Charles J. Train

US-amerikanischer Offizier, Konteradmiral der US-Navy From Wikipedia, the free encyclopedia

Charles Jackson Train (* 14. Mai 1845 in Framingham, Massachusetts; † 4. August 1906 in Yantai, Shandong, Kaiserreich China) war ein Konteradmiral der United States Navy. Er war unter anderem Kommandeur der Asienflotte.

Charles J. Train

Leben

Charles Train war ein Sohn von Charles R. Train (1817–1885) und dessen Frau Martha Ann Jackson (1819–1867). Der Vater vertrat zwischen 1859 und 1863 den Bundesstaat Massachusetts im US-Repräsentantenhaus. Sein eigener Sohn Charles R. Train Jr. (1879–1967) brachte es in der amerikanischen Marine ebenfalls bis zum Konteradmiral. Dessen Sohn Russell E. Train wurde Leiter der US-Umweltbehörde EPA.

Im Jahr 1864 absolvierte er die United States Naval Academy, die damals wegen des Bürgerkrieges von Annapolis in Maryland nach Newport in Rhode Island verlegt worden war. Außerdem war sein Studium an der Akademie kriegsbedingt von vier auf drei Jahre verkürzt. In der Kriegsmarine durchlief er anschließend alle Offiziersränge bis zum Konteradmiral.

Während seiner militärischen Laufbahn absolvierte er sowohl Aufgaben als Seeoffizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe als auch Tätigkeiten als Stabsoffizier auf dem Festland. Zunächst war er Offizier an Bord verschiedener Kriegsschiffe, die hauptsächlich im Atlantik operierten. In den Jahren 1871 und 1872 gehörte er der Fakultät der Marineakademie an, die inzwischen nach Annapolis zurückgekehrt war.

Nach zwischenzeitlich anderen Verwendungen war Train im Jahr 1874 an der Beobachtung des Venustransits beteiligt. In den folgenden Jahren bis 1886 diente er auf weiteren Kriegsschiffen, diesmal auch im Pazifik. Er war zudem Stabsoffizier auf der Marinewerft in Mare Island in Kalifornien und erneut Mitglied im Lehrkörper der Marineakademie. Im Marinehauptquartier bekleidete er in den Jahren 1884 bis 1886 eine Stelle in der Abteilung für Ausrüstung und Personalrekrutierung (Bureau of Equipment and Recruiting).

Im Jahr 1886 erhielt er mit dem Kommando über die Sloop Jamestown sein erstes Seekommando, das er bis zum Jahr 1888 innehatte. Danach war er bis 1889 Kapitän des Ausbildungsschiffs Constellation. Nach zwischenzeitlich anderen Verwendungen, wie z. B. als Leuchtturminspekteur, übernahm er im Jahr 1893 das Kommando über das Kanonenboot Machias (PG-5). Das Schiff operierte damals noch im Atlantik. Kurz nach Trains Zeit als Kommandeur wurde es in den Pazifik verlegt.

Im Jahr 1894 absolvierte Charles Train das Naval War College in Newport in Rhode Island. Anschließend gehörte er als Vertreter der Marine der Organisation für eine Messe Baumwolle produzierender Staaten an (Cotton States and International Exposition) die in Atlanta in Georgia stattfand. Danach war er von 1896 bis 1898 Leuchtturminspekteur im Vierten Marinebezirk. Im April 1898 übernahm er das Kommando über das Schlachtschiff Massachusetts, mit dem er am Spanisch-Amerikanischen Krieg teilnahm. Das Schiff war unter anderem an der Blockade von Santiago de Cuba beteiligt. Im Mai 1901 wurde er Mitglied im Board of Inspection and Survey (Inventar-Ausschuss) der Marine, der Lagerung und Qualität der Ausrüstung für die amerikanischen Kriegsschiffe inspizierte. Zwischen Januar 1903 und Februar 1904 war er dessen Vorsitzender.

Am 30. März 1905 übernahm Charles Train als Nachfolger von William M. Folger das Kommando über die amerikanische Asienflotte (United States Asiatic Fleet), die Vorgängerorganisation der United States Pacific Fleet. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Tod am 4. August 1906. Seine Zeit als Kommandeur dieser Flotte war von den Ereignissen in der Endphase des Russisch-Japanischen Kriegs und lokalen chinesischen Unruhen überschattet. Sein Nachfolger wurde Willard H. Brownson, der am 15. Oktober 1906 sein neues Amt antrat.

Der mit Grace Tomlinson (1850–1942) verheiratete Offizier sollte ursprünglich im Mai 1907 altersbedingt pensioniert werden. Er erkrankte aber an Urämie (Niereninsuffizienz) und starb Monate vor dem Erreichen der geplanten Pensionierung am 4. August 1906 an dieser Krankheit. Er wurde auf dem Friedhof der Marineakademie in Annapolis beigesetzt.

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