Cherry Oh Baby

Reggae-Song von Eric Donaldson From Wikipedia, the free encyclopedia

Cherry Oh Baby (auch: Cherry Oh! Baby) ist ein Reggae-Titel des jamaikanischen Sängers Eric Donaldson aus dem Jahr 1971, mit dem der Sänger im selben Jahr das Jamaica Song Festival gewann.

Veröffentlichung1971
Länge3:00
Autor(en)Eric Donaldson
Schnelle Fakten Eric Donaldson, Veröffentlichung ...
Cherry Oh Baby
Eric Donaldson
Veröffentlichung 1971
Länge 3:00
Genre(s) Reggae
Autor(en) Eric Donaldson
Produktion Tommy Cowan, Bunny Lee
Label Jaguar Records
Auszeichnung(en) Jamaica Song Festival 1971
Album Eric Donaldson
Coverversionen
1976 Rolling Stones
2014 Seeed
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Entstehung und Veröffentlichung

Das Lied wurde vom Interpreten Eric Donaldson selbst getextet und komponiert. Für die Produktion zeichneten Tommy Cowan und Bunny Lee verantwortlich,[1] die das Lied mit Inner Circle als Begleitband einspielten. Die Idee zu dem Lied kam Donaldson während eines Anstreicherjobs, wie er dem Jamaica Observer zum 50. Jubiläum des Liedes im Jahr 2021 berichtete. Ursprünglich sollte es „Oh My Loving Baby“ heißen, bevor er auf „Cherry“ gekommen sei.[2]

Die Erstveröffentlichung von Cherry Oh Baby erfolgte als Single bei Jaguar Records im Jahr 1971 auf Jamaika. Diese erschien als 7″-Single mit der B-Seite Sir Charmers Specia (Katalognummer: J-08).[3] Im gleichen Jahr erschien es zudem als Teil von Donaldsons selbstbetitelten Debütalbum (Katalognummer: JAG 5401).[4] Im Jahr 1973 sang Donaldson auf dem Cherry-Riddim den Titel What a Festival; auf der B-Seite der von Lloyd Charmers produzierten Single toastete I-Roy eine Festival Version.[5]

Mit dem Titel gewann Donaldson das Jamaica Song Festival des Jahres 1971. Beim Festival-Finale soll das Publikum ausgelassen getanzt und so laut mitgesungen haben, dass der Interpret selbst nicht zu hören gewesen sei. Cherry Oh Baby entwickelte sich zum populärsten Festival-Beitrag und wurde daraufhin oft nachgeahmt.[6] Donaldson gewann das Festival noch weitere sechs Mal mit den Liedern Sweet Jamaica (1977), Land of My Birth (1978), Proud to Be Jamaican (1984), Big It Up (1993), Join de Line (1995) und Peace and Love (1997).[7]

Inhalt

Cherry Oh Baby ist ein Liebeslied im Reggae-Gewand. Das lyrische Ich richtet seine Wort direkt an die Angebetete, die „Cherry“, also „Kirsche“, genannt wird. Der Sänger gesteht ihr sein Verlangen und fordert sie auf, es doch einfach mal mit ihm zu versuchen.[8]

Rezeption

Cherry Oh Baby avancierte zwar nicht zu einem internationalen Charthit, aber auch aufgrund der Vielzahl an Coverversionen entwickelte sich der Titel zur kommerziell erfolgreichsten Single Jamaikas.[6] Die schnörkellose, bass- und rhythmusbetonte Produktion ohne Bläser, Leadgitarre und Hintergrundgesang antizipierte die Entwicklung des Reggae zum Dancehall.[6]

Jo-Ann Greene schreibt auf AllMusic über die Originalversion von Eric Donaldson: „Die Single war äußerst beliebt und hatte einen der unvergesslichsten Rhythmen der Musikgeschichte.“[9] Obwohl er mit seiner Version außerhalb Jamaikas keinen Hit landen konnte, habe er dennoch einen internationalen Klassiker geschaffen.

Coverversionen

The Rolling Stones

Zwischen 1972 und 1973 nahmen die Rolling Stones Teile ihres Albums Goats Head Soup (August 1973) auf Jamaika auf. Sie nutzten hierfür das Studio von Dynamic Sounds in Kingston. Dabei kam vor allem Gitarrist Keith Richards in Kontakt mit Reggae-Musikern und der aktuellen Reggae-Musik.[10] Cherry Oh Baby entwickelte sich zu einem Favoriten, den sich die Bandmitglieder gegenseitig vorspielten.[11] Die Coverversion erschien am 23. April 1976 auf dem 13. Stones-Studioalbum Black and Blue (Katalognummer: Rolling Stones COC 79104)[12] und war einer der ersten Titel, die mit dem neuen Gitarristen Ron Wood aufgenommen wurden.[11] Diese Coverversion blieb vom Aufbau weitgehend unbearbeitet, sodass Eric Donaldson weiterhin alleiniger Urheber ist. Für die Produktion zeichneten die Rolling-Stones-Mitglieder Mick Jagger und Keith Richards verantwortlich, die die Produktion unter dem Pseudonym The Glimmer Twins tätigten.[12] Bei der Instrumentierung bekam die Band Unterstützung durch Nicky Hopkins, der an der Orgel zu hören ist.[13]

Die Rolling Stones blieben dem Reggae-Genre treu und nahmen Ende der 1970er den Musiker Peter Tosh für ihr Label unter Vertrag. Mit Tosh entstanden in der Folge die drei Alben Bush Doctor (1978), Mystic Man (1979) und Wanted Dread & Alive (1981). Jagger und Tosh sangen im Duett (You Gotta Walk) Don’t Look Back zusammen; Richards spielte die Gitarre zu Bush Doctor.[14]

Seeed

Im Jahr 2014 nahm die deutsche Band Seeed eine Coverversion von Cherry Oh Baby auf und veröffentlichte diese unter dem Titel Cherry Oh 2014.[15] Obwohl die Band das Lied um zwei auf Deutsch gerappte Strophen („In deinem Garten lieg ich und warte…“) erweiterte,[16] ist auch hier Eric Donaldson als alleiniger Urheber aufgeführt. Für die Produktion waren alle Seeed-Mitglieder zuständig. Die Erstveröffentlichung von Cherry Oh 2014 erfolgte als Single am 20. Juni 2014 bei Downbeat Records. Diese erschien als CD-Maxi-Single, die zudem ein Instrumental des Liedes sowie eine Studioversion und ein Instrumental des Liedes Waiting, als B-Seiten umfasst (Katalognummer: 5054196-2436-2-3). Am gleichen Tag erschien auch eine 12″-Maxi-Single, die neben Cherry Oh 2014 zwei Remixe und die Studioversion zu Waiting beinhaltet (Katalognummer: 505419624360).[15]

Die Single avancierte für Seeed zum 13. Charthit in Deutschland, dem elften in Österreich sowie dem achten in der Schweiz. Darüber hinaus ist es ebenfalls die achte Single der Band, die sich gleichzeitig in allen D-A-CH-Staaten platzieren konnte.

Weitere Informationen ChartsChart­plat­zie­rungen, Höchst­platzie­rung ...
Chartplatzierungen
ChartsChart­plat­zie­rungenHöchst­platzie­rungWo­chen
 Deutschland (GfK)[17]16 (11 Wo.)11
 Österreich (Ö3)[15]41 (5 Wo.)5
 Schweiz (IFPI)[18]64 (1 Wo.)1
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Weitere Coverversionen

Lee Perry produzierte noch im Jahr der Erstveröffentlichung für die Band The Classics eine Version mit dem Titel Cheerio Baby.[19]

Ebenfalls 1971 toastete der jamaikanische Deejay Dennis Alcapone über die Originalversion, produziert von Bunny Lee und veröffentlicht als Ripe Cherry.[20]

1972 wurde das Lied von Phyllis Dillon als Eddie Oh Baby aus Frauenperspektive interpretiert.[21]

Der Musikproduzent Byron Lee spielte mit seiner Formation Byron Lee & the Dragonaires 1978 eine weitere jamaikanische Interpretation ein.[22]

Die Reggae-Popband UB40 aus Großbritannien veröffentlichte 1983 die LP Labour of Love, ein Album mit Coverversionen, darunter Cherry Oh Baby. Der Song erschien 1984 auch als Single (Virgin/DEP International 106 250).[23][24]

Literatur

  • Kevin Chang, Wayne Chen: Reggae Routes – The Story of Jamaican Music. Temple University Press, 1998, S. 139 (englisch).
  • Michael de Koningh, Laurence Cane-Honeysett: Young, Gifted & Black – The Story of Trojan Records. Omnibus Press, 2018, ISBN 978-1-78759-104-2 (englisch).

Musikbeispiele

Einzelnachweise

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