Margretenhaun

Ortsteil von Petersberg (Hessen) From Wikipedia, the free encyclopedia

Margretenhaun ist ein Ortsteil der Gemeinde Petersberg im osthessischen Landkreis Fulda. Zu Margretenhaun gehören die Weilern Böckels, Rex und Horwieden.

Schnelle Fakten Gemeinde Petersberg ...
Margretenhaun
Gemeinde Petersberg
Koordinaten: 50° 34′ N,  46′ O
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 8,29 km²
Einwohner: 960 (30. Juni 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36100
Vorwahl: 0661
Blick auf Margretenhaun und die Milseburg im Hintergrund
Blick auf Margretenhaun und die Milseburg im Hintergrund
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Ortsmitte
Kapelle von Rex aus dem Jahr 1884 und Linde[2]

Geographie

Der Ort liegt, wie der Name schon sagt, an der Haune am Rand der Rhön. In der Ortsmitte, unterhalb der Kirche, mündet die Wanne in den Fluss, was schon zu einigen Hochwassern geführt hat. Die Landesstraßen 3174, 3429 und 3379 führen weiter nach Hofbieber, Armenhof und Böckels.

Margretenhaun liegt in Deutschlands Mitte, im Osten Hessens, in der westlichen Vorderrhön, östlich von Fulda und der Autobahn A 7. Die Gemarkungsfläche der Großgemeinde Petersberg beträgt 35,51 km². Margretenhaun inkl. Böckels, Rex und Horwieden ist mit 828 ha, fast ein Viertel der gesamten Gemarkungsfläche, der mit Abstand größte, aber 2012 mit 1017 Bewohnern in etwa 450 Haushalten der nach Haunedorf am dünnsten besiedelte Ortsteil. In Zahlen gemessen ist Margretenhaun in den vergangenen Jahrzehnten nicht gewachsen. Rein rechnerisch leben 124 Bewohner auf einem Quadratkilometer Gemarkungsfläche. Anfang des 20. Jahrhunderts waren es in den damals noch selbständigen Gemeinden Margretenhaun 182, in Böckels 119, in Rex knapp 100 Bewohner, insgesamt ca. 400 Menschen.[3]

Mehr als die Hälfte der Fläche Margretenhauns befindet sich im Naturpark Hessische Rhön. Dessen Grenzverlauf stellen im Wesentlichen die Landstraße Melzdorf–Margretenhaun–Böckels und für eine kurze Strecke die Bundesstraße 458 dar. An das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön grenzt Margretenhaun mit seiner Gemarkungsgrenze zu Dipperz unmittelbar an. Sieht man die Kirche Margretenhauns als Ortsmittelpunkt, so ist dieser knapp 4 km Luftlinie oder ca. 5 Kilometer Fahrstrecke vom Zentrum der Kerngemeinde Petersberg bzw. ca. 6 km Luftlinie oder 7½ km Fahrstrecke von Fuldas Innenstadt entfernt. Geographisch gesehen liegt die Pfarrkirche auf ca. 9°, 45 Minuten, 46 Sekunden östlicher Länge von Greenwich und 50°, 34', 2" nördlicher Breite vom Äquator. Von Interesse für Geodäten sind mit einem Rechtswert(y): 35 54 034 und einem Hochwert(x): = 56 03 657 die Gauß-Krüger-Koordinaten, einem kartesischen Koordinationssystem, das es ermöglicht, kleine Gebiete zu verorten. Den Ort findet man z. B. auf Blatt 5424 Fulda der „Topographischen Karte“.[4]

Die markanteste Erhebung des Orts stellt der Margretenberg, ursprünglich „Hunberg“, volkstümlich „Hommelberg“ genannt, mit seinen 360,6 m ü. NN dar. Die größten Höhenlagen finden sich jedoch an dem an der östlichen Gemarkungsgrenze aufsteigenden Schneeberg bei der Straße nach Niederbieber mit ca. 370 m ü. NN bzw. auf der Höhe des Eichbergs südlich von Armenhof mit ca. 392 m ü. NN. Die tiefsten Punkte liegen bei der Kriesmühle mit ca. 303 m ü. NN.

Geschichte

Ortsgeschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf im Jahre 1093 unter dem Namen Huna. Vermutlich ist das Dorf von der Propstei Petersberg, einem Tochterkloster der Reichsabtei Fulda, gegründet worden.

Zum 1. September 1968 schloss sich Margretenhaun im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit den Gemeinden Böckels und Rex zur erweiterten Gemeinde Margretenhaun zusammen. Zum 31. Dezember 1971 wurde Margretenhaun dann auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Petersberg eingemeindet.[5][6] Für Margretenhaun wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.[7]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Margretenhaun angehört(e):[8][9]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Margretenhaun 921 Einwohner. Darunter waren 9 (1,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 165 Einwohner unter 18 Jahren, 375 waren zwischen 18 und 49, 183 zwischen 50 und 64 und 195 Einwohner waren älter.[11] Die Einwohner lebten in 390 Haushalten. Davon waren 99 Singlehaushalte, 126 Paare ohne Kinder und 132 Paare mit Kindern, sowie 27 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 87 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 289 Haushaltungen leben keine Senioren.[11]

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon[8]
1812:17 Feuerstellen, 151 Seelen
Margretenhaun: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2024
Jahr  Einwohner
1812
 
151
1834
 
196
1840
 
190
1846
 
212
1852
 
199
1858
 
198
1864
 
185
1871
 
152
1875
 
154
1885
 
156
1895
 
184
1905
 
184
1910
 
182
1925
 
227
1939
 
251
1946
 
331
1950
 
333
1956
 
329
1961
 
327
1967
 
334
1970
 
655
1980
 
?
1990
 
?
2000
 
?
2011
 
921
2019
 
957
2024
 
960
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[8]; Gemeinde Petersberg[12]; Zensus 2011[11]

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon[8]
 1885:keine evangelischen, 156 katholische (= 100 %) Einwohner
 1961:14 evangelische (= 4,28 %), 313 katholische (= 95,72 %) Einwohner

Politik

Für Margretenhaun besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Margretenhaun) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.[7] Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 67,64 %. Dabei wurden gewählt: sechs Mitglieder der CDU und ein Mitglied des Bündnis 90/Die Grünen.[13] Der Ortsbeirat wählte Holger Götz (CDU) zum Ortsvorsteher.[14]

Sehenswürdigkeiten

In Margretenhaun liegt der geographische Mittelpunkt des Landkreises Fulda. Als Symbol hierfür wurde 2008 an dieser Stelle eine Basaltsäule errichtet.[15]

Anmerkungen und Einzelnachweise

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