Challenge St. Pölten

österreichische Triathlon-Sportveranstaltung From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Challenge St. Pölten ist eine ca. 65 km westlich von Wien im Rahmen der internationalen Challenge-Rennserie stattfindende Triathlon-Sportveranstaltung im österreichischen St. Pölten über die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,1 km Laufen). Sie ist die Nachfolgeveranstaltung des von 2007 bis 2019 hier ausgetragenen Ironman 70.3 Austria.

Schnelle Fakten
Challenge St. Pölten
Austragungsort St. Pölten
Osterreich Österreich
Erste Austragung 2021
(2007 bis 2019 als Ironman 70.3 Austria)
Rekorde
Distanz 1,9 km

90 km
21,1 km

Streckenrekord Männer: 3:44:30 h, 2025
DeutschlandDeutschland Jannik Schaufler
Frauen: 4:14:17 h, 2026
Deutschland Caroline Pohle
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Organisation

Ironman 70.3 Austria von 2007 bis 2019

Ironman 70.3 ist ein geschütztes Markenzeichen des chinesischen Dalian-Wanda-Konzerns bzw. dessen Tochterunternehmens WTC, die ursprünglich dessen Nutzung gegen Zahlung von Lizenzgebühren an unabhängige Veranstalter vergab und seit 2009 zunehmend auch selbst als Veranstalter auftritt. Das Rennen über die halbe Ironman-Distanz wurde 2007 erstmals in Österreich durch die Triangle Sports & Promotion GmbH veranstaltet, die bereits seit 1998 den Ironman Austria und zeitweise auch den Ironman France, den Ironman South Africa, den Ironman 70.3 South Africa und den Ironman 70.3 Monaco organisierte. Der Triathlon entstand als fünfter europäischer sowie zwanzigster Event weltweit mit dem Markenzeichen „Ironman 70.3“ im Veranstaltungsnamen. Gemäß Presseinformationen von Triangle stand die Wahl der niederösterreichischen Hauptstadt St. Pölten als Austragungsort erst nach langen Verhandlungen fest, wobei die zentrale Lage und die leichte Erreichbarkeit ausschlaggebend gewesen wären. Triangle kündigte vor der Premiere, deren Budget sie mit einer Million Euro bezifferte, dessen weltweite Übertragung durch eine Fernsehproduktion des ORF an und warb bereits zur ersten Austragung mit einem erwarteten Nutzen für die Region von rund 12.000 Nächtigungen sowie einer prognostizierten Wertschöpfung von rund 5,2 Millionen Euro.[1][2] De facto erwies sich diese Erwartung zumindest für die Erstaustragung als unrealistisch: Bei der Premiere standen letztlich nur 568 Athleten (bei einem Teilnehmerlimit von 1500 Triathleten) am Start, die Presse schrieb von rund 5000 Zuschauern vor Ort.[3]

Die Teilnahmegebühr in St. Pölten betrug bei der Premiere 160 Euro.[1] Bei der Erstaustragung des Ironman 70.3 Austria am 2. Juni 2007 war eine Qualifikation für 75 Startplätze bei einem Triathlon in Clearwater als Abschluss der Ironman-70.3-Serie möglich. Die schnellsten Amateure in deren Altersklassen sowie Profi-Triathleten können diese Startplätze nachmittags nach dem Wettkampf in St. Pölten erwerben. Dieses Serienfinale wird unter dem Namen „Ironman 70.3 World Championship“ beworben, stellt aber keine durch einen internationalen Verband vergebene formale Weltmeisterschaft dar. Bei der Premiere 2007 konnte sich der Deutsche Michael Göhner nach 75 Kilometern auf der Radstrecke an die Spitze setzen und gewann schließlich vor Gerrit Schellens. Schnellste Frau war die Ungarin Erika Csomor.[3] 2009 fand das Rennen in St. Pölten am 24. Mai statt und es waren Athleten aus 39 Nationen gemeldet. Chris McCormack erreichte nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen drei Sekunden vor dem Zweitplatzierten Marino Vanhoenacker das Ziel. Bei den Frauen gelang Sandra Wallenhorst mit dem schnellsten Halbmarathon der Sieg vor Lucie Zelenkova, die nach der zweiten Disziplin noch vor Eva Dollinger und Caroline Steffen an der Spitze gelegen hatte.[4]

2010 verkauften die Inhaber von Triangle ihre Firma inklusive der Rechte an ihren Veranstaltungen an die inzwischen in den Besitz einer Investmentgesellschaft gegangenen WTC.[5][6] 2010 wurde die Zahl der in St. Pölten angebotenen Startplätze für das Serienfinale, die für je 270 Euro erworben werden konnten, auf fünfzig reduziert.[7] 2010 verbesserte der Tscheche Filip Ospalý den Streckenrekord auf 3:46:01 h und unterbot damit die Siegerzeit aus dem Vorjahr um mehr als acht Minuten. Bei den Frauen konnte die seit 2007 in Österreich lebende Niederländerin Yvonne van Vlerken den Endspurt vor der Ungarin Erika Csomor knapp für sich entscheiden.[8]

Zur fünften Austragung 2011 waren Anmeldungen von mehr als 2300 Athleten aus 50 Nationen eingegangen.[9] Seit 2012 wird vom gleichen Veranstalter rund 340 km westlich von St. Pölten auch der Ironman 70.3 Zell am See-Kaprun veranstaltet. Seit 2013 wurden in St. Pölten noch 30 Startplätze für das Saisonfinale verkauft.[10] Im Mai 2013 waren 2268 Athleten am Start. Die Schwimmdistanz musste in diesem Jahr witterungsbedingt ersatzlos gestrichen werden.[11]

Laura Philipp, Siegerin 2016, 2017 und 2018
Jannik Schaufler, Sieger 2025 mit neuem Streckenrekord

2014 konnte Lisa Hütthaler hier ihren Erfolg aus dem Vorjahr wiederholen und stellte mit 4:17:20 h einen neuen Streckenrekord bei den Frauen auf.[12]

2015 gingen insgesamt 2123 Anmeldungen beim Veranstalter ein, im Vorfeld hatte der Veranstalter als Teilnehmerlimit 2400 Starter genannt. Um der Windschattenproblematik entgegenzuwirken, starten die Athleten bereits seit der Premiere in einzelnen Startgruppen. Der Start der Profi-Athleten erfolgt dabei etwa zehn Minuten vor den Amateuren. Insgesamt gab es 2015 zehn Startgruppen. Im Mai 2015 konnten mit Anja Beranek und Andreas Böcherer erstmals zwei deutsche Athleten das Rennen für sich entscheiden.[13]

Die Anmeldegebühr stieg für 2016 auf 302 Euro für Einzelstarter sowie 402 Euro für Staffeln, bei Anmeldung mehrere Monate vor dem Wettkampf sind niedrigere Teilnahmegebühren möglich. 2016 betrug die von den qualifizierten Athleten direkt vor Ort in bar zu entrichtende Teilnahmegebühr für die „Ironman 70.3 World Championship“ 378 Euro (jeweils inklusive obligatorischer Servicegebühr). 2016 konnte Böcherer seinen Titel erfolgreich verteidigen.

Im Mai 2018 holte sich die Deutsche Laura Philipp nach 4:14:25 Stunden mit neuem Streckenrekord ihren dritten Sieg in Folge und auch der Österreicher Michael Weiss verbesserte bei den Männern den Streckenrekord auf 3:51:36 Stunden.

Fortführung als „Challenge St. Pölten“ ab 2020

Nach der 13. Austragung 2019 kam es zu einem Wechsel des Veranstalters.[14] Wie im Mai bekannt wurde, sollte das Rennen am 24. Mai 2020 unter neuem Veranstalter im Rahmen der internationalen Challenge-Rennserie als „Challenge St. Pölten“ ausgetragen werden.[15] Diese geplante Veranstaltung musste aber aufgrund der COVID-19-Pandemie ersatzlos abgesagt werden.[16]

Die Erstaustragung der Challenge St. Pölten war am 30. Mai 2021. Es waren etwa 1700 Athleten am Start und das Rennen wurde ohne Zuschauer ausgetragen.[17] Die zweite Austragung war hier am 29. Mai 2022.[18]

Nach der Saison 2023 wurde die Challenge St. Pölten zum beliebtesten Rennen der weltweiten Serie erklärt und die Challenge Roth konnte die Kategorien „Best Bike“ und „Best Finish Line Party“ für sich entscheiden.[19] Im Mai 2024 wurde in St. Pölten erstmals die Triathlon-Staatsmeisterschaft über die Mitteldistanz ausgetragen.[20] Am 25. Mai 2025 verbesserte der Deutsche Jannik Schaufler den Streckenrekord auf 3:44:30 Stunden.

Im Mai 2026 ging der Titel nach 2021 wieder an Frederic Funk[21] und bei den Frauen stellte Caroline Pohle mit ihrer Siegerzeit von 4:14:17 Stunden einen neuen Streckenrekord ein.[22]

Ironman 70.3 Austria wieder ab 2027

Im Dezember 2025 wurde hier ein Veranstalterwechsel verlautbart und 2027 soll dieses Rennen wieder als Ironman 70.3 Austria ausgetragen werden.[23]

Streckenverlauf

  • Die Schwimmdistanz startet im Viehofner See und nach 900 Metern Schwimmen gibt es einen etwa 200 Meter langen Landgang zum Ratzersdorfer See.
  • Die Radstrecke verläuft über eine 90 Kilometer lange einmal zu durchfahrende Runde durch die Wachau mit etwa 1024 hm – über Herzogenburg, Traismauer, Krustetten, Krems, Mautern, Weißenkirchen, Aggsbach, über Gansbach und Obritzberg wieder zurück zur Wechselzone in St. Pölten. Auf einem ca. 16 Kilometer langen Teilstück zu Beginn der Radstrecke verläuft diese über das für die Veranstaltung gesperrte Autobahnteilstück der Kremser Schnellstraße S33 zwischen Anschlussstelle St. Pölten Nord bis zur Anschlussstelle Traismauer Nord.
  • Der abschließende Halbmarathon wird über zwei Runden am östlichen und westlichen Ufer der Traisen ausgetragen.

Siegerliste

Challenge St. Pölten

Weitere Informationen N °, Datum/Jahr ...
N °Datum/Jahr Männer Frauen
1. Platz2. Platz3. Platz1. Platz2. Platz3. Platz
72027
631. Mai 2026DeutschlandDeutschland Frederic Funk -2-Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Simon DavisItalienItalien Mattia CeccarelliDeutschlandDeutschland Caroline Pohle (SR)NiederlandeNiederlande Diede DiederiksFinnland Minttu Hukka
525. Mai 2025DeutschlandDeutschland Jannik Schaufler (SR)Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Will DraperSlowenien Ondrej KubaVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chloe SparrowOsterreichÖsterreich Anna PabingerOsterreichÖsterreich Gabriele Obmann
426. Mai 2024DeutschlandDeutschland Tom Hug -2-Slowenien Ondrej KubaVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Will DraperDeutschlandDeutschland Laura ZimmermannVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Chloe SparrowDeutschlandDeutschland Sarah Schönfelder
321. Mai 2023DeutschlandDeutschland Tom HugSchweiz Adriano EngelhardtOsterreichÖsterreich Lukas HollausNiederlandeNiederlande Lotte WilmsDeutschlandDeutschland Daniela KleiserDeutschlandDeutschland Carolin Lehrieder
229. Mai 2022DeutschlandDeutschland Nicolas MannAustralienAustralien Caleb NobleOsterreichÖsterreich Lukas HollausVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lucy BuckinghamAustralienAustralien Grace ThekPolen Aleksandra Jędrzejewska
130. Mai 2021DeutschlandDeutschland Frederic FunkDeutschlandDeutschland Jan StratmannDeutschlandDeutschland Maurice ClavelDeutschlandDeutschland Anne HaugSchweiz Imogen SimmondsDanemarkDänemark Maja Stage Nielsen
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  Österreichische Staatsmeisterschaft Mitteldistanz

Ironman 70.3 Austria

Weitere Informationen N °, Datum/Jahr ...
N °Datum/Jahr Männer Frauen
1. Platz2. Platz3. Platz1. Platz2. Platz3. Platz
142027
1326. Mai 2019DeutschlandDeutschland Franz LöschkeOsterreichÖsterreich Thomas StegerOsterreichÖsterreich Michael WeissSchwedenSchweden Sara SvenskOsterreichÖsterreich Bianca SteurerDeutschlandDeutschland Julia Gajer
1227. Mai 2018OsterreichÖsterreich Michael WeissSchweiz Ruedi WildItalienItalien Giulio MolinariDeutschlandDeutschland Laura Philipp -3- (SR)DanemarkDänemark Helle FrederiksenDeutschlandDeutschland Anja Beranek
1121. Mai 2017DeutschlandDeutschland Nils FrommholdDeutschlandDeutschland Andreas BöchererDeutschlandDeutschland Maurice ClavelDeutschlandDeutschland Laura Philipp -2-NiederlandeNiederlande Yvonne van VlerkenOsterreichÖsterreich Lisa Hütthaler
1022. Mai 2016DeutschlandDeutschland Andreas Böcherer -2-Schweiz Ruedi WildOsterreichÖsterreich Paul ReitmayrDeutschlandDeutschland Laura PhilippNiederlandeNiederlande Yvonne van VlerkenDeutschlandDeutschland Anja Beranek
917. Mai 2015DeutschlandDeutschland Andreas BöchererDeutschlandDeutschland Nils FrommholdSchweiz Jan van BerkelDeutschlandDeutschland Anja BeranekSchweiz Nicola Spirig HugDeutschlandDeutschland Laura Philipp
825. Mai 2014SpanienSpanien Eneko LlanosBelgien Marino VanhoenackerOsterreichÖsterreich Michael WeissOsterreichÖsterreich Lisa Hütthaler -2-Finnland Kaisa LehtonenDeutschlandDeutschland Svenja Bazlen
726. Mai 2013Belgien Bart AernoutsDeutschlandDeutschland Andreas BöchererSpanienSpanien Eneko LlanosOsterreichÖsterreich Lisa HütthalerSchwedenSchweden Eva NyströmNiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken
620. Mai 2012Tschechien Filip Ospalý -3-DeutschlandDeutschland Andreas RaelertFrankreichFrankreich Cyril ViennotDeutschlandDeutschland Julia GajerUngarn Erika CsomorSchweiz Natascha Badmann
522. Mai 2011Tschechien Filip Ospalý -2-OsterreichÖsterreich Michael WeissVereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Paul AmeySchweiz Karin ThürigUngarn Erika CsomorNiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken
430. Mai 2010Tschechien Filip OspalýAustralienAustralien Chris McCormackDeutschlandDeutschland Andreas RaelertNiederlandeNiederlande Yvonne van Vlerken -2-Ungarn Erika CsomorSchweiz Karin Thürig
324. Mai 2009AustralienAustralien Chris McCormackBelgien Marino VanhoenackerItalienItalien Massimo CiganaDeutschlandDeutschland Sandra WallenhorstTschechien Lucie ZelenkováSchweiz Caroline Steffen
224. Mai 2008ItalienItalien Massimo CiganaSchwedenSchweden Björn AnderssonDeutschlandDeutschland Michael GöhnerNiederlandeNiederlande Yvonne van VlerkenUngarn Erika CsomorDeutschlandDeutschland Sandra Wallenhorst
12. Juni 2007DeutschlandDeutschland Michael GöhnerBelgien Gerrit SchellensDeutschlandDeutschland Hans MühlbauerUngarn Erika CsomorDanemarkDänemark Charlotte KoltersItalienItalien Edith Niederfriniger
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Einzelnachweise

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