Reichsbahndirektion Hannover

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Die Reichsbahndirektion Hannover war ein Verwaltungsbezirk der Deutschen Reichsbahn, der die Großregion Hannover umfasste. Er war aus der 1843 gegründeten Generaldirektion der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen hervorgegangen, die seit 1866 als Königliche Eisenbahndirektion Hannover Teil der Preußischen Staatseisenbahnen war, 1920 an die Reichsbahn überging und seit 1922 als Reichsbahndirektion Hannover firmierte. Mit Gründung der Deutschen Bundesbahn 1949 wechselte die Bezeichnung zur Bundesbahndirektion Hannover. 1994 wurde die Direktion im Zuge der Bahnreform und der Gründung der DB AG aufgelöst.

Gebiet

Das Gebiet der Direktion Hannover wechselte im Laufe ihrer Geschichte mehrfach. Es erstreckte sich zu Reichsbahnzeiten im Norddeutschen Tiefland über die östliche Hälfte der preußischen Provinz Hannover, über das Land Braunschweig und – nach Auflösung der Reichsbahndirektion Magdeburg und Übernahme ihrer Strecken im Jahr 1931 – den Norden der preußischen Provinz Sachsen. Im Nordwesten reichte das Gebiet bis zur Wesermündung; im Südwesten fast bis Hamm in der preußischen Provinz Westfalen.

Strecken

Bedeutende Strecken innerhalb der Direktion waren zwischen 1920 und 1945:

Geschichte

Notgeld der Reichsbahndirektion von 1923 über 200 Milliarden Mark mit den faksimilierten Unterschriften von Georg Tiebert (senior) und Walter Wick

Am 11. März 1843 errichtete das Königreich Hannover als Zentralverwaltung der Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen die Königliche Eisenbahn-Direktion in der Residenzstadt Hannover, aus der kurze Zeit später die Königliche Generaldirektion der Eisenbahnen und Telegraphen zu Hannover wurde.

Nach der Annexion des Königreichs Hannover durch das Königreich Preußen 1866 wurde die Eisenbahndirektion in Königliche Eisenbahndirektion Hannover (KED Hannover) umbezeichnet und Teil der Preußischen Staatseisenbahnen. 1879 wurde sie zu einer der 11 Eisenbahndirektionen der damals im Rahmen der Verstaatlichungswelle neu organisierten Preußische Staatseisenbahnen.[1] 1880 übernahm die Direktion Hannover die Strecken der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft und den westlichen Teil des Netzes der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn, die im Zuge der Bismarckschen Verstaatlichungen von den Staatseisenbahnen übernommen wurden. Im gleichen Jahr gingen die bereits staatliche Direktion der Main-Weser-Bahn in Kassel und die Königliche Direction der Westfälischen Eisenbahn in der Direktion Hannover auf, die aber die Strecken der Westfälischen Eisenbahn im Raum Dortmund und Münster bereits ein Jahr später wieder an die Königliche Eisenbahndirection rechtsrheinisch zu Cöln abgab. In den Folgejahren wurden mehrfach kleinere Streckenabschnitte mit den benachbarten Direktionen getauscht. 1890 übernahm die Direktion die Strecke der Unterelbeschen Eisenbahngesellschaft zwischen Harburg und Cuxhaven.[2]

1895 ordneten die Preußischen Staatseisenbahnen ihre Direktionen neu. Die Direktion Hannover wurde erheblich verkleinert und gab ihre Strecken im Westen der Provinz Hannover an die neugegründete Eisenbahndirektion Münster sowie südlich von Altenbeken und Elze an die neue Eisenbahndirektion Cassel ab.[2]

Die Preußischen Staatseisenbahnen gingen wie alle Länderbahnen 1920 in der Deutschen Reichsbahn auf, die zum 6. Juli 1922 einheitlich den Namen Reichsbahndirektion (RBD) für ihre Eisenbahndirektionen einführte. Nach Kriegsende 1945 unterstand die RBD Hannover der Reichsbahn-Generaldirektion (RBGD) der Britischen Zone mit Sitz Bielefeld. Nach Gründung der Deutschen Bundesbahn 1949 wurden aus den ehemaligen Reichsbahndirektionen Bundesbahndirektionen. Die Direktion firmierte nun als „Bundesbahndirektion Hannover“. Im Rahmen der Verwaltungsreform wurde 1974 die Bundesbahndirektion Münster aufgelöst und Teile ihres Zuständigkeitsbereichs der Bundesbahndirektion Hannover zugeschlagen.

Die Bundesbahndirektionen wurden mit Gründung der Deutsche Bahn AG 1994 aufgehoben und ihre Aufgaben den neuen Geschäftsbereichen übertragen.

Verwaltungsgebäude Joachimstraße 8

Verwaltungsgebäude Joachimstraße 8 (Lage)

Die Königliche Eisenbahndirektion Hannover nutzte das 1870–1872 erbaute Verwaltungsgebäude Joachimstraße 8.[3] Der Berliner Architekt Friedrich Hitzig entwarf den dreigeschossigen Bau mit vier Flügeln. Die Fassade verkleidete er mit gelbem Ziegelmauerwerk, das rote Bänder akzentuieren. Die Ecken des Hauses sind als Risalite ausgeführt, die nur wenig aus der Bauflucht hervortreten. Das Obergeschoss erhielt ein umlaufendes Geschosssims mit Pilastern, angelehnt an Vorbilder aus der Antike. Darüber folgt ein weit auskragendes Dachgesims, das Aktroterien aus Sandstein schmücken. Der an der Joachimstraße verlaufende Flügel wurde 1970 als Kopie rekonstruiert.[3]

Das denkmalgeschützte Haus wurde von 2001 bis 2003 und 2010 umfassend saniert[4] und beherbergt nun als „Ernst-August-Carrée“ im Erdgeschoss Unternehmen des Einzelhandels und der Gastronomie, während in den oberen Etagen die Deutsche Bahn AG der Hauptmieter ist.[5]

Präsidenten

Literatur

  • Bundesbahndirektion Hannover (Hrsg.): 1843–1983. 140 Jahre Eisenbahndirektion Hannover. Hannover o. J. (1983).
  • Wolfgang Klee: Preußische Eisenbahngeschichte. Kohlhammer Edition Eisenbahn, Stuttgart u. a. 1982, ISBN 3-17-007466-0.

Einzelnachweise

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