Bahnbetriebswerk Husum

Bahnbetriebswerk in Schleswig-Holstein From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Bahnbetriebswerk Husum der Transdev Instandhaltung GmbH (ehem. Eisenbahnwerkstatt-Gesellschaft mbh) ist der zentrale Instandhaltungsbetrieb in Husum.

Bw Husum (2006)
Bahnbetriebswerk der Transdev Instandhaltung GmbH in Husum (2009)
Bw Husum (2019)

Geschichte

Ursprünglich gab es in Husum zwei Betriebswerke. Das Bw G (G=Güterverkehr) befand sich in Nähe des ehemaligen Bahnhofs Husum Nord. Dort waren annähernd 100 Jahre die Verladerampen für den Viehtransport des nahe gelegenen Husumer Viehmarkts. In Folge der Schließung des Viehmarkts verlor dieses Betriebswerk in den 1970er Jahren seine Bedeutung. Es war bis zum Ende der Dampfloktraktion ein Auslaufbetriebswerk für mehrere preußische Güterzuglokomotiven. Nach der Schließung dieses Werks wurde die gesamte Anlage stark zurückgebaut. Sie dient seither zum Abstellen der im Bw P (Personenverkehr) gewarteten Züge.

Am südseitigen Zugang südlich des Bahnhofsgebäudes von Husum-Nord steht das Elektronische Stellwerk Hf. Von hier aus werden die Gleisanlagen der Marschbahn zwischen den Bahnhöfen Husum und Bredstedt sowie das auf der Insel Sylt gelegene ESTW-A Keitum[1] mit den beiden Bahnhöfen Morsum und Keitum ferngesteuert.

Heutiges Betriebswerk

Das heutige Bahnbetriebswerk Husum hieß ursprünglich BW P. Von hier aus wurden die Personenzüge auf den von Husum ausgehenden Strecken bespannt. Ebenfalls wurden Schienenbusse und Akkumulatortriebwagen gewartet und die über den Hindenburgdamm verkehrenden Autozug-Transportwagen ausgebessert. Es liegt etwa einen Kilometer östlich des Bahnhofes zwischen den Bahnstrecken nach Jübek (1854 in Betrieb genommen) und Efde/Rendsburg (1910 in Betrieb genommen, stillgelegt).

Der heute noch vorhandene ursprünglich 5-ständige Ringlokschuppen wurde zwischen 1887 und 1910 errichtet und nach 1916 auf 13 Stände erweitert. Er besaß mehrere Freigleise und eine 23-Meter-Drehscheibe und dient ohne Gleisanschluss als Lager. Der Schuppen ist denkmalgeschützt.[2][3]

Triebfahrzeuge

Am 1. Mai 1958 waren in Husum unter anderen die Lokomotiven V 20 034 und 037 sowie die V 36 201, 220 und 239 beheimatet.[4] Mit den V 36 wurde 1958 der Gesamtverkehr auf der Bahnstrecke Husum–Bad St. Peter-Ording durchgeführt. Dabei wurden auch die VB 140 301 (BPost) und VB 140 304 (B) eingesetzt.[5]

Von 1950 gebauten und dem Bw Husum zugeteilten Vorserientriebwagen VT 95 901–910 wurden die VT 95 904–910 zwischen 1958 und 1965 ausgemustert.[6]

Situation 2019

Seit 2006 war das Bahnbetriebswerk die zentrale Einrichtung zur Instandhaltung des Eisenbahnfuhrparks der zum Unternehmen Transdev GmbH gehörenden Nord-Ostsee-Bahn (NOB). Hinzugekommen war 2016 die Instandhaltung des Wagenmaterials der Railroad Developement Corporation (RDC), die ein Autotransportzugangebot zwischen Niebüll und Westerland in Konkurrenz zum Sylt-Shuttle betreibt.

Das Gelände befindet sich am östlichen Ende des Husumer Bahnhofgeländes an den Mausebergen. Hier verzweigen die Strecken nach Jübek und nach Elmshorn. Die Hallen und Anlagen entstanden auf zuvor brachliegendem Gebiet. Von dem ursprünglichen Betriebswerk einzig erhalten gebliebenes Gebäude ist der Rundlokschuppen. Dieser wird heute nur noch als Lagerraum genutzt. Die durchzuführenden Instandhaltungsarbeiten erfolgen in der angrenzenden, damals neu errichteten modernen Betriebswerkhalle.

Mit der Übergabe der Traktionsleistungen auf der Marschbahn an die DB Regio zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 war die Zukunft des Betriebswerkes unklar. Die Deutsche Bahn nutzt zur Wartung ihrer Züge die vorhandenen Kapazitäten in Neumünster und Hamburg-Langenfelde.[7][8] Im November 2019 war die Situation immer noch in der Schwebe[9].

Situation 2024

Die Transdev Instandhaltung GmbH (TDI) nutzt das Betriebswerk zum Instandhaltungsservice von Lokomotiven, Triebwagen, Reisezugwagen und Güterwagen.[10]

Literatur

  • Jochen Lawrenz: Das Bw Husum. In: Matthias Fuhrmann (Hrsg.): Deutsche Bahnbetriebswerke und der Triebfahrzeugpark der deutschen Eisenbahnen von 1920 bis heute (= 17. Ergänzungsausgabe). GeraNova Zeitschriftenverlag, München 1997, ISSN 0949-2119 (24 S.).
  • Garrelt Riepelmeier: Das EWG Husum der Veolia Verkehr. In: Matthias Fuhrmann (Hrsg.): Deutsche Bahnbetriebswerke und der Triebfahrzeugpark der deutschen Eisenbahnen von 1920 bis heute (= 96. u. 97. Ergänzungsausgabe). GeraMond-Verlag, München 2014, ISSN 0949-2119 (40 S.).
Commons: Bahnbetriebswerk Husum – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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