darunter die für Geiger wichtigen Etüden von Otakar Ševčík.
Die Erweiterungen des Angebots brachten es mit sich, 1913 in London ein großes eigenes Verlagsgebäude zu beziehen, außerdem forcierte man bereits seit 1902 auch den bereits durch Kratochwill bewährten Standort Wien, wo nun auch eine Zeitschrift herausgebracht wurde, die "Neue musikalische Presse".
Kratochwill wurde eines der Gründungsmitglieder der AKM. Einen beträchtlichen Zuwachs an Einnahmen brachten die Operetten von Richard Heuberger, Alfred Grünfeld, Karl Komzak, Carl Millöcker, Oskar Straus und Oskar Nedbal, schließlich auch Franz Lehárs bald sehr populärer Walzer Gold und Silber, darüber hinaus Werke für Zither und diverse Wienerlieder. Bosworth knüpfte auch den Kontakt zu George Gershwin (herausgegeben wurde dessen "Swanee").
Einen eigenen Bereich stellte die damals noch live zu Stummfilmen dargebotene Orchestermusik dar. Da Bosworth einen Gutteil seines Repertoires jüdischen Komponisten verdankte, wurde er Zielscheibe von Attacken der Nationalsozialisten.
1948 übersiedelte der Verlag aus der für internationale Kontakte ungünstigen sowjetischen Besatzungszone (in der Leipzig sich befand) nach Köln. Als besonders erfolgreiche Musiknummer erwies sich der millionenfach verkaufte und im Rundfunk gesandte Berglied "La montanara".
Bosworth arbeitete in neuester Zeit auch mit Filmkomponisten wie u. a. Ludovico Einaudi (Ziemlich beste Freunde), Craig Armstrong (Moulin Rouge) zusammen.
Bosworth erweiterte sein Angebot sukzessive. Mit Stand 2026 ist er spezialisiert auf Songbooks bekannter Sänger und Lehrbücher. Als weiteres Standbein erwiesen sich Chorwerke.
2013 wurde Bosworth von der Verlagsgruppe Music Sales Ltd. aufgekauft.[2]