Bryum weigelii
Art der Gattung Bryum
From Wikipedia, the free encyclopedia
Bryum weigelii (deutsch Herablaufendes Birnmoos, Weigels Birnmoos) ist eine Laubmoos-Art aus der Familie Bryaceae. Ein häufiger vorkommendes Synonym ist Ptychostomum weigelii (Biehler) J.R.Spence. Der Name bezieht sich auf Johann A.V. Weigel (1740–1806), einem deutschen Pastor, der die Art im Riesengebirge entdeckte.
| Bryum weigelii | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Bryum weigelii | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Bryum weigelii | ||||||||||||
| Biehler |
Merkmale
Bryum weigelii bildet sehr lockere, oft hohe, hellgrüne bis rötliche Rasen. Die Pflanzen sind bis 10 Zentimeter groß, gleichmäßig und entfernt beblättert. Die Blätter sind feucht aufrecht abstehend bis etwas zurückgebogen, trocken verbogen und geschrumpft, eiförmig bis eiförmig-lanzettlich, die Spitze breit zulaufend und zirka 1 bis 2,5 Millimeter lang. Der Blattgrund läuft am Stämmchen sehr lang und breit herab. Die Blattränder sind unten flach oder etwas zurückgebogen und ganzrandig, oben flach und schwach gezähnt. Die dünne Blattrippe endet vor oder in der Blattspitze. Die Laminazellen sind in der Blattmitte dünnwandig, rhombisch bis rechteckig und etwa 15 bis 20 Mikrometer breit. An den Blatträndern bilden ein bis drei Reihen schmaler und verlängerter Zellen einen mehr oder weniger deutlichen schmalen Saum.
Die Geschlechterverteilung ist diözisch. Sporenkapseln sind selten. Die dünne und rötliche Seta ist 2 bis 6 Zentimeter lang, die nickende bis hängende Kapsel ist verlängert eiförmig und langhalsig. Die Zilien des inneren Peristoms tragen lange Anhängsel. Sporen sind 11 bis 16 Mikrometer groß.
Standortansprüche
Die Art wächst an nassen bis feuchten, schwach sauren bis schwach kalkhaltigen und lichtreichen Stellen, oft in Flachmooren, in Sumpfwiesen, an Gewässerufern, in Quell- und Sickerfluren oder in feuchten Almweiden.
Verbreitung
In Deutschland war die Art früher weit verbreitet, in Moorwiesen einiger Mittelgebirge auch in größeren Beständen. Inzwischen ist sie im gesamten Norddeutschen Flachland verschwunden, ist in den Alpen, besonders im Allgäu noch etwas weiter verbreitet, in den übrigen Gebieten aber nur noch vereinzelt in kleinen Beständen vorhanden oder oft verschollen. In Österreich und der Schweiz ist sie in den Alpen zerstreut bis selten, hier steigt sie bis in etwa 2500 Meter Höhe hinauf.
Weltweit gibt es Vorkommen auf der Nordhalbkugel, hier neben Europa in Asien, Nordafrika, auf den Azoren und in Nordamerika. In Europa ist die Art weit verbreitet, von Spitzbergen und Island im Norden bis zum Mittelmeergebiet im Süden. Ein weiteres Vorkommen wird für die Kerguelen im südlichen Indischen Ozean auf der Südhalbkugel angegeben.
Literatur
- Martin Nebel, Georg Philippi (Hrsg.): Die Moose Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil, (Bryophytina II, Schistostegales bis Hypnobryales). Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3530-2.
- Berg, C., Köckinger, H., Kropik, M., Pöltl, M., Schröck, C. & Zechmeister, H. G. [Hrsg.] 2025. Moosflora von Österreich, Band 2. Verlag des Naturwissenschaftlichen Vereins für Kärnten, Klagenfurt am Wörthersee. ISBN 978-3-85328-108-6.
Weblinks
- Bryum weigelii bei moose-deutschland.de