Berliner Christopher Street Day

jährliche Demonstration für LGBTQIA+Rechte in Berlin From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Berliner Christopher Street Day (auch: CSD Berlin, Berlin Pride) ist eine in Berlin jährlich durchgeführte Demonstration für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Intersexuellen und queeren Menschen.

Vorderster Zug des CSD Berlins 2025

Der CSD Berlin ist einer der größten Straßenumzüge in Berlin und gilt als einer der größten seiner Art in Europa.

Seit 2013 hat der CSD Berlin wieder eine feste Route. Diese startet am Kurfürstendamm / Ecke Joachimsthaler Straße. Von dort führt die rund 5,5 km lange Paradestrecke über den Breitscheidplatz und den Wittenbergplatz zum Nollendorfplatz, wo sie links in Richtung Lützowplatz abknickt. Daran anschließend geht es weiter über die Klingelhöferstraße und die Hofjägerallee vorbei an der Siegessäule und über die Straße des 17. Juni zum Brandenburger Tor, wo die Abschlusskundgebung stattfindet.

Geschichte

Nach dem Aufstand im Stonewall Inn in der Nacht zum 28. Juni 1969 fanden in zahlreichen Städten weltweit erste Demonstrationen statt. In Deutschland fanden am 30. Juni 1979 parallel in Bremen und West-Berlin die ersten CSDs statt. Unter dem Motto „Mach dein Schwulsein öffentlich!“ und „Lesben erhebt euch und die Welt erlebt euch!“ nahmen 400 Personen in Berlin teil. Parallel hierzu marschierte von 1998 bis 2016 der Transgeniale CSD. Um das Ereignis herum findet in der Pride Week auch das Lesbisch-schwule Stadtfest und die Gay Night at the Zoo[1] im Zoologischen Garten statt (zuletzt 2020).[2]

Im Juni 2010 distanzierte sich die US-amerikanische Philosophin Judith Butler von den Organisatoren der CSD-Parade in Berlin, indem sie öffentlich die Annahme des Zivilcouragepreises verweigerte. In ihrer Rede beklagte Butler die Kommerzialisierung[3] der CSD-Parade, aber auch die Ignoranz gegenüber Rassismus und doppelter Diskriminierung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Migranten.

Beim Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day 2026 wurde am 25. Juli 2026 am Rande des CSD, auf Höhe Lennéstraße und Ahornsteig im Berliner Tiergarten, ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Dabei kam mindestens eine Person ums Leben, der Fahrer flüchtete zu Fuß. Der CSD wurde vorzeitig abgebrochen.[4]

Mottos und Teilnehmerzahlen

In den Anfangsjahren war der Berliner CSD eine relativ kleine Veranstaltung. Von 400 Teilnehmern im Jahr 1979 wuchs die Zahl in den 1980er Jahren langsam auf 5000 Personen (1989) an. Erst ab Mitte der 1990er Jahre gab sich der Berliner CSD jährlich ein Leitmotto. Mittlerweile ist der CSD eine der größten regelmäßigen Veranstaltungen in Berlin mit mehreren hunderttausend Besuchern und Demonstranten.

2025 veranstaltete der Verein zum ersten Mal in seiner Geschichte einen Winter-CSD aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahlen. Unter dem Motto: „Es ist 5 vor 12 – Wähl Liebe, solange du noch kannst“ gingen am 15. Februar 2025 bei kalten Temperaturen knapp 15.000 Menschen auf die Straße um gegen einen drohenden Rechtsruck in der Regierung zu protestieren.[5]

Die Teilnehmerzahlen und Mottos ab 1990:[6]

Weitere Informationen Jahr, Teilnehmer ...
JahrTeilnehmerWagenMotto
1990 0.015.000 ?
1991 0.010.000 ?
1992 0.025.000 ?
1993 0.030.000 ? Vielfalt und Schwesterlichkeit, Solidarität über alle Grenzen
1994 0.035.000 ? We are familiy!
1995 0.040.000 ?
1996 0.050.000 60 (Kein dezidiertes Motto, lief nur unter „CSD ’96“)
1997 0.120.000 ? Andersrum muss gerechnet werden
1998 0.300.000 ? Für eine andere Politik – wir fordern gleiche Rechte
1999 0.350.000 78 Dreißig Jahre Stonewall
2000 0.500.000 81 Unsere Vielfalt zieht an
2001 0.500.000 89 Berlin stellt sich qu(e)er gegen rechts
2002 0.550.000 89 Wir machen Berlin anders! Weltoffen, tolerant queer!
2003 0.600.000 59 Akzeptanz statt Toleranz
2004 0.450.000 71 Homokulturell – Multisexuell – Heterogen!
2005 0.400.000 58 Unser Europa gestalten wir!
2006 0.450.000 52 Verschiedenheit und Recht und Freiheit
2007 0.450.000 66 Vielfalt sucht Arbeit
2008 0.500.000 48 Hass du was dagegen?
2009 0.550.000 51 Stück für Stück ins Homo-Glück – Alle Rechte für alle!
2010 0.600.000 52 Normal ist anders!
2011 0.700.000 52 Fairplay für Vielfalt!
2012 0.700.000 46 Wissen schafft Akzeptanz
2013 0.750.000 50 Schluss mit Sonntagsreden! Demonstrieren! Wählen! Verändern!
2014 0.500.000 29 LGBTI-Rechte sind Menschenrechte
2015 000750.000[7] 55[8] Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich.
2016 000500.000[9] 51[10] Anders. Leben!
2017 000400.000[11] 58[12] Mehr von uns – jede Stimme gegen Rechts
2018 Hunderttausende[13] 59[14] Mein Körper, meine Identität, mein Leben!
2019 0.1.000.000[15] 83[16] Stonewall 50 – Every riot starts with your voice
2021 0.0065.000[17] N/A[18] Save our Community – save our pride
2022 350.000–600.000[19] 96 United in Love! Gegen Hass, Krieg und Diskriminierung
2023 350.000–600.000[20] N/A Be their voice – and ours! für mehr Empathie und Solidarität!
2024 000250.000[21] 75 Nur gemeinsam stark – für Demokratie und Vielfalt
2025 Hunderttausende[22] / bis zu 500.000 81 Nie wieder still!
2026 Hunderttausende über 80 [23] Haltung ist hot! [24]
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Siehe auch

Commons: Berliner Christopher Street Day – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Christopher Street Day – in den Nachrichten

Einzelnachweise

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