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Schule am Rathaus

Schule in Berlin-Lichtenberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Schule am Rathaus ist eine Integrierte Sekundarschule in der Rathausstraße 8 im Ortsteil Lichtenberg des gleichnamigen Berliner Bezirks. Sie entstand im Jahr 1910 als Cecilien-Lyzeum[2] und erhielt 1971 den Namen des Widerstandskämpfers Hans Zoschke. Seit 1999 heißt sie Schule am Rathaus nach der Lage des Gebäudes in der Nähe des Rathauses Lichtenberg.

SchulformÖffentliche Integrierte Sekundarschule
Schulnummer11K06
Gründung1910
AdresseRathausstraße 8
10367 Berlin
Schnelle Fakten Schule am Rathaus Cecilien-Lyzeum Lichtenberg, Schulform ...
Schule am Rathaus
Cecilien-Lyzeum Lichtenberg
Ansicht von Süden (2011)
Schulform Öffentliche Integrierte Sekundarschule
Schulnummer 11K06
Gründung 1910
Adresse Rathausstraße 8
10367 Berlin
Ort Berlin-Lichtenberg
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 30′ 57″ N, 13° 28′ 51″ O
Träger Land Berlin
Schüler 392 (Schuljahr 2025/26)[1]
Lehrkräfte 44 Lehrer + 4 Lehramtsanwärter (Schuljahr 2025/26)[1]
Leitung Steffen Eckardt[1]
Website schuleamrathaus.din.de
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Geschichte

Cecilien-Lyzeum

Die Gemeinde Lichtenberg im Landkreis Niederbarnim verfolgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Ziel, den Status einer eigenen Stadt zu erlangen. Zu den notwendigen Voraussetzungen gehörten neben Rathaus, Gericht, Gefängnis, kommunalem Friedhof sowie Stadtwerken für Gas, Wasser und Elektrizität auch ausreichende Unterrichtsmöglichkeiten im eigenen Einzugsbereich, darunter höhere Bildungsanstalten für Knaben und für Mädchen.

Der Gemeinderat beauftragte den ortsansässigen Architekten Wilhelm Grieme[3] und seinen Stadtbaurat Johannes Uhlig[4] mit Entwürfen für eine Höhere Töchterschule, im damaligen Sprachverständnis eine Höhere Mädchenschule bzw. ein Lyzeum. Das mehrgliedrige Gebäude wurde nach den vorgestellten Plänen errichtet und 1910 eingeweiht, es erhielt im Jahr 1912 den Namen Cäcilien-Lyzeum[5] nach der sozial engagierten preußischen Kronprinzessin Cecilie.[6]

Im Jahr 1938 wurde das Cecilien-Lyzeum mit der ebenfalls in Berlin-Lichtenberg, Prinz-Albert-Straße (heute Nöldnerstraße) Nr. 44, befindlichen öffentlichen Mädchenschule (seit 1907 Pestalozzi-Lyzeum) zusammengelegt.[7]

Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren Dach- und Fassadenteile zerstört, die dann in vereinfachten Formen wieder aufgebaut wurden. So konnte der Schulunterricht fortgesetzt werden.

4. Grundschule, 4. Oberschule, Hans-Zoschke-Oberschule

In der DDR hieß die Schule zunächst 4. Grundschule Lichtenberg,[8] dann mit der Schaffung von polytechnischen Oberschulen ab 1959 4. Oberschule Lichtenberg.[9] Im Jahr 1971 erhielt sie den Namen des Widerstandskämpfers gegen den Nationalsozialismus Hans Zoschke.[10] Auf dem Schulhof wurde eine Zoschke-Büste aufgestellt.

Hauptportal

Schule am Rathaus

Am 27. Oktober 1999 erhielt die Schule den neuen Namen Schule am Rathaus, an dessen Findung die Schüler beteiligt waren.[11] Seit 2010 ist es eine Integrierte Sekundarschule.

Schulprofil

Der Unterricht findet in folgenden Fachbereichen statt: Deutsch, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Fremdsprachen, Erdkunde, Ethik, Geschichte/Sozialkunde, Arbeitslehre/Wirtschaft-Arbeit-Technik, Musik, Bildende Kunst und Sport. Freizeitangebote in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und die Teilnahme an Wettbewerben mit anderen Berliner Schulen bereichern das Schulleben.

Im Schuljahr 2025/26 hat die Schule 392 Schüler. Von ihnen haben 41,6 Prozent eine nichtdeutsche Herkunftssprache.[1]

Die Mitglieder des Fördervereins der Schule am Rathaus unterstützen die zahlreichen Aktivitäten sowohl finanziell als auch durch ehrenamtliches Engagement.[12]

Drei Frauenfiguren an der Ostseite des Eingangsportals

Gebäude

Wilhelm Grieme lehnte sich in seinem Entwurf an die in damaliger Zeit beliebte Stilrichtung der Neorenaissance an. Nach seinem Plan entstanden ab 1908 zwischen Rathausstraße und Rudolf-Reusch-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rathaus Lichtenberg das eigentliche Schulgebäude, ein angegliedertes Rektoren-/Lehrerwohnhaus sowie ein Baukörper mit Turnhalle und Aula. Der mehrfach abgewinkelte Grundriss des Grundstücks auf leichter Hanglage wurde mit dem lebhaft gruppierten dreigeschossigen verputzten Ziegelbauwerk optimal ausgenutzt.[13] Die Hauptfassade ist die südliche Gebäudefront, die mit auffälligem Dekor und baulichen Besonderheiten gestaltet wurde. Von der Straße kommend beherrscht der Treppenturm mit einem achteckigen Grundriss (8,5 × 8,5 m) und seinen vier Etagen sowie einer Turmstube den Gebäudekomplex. Er trug bis zum oben genannten Brand eine Schweifhaube. Der über eine Freitreppe angeschlossene Haupteingang wurde aufwendig und mit Ornamenten gestaltet. Ein dreiteiliger Schmuckgiebel erhebt sich in ganzer Portalbreite darüber, und eine Uhr mit vergoldeten römischen Ziffern und Zeigern schmückt ihn in der Mitte, unter der eine als Relief ausgebildete Sonnenuhr nur die „sonnigen Stunden“ anzeigt. Beiderseits des Portals sind in Augenhöhe je drei Skulpturen angebracht, die junge Frauen mit zeittypischen Arbeiten wie Kindererziehung, Handarbeiten oder Harfespiel zeigen.

Neuer hölzerner Dachstuhl für die Turmspitze (2010 auf der Rathausstraße fertig montiert)
Treppenturm an der Südostecke des Schulgebäudes mit erneuerter Schweifhaube

Das Foyer wird von einem Kreuzrippengewölbe gebildet, das sich auf mehrere mit Stuck geschmückte Säulen abstützt.

Die Südseite des Turnhallen-/Aula-Gebäudes besaß bis zur Zerstörung im Krieg einen Staffelgiebel in ganzer Baubreite, der ohne Zierrat erneuert wurde.

Im Jahr 1972 zerstörte ein Brand Teile des Turmes und des Daches, die nicht wieder nach den Originalplänen rekonstruiert wurden. Seit den 1980er Jahren steht das Schulgebäude unter Denkmalschutz.[14]

Die Restaurierungsarbeiten ab 2009 führten zu einem Nachbau des historischen Turmes nach Fotos, da keine Originalunterlagen erhalten sind. Die 12 Meter hohe hölzerne Konstruktion wiegt 22 Tonnen. Sie wurde von einer Leipziger Zimmermannsfirma vor Ort in der Rathausstraße montiert und am 10. August 2010 mit einem Spezialkran aufgerichtet.[15] Anschließend erhielt das gesamte Dach eine neue Schiefereindeckung.

Der sandsteinerne Figurenschmuck am Portal wurde grob gesäubert, die Fassade am trichterförmigen breiten Eingangsportal und der darüber befindliche Giebel erhielten frische Farben. Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der Schule veranlasste das Bezirksamt Lichtenberg 2010/2011 eine teilweise Sanierung und denkmalgerechte Instandsetzung des Daches und des äußeren Treppenturms, der in seinen Originalzustand zurückversetzt wurde.

Einzelnachweise

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