Constructions Mécaniques de Normandie

französische Werft für leichte Schiffe From Wikipedia, the free encyclopedia

Constructions Mécaniques de Normandie (CMN) ist eine Werft im französischen Cherbourg. Das Unternehmen zählt etwa 450 Mitarbeitende in verschiedenen Bereichen. Die Werft ist auf den Bau von Marineschiffen und Forschungsschiffen ausgerichtet und gehört als Tochtergesellschaft zur CMN-Naval-Gruppe.

Schnelle Fakten
Constructions Mécaniques de Normandie
Logo
Rechtsform S.A.
Gründung 1946
Sitz Paris Frankreich Frankreich
Leitung Serge Quaranta
Mitarbeiterzahl 450 (2024)[1]
Umsatz 158 Mio. Euro (2024)[1]
Branche Schiffbau
Website www.cmn-group.com
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CMN Pier in Cherbourg

Geschichte

Die Werft wurde im Jahr 1946 von dem Flugzeugkonstrukteur Félix Amiot gegründet.[2][3] Als erstes Fahrzeug lief am 23. Juni 1948 der Fischkutter Annie vom Stapel, seitdem wurden 350 Wasserfahrzeuge hergestellt. CMN spezialisierte sich zunächst auf den Holzschiffbau und produzierte Anfang der 1970er-Jahre eine Serie von Minenjagdbooten der Circé-Klasse mit Holzrumpf für die französische Marine. Hinzu kamen Minensuchboote, Patrouillenboote, Fahrzeuge für den Thunfischfang und kleine Frachtschiffe für den Küsten- und Binnenbereich.

HSI32 Interceptor CMN

Ab 1967 spezialisierte sich CMN auf den Bau von modernen Flugkörper-Schnellbooten und erwarb sich mit dem Typ Combattante, der in mehreren Versionen hergestellt wurde, eine international führende Position. Der Bootstyp ging auf einen Entwurf der deutschen Lürssen-Werft zurück, der für Israel entwickelt wurde. Als diese Boote aus politischen Gründen nicht in Deutschland gebaut werden durften, wurde CMN mit dem Bau von zwölf Booten der Sa’ar-1-Klasse beauftragt. Nach deren Fertigstellung hatte auch Frankreich ein Exportverbot erlassen. Daraufhin wurden die noch nicht ausgelieferten fünf Boote am 24. und 25. Dezember 1969 in einer Geheimaktion aus Cherbourg entführt und gegen den offiziellen Willen der französischen Stellen nach Israel gebracht. Durch diese Aktion wurden die Boote der CMN als Vedettes de Cherbourg weltweit bekannt.

Die deutsche Bundesmarine bestellte 1970 bei CMN 20 aus dem Entwurf Combattante-II entwickelte Schnellboote der Tiger-Klasse, von denen acht in Deutschland endausgerüstet wurden. Die übrigen wurden bei CMN komplett gefertigt. Alle Boote wurden zwischen 1972 und 1975 in Dienst gestellt.[4]

Im Juli 2019 lieferte die Werft zwei Kriegsschiffe an Saudi-Arabien aus.[5]

Unternehmensstruktur

CMN ist Teil von CMN Naval, einem multinationalen Schiffbau- und Yachtbaukonzern. Zu diesem Konzern gehören auch Werften wie German Naval Yards in Deutschland und Isherwoods im Vereinigten Königreich.[6] Darüber hinaus sind auch die Tochtergesellschaften HydroQuest, AMT und ACE Teil von CMN Naval.[7]

Aktivitäten

BR71 Combattante CMN Vessel

CMN baut Marineschiffe, Yachten und Forschungsschiffe und ist über die Tochtergesellschaft Hydroquest auch im Bereich der Meeresenergien tätig.[8]

Am Standort Cherbourg verfügt CMN über mehrere Produktionshallen (insgesamt rund 48.000 m2 überdachte Flächen, Grundstücksfläche ca. 110.000 m2) sowie über spezielle Einrichtungen wie eine Slipanlage für Schiffe unter 700 Tonnen und einen Syncrolift mit einer Tragkraft von 3.000 Tonnen.[9]

Einzelnachweise

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