Chicken War
Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft
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Der Chicken War (deutsch: Hühnerkrieg oder Hähnchenkrieg) bezeichnet einen Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in den Jahren 1961 bis 1964. Er wurde durch die Einführung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und insbesondere durch die EWG-Verordnung Nr. 22 über Geflügelfleisch ausgelöst. Kern des Konflikts war die Behauptung der USA, die neuen EWG-Importabgaben auf Masthähnchen verletzten ein mit der EWG zuvor ausgehandeltes Stillhalteabkommen und schädigten den boomenden amerikanischen Export von tiefgefrorenen, küchenfertigen Broilern, der Westdeutschland seit 1956 als wichtigsten Absatzmarkt nutzte. Nachdem ein GATT-Schiedsverfahren die Schadenshöhe auf 26 Millionen US-Dollar festlegte, verhängten die USA zum 7. Januar 1964 Vergeltungszölle auf Branntwein, Kartoffelstärke, Dextrine sowie – mit den langanhaltendsten Folgen – auf Leicht-Lastkraftwagen, womit der Streit faktisch beigelegt wurde. Der Chicken War gilt als erster großer Handelsstreit der jungen EWG und als Präzedenzfall für nachfolgende transatlantische Agrarhandelskonflikte. Die amerikanischen Vergeltungszölle auf Leicht-LKW sind als Chicken Tax nie abgeschafft worden.

Historischer Hintergrund
Agrarprotektionismus in Europa seit dem 19. Jahrhundert
Seit den 1870er Jahren wandte sich Kontinentaleuropa schrittweise vom Freihandel ab. Als die Vereinigten Staaten und Russland große Mengen billigen Getreides auf den Weltmarkt brachten und der Abbau von Transportkosten transatlantische Preiskonkurrenz ermöglichte, reagierten viele europäische Staaten mit Schutzmaßnahmen. Deutschland, Frankreich und andere Flächenstaaten erhöhten ihre Getreidezölle, was zu einem Hochschaukeln protektionistischer Maßnahmen führte.[2.1] Diese Tradition staatlicher Intervention zugunsten heimischer Bauern prägte alle späteren agrarpolitischen Debatten und war eine zentrale strukturelle Voraussetzung für die Gestaltung der GAP nach 1957.[3.1]
Aufbau der Gemeinsamen Agrarpolitik (1958–1962)

Die Römischen Verträge (1957) legten die Einbeziehung der Landwirtschaft in den Gemeinsamen Markt fest und verpflichtete die EWG-Mitgliedstaaten, eine GAP zu entwickeln, die ein angemessenes Einkommen der Landwirte sowie die Versorgung der Verbraucher zu vernünftigen Preisen sicherstellen sollte.[4.1] Im Juli 1958 wurde im italienischen Stresa über die geeigneten Instrumente konferiert, ohne abschließende Ergebnisse.[2.2][4.1] Die Kommission unter Federführung von Sicco Mansholt legte 1959 erste Entwürfe vor.[2.3] Nach dem Grundsatzbeschluss des Rates vom Dezember 1960 folgte eine Marathonsitzung des Ministerrats von Mitte Dezember 1961 bis Mitte Januar 1962, die ein umfangreiches Paket gemeinsamer Marktordnungen beschloss.[2.4] Dieses Paket stützte sich auf variable Abschöpfungen und Exporterstattungen.[4.2] Die Bundesrepublik Deutschland hatte in den Verhandlungen mit Nachdruck auf hohe Getreidepreise und auf den Schutz der eigenen kleinteiligen Landwirtschaft gedrängt.[2.4]
Die USA beobachteten diese Entwicklungen genau: Ein gemeinsames Papier des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) und der US-Vertretung bei der EWG kam zu dem Schluss, dass die geplante Geflügelverordnung einer Zollerhöhung von 15,9 auf ungefähr 43 Prozent gleichkomme.[2.5]
Amerikanische Broiler im westdeutschen Markt
Die Voraussetzung für den Chicken War lag in der industriellen Umwälzung der amerikanischen Geflügelwirtschaft nach 1945. Hatten die USA 1929 rund 34 Millionen Hühner erzeugt, stieg diese Zahl bis 1961 auf 2,2 Milliarden und bis 1965 auf 2,5 Milliarden an.[2.6] Ermöglicht wurde dies durch technologische Innovationen und betriebswirtschaftliche Veränderungen: Die Tiere wurden in Stallhallen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse über optimale Fütterung aufgezogen, seit 1950 beschleunigte der Einsatz von Antibiotika und anderer Medikamente das Wachstum.[2.6] Zuchtexperimente, die zunehmende Konsolidierung und vertikale Integration in der Produktion sowie Betriebsausweitungen kamen hinzu.[1.2] Die feed conversion rate der US-Masthähnchen sank zwischen 1940 und 1960 von 4,22 auf 2,41 Kilogramm Futter pro Kilogramm Fleisch.[1.3] Die USA exportierten 1945 lediglich 2.000 Tonnen Hühnerfleisch, 1960 waren es bereits 82.000 Tonnen.[2.6]
Den wichtigsten Absatzmarkt bildete Westdeutschland. Im Dezember 1955 hatten die USA und die Bundesrepublik vereinbart, erstmals geschlachtetes Geflügel – 1,8 Millionen Kilogramm im Wert von 1,2 Millionen US-Dollar – nach Deutschland zu verschiffen, um den amerikanischen Markt vom Broiler-Überangebot zu entlasten.[5.1] Dies geschah auf Basis des Agricultural Trade Development and Assistance Act of 1954, aus dem später das Food for Peace Program entstand.[1.4] Obwohl deutsche Lebensmittelimporteure zunächst bezweifelt hatten, dass ihre Kunden die tiefgefrorenen, ungewohnt gelb gefärbten Hähnchen aus den USA kaufen würden, stieg das Handelsvolumen rasant: 1960 fanden 39 Millionen Kilogramm US-Brathähnchen ihren Weg in die Bundesrepublik, die damit 95 Prozent aller EWG-Hähncheneinfuhren auf sich zog.[5.1] 1962 hatte sich das Volumen auf 78 Millionen Kilogramm nahezu verdoppelt.[5.1] Gemessen in Pfund stiegen die US-Geflügelsendungen nach Westdeutschland von 4 Millionen Pfund (1956) auf 152 Millionen Pfund (1962).[1.5]
Veränderte Konsumgewohnheiten in Westdeutschland
Entscheidend für das rasche Absatzwachstum war ein Wandel der westdeutschen Ess- und Konsumgewohnheiten. Hühnerfleisch galt Mitte der 1950er Jahre noch überwiegend als Suppeneinlage, nicht als eigenständiges Fleischgericht.[5.2][6.1] Das änderte sich mit steigendem Wohlstand während der Wirtschaftswunderjahre der Bundesrepublik und dem Aufstieg der frühen Systemgastronomie. Wienerwald-Gründer Friedrich Jahn, der 1964 bereits 125 Restaurants in Westdeutschland betrieb und monatlich rund 850.000 Hähnchen vorwiegend aus den USA importierte, erklärte den Erfolg mit dem geringen Fettgehalt des Geflügelfleisches, der „in der modernen Industriegesellschaft […], wo schwere Arbeit zur Ausnahme geworden ist, wo Fett in der Nahrung als gesundheitsschädigend ängstlich gemieden wird" für wachsende Nachfrage sorge.[5.3] Anfang der 1960er Jahre war die Bundesrepublik zum größten Eier- und Geflügelimporteur der Welt geworden, auf dem mehr als die Hälfte des international gehandelten Geflügels und der Eier ihren Absatz fanden.[5.2]
Konfliktphasen
Erste Spannungen und nationale Schutzmaßnahmen (1961)
Im April 1961 hob die Bundesrepublik die letzten verbliebenen mengenmäßigen und inhaltlichen Beschränkungen für Geflügel auf, womit die Liberalisierung des transatlantischen Geflügelhandels ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte.[5.3] Das führte kurzfristig zu einem abermaligen rasanten Anstieg der US-Geflügelimporte. Noch im selben Jahr reagierte die Bundesregierung: Seit dem 1. August 1961 war ein Ausgleichsbeitrag von 54 Pfennig pro Kilogramm geschlachtetem Mastgeflügel bei Import zu entrichten, um die höheren Futterkosten in der Bundesrepublik gegenüber dem Weltmarktpreis für Getreide auszugleichen.[5.3]
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Carl Reinhard fragte Bundeslandwirtschaftsminister Werner Schwarz am 6. Dezember 1961, ob die Bundesregierung wisse, dass die deutsche Schlachtgeflügelproduktion trotz des Ausgleichsbeitrags „in schwierigster Lage" sei. Schwarz antwortete empathisch, aber vertröstend: Im Rahmen der Zollverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der EWG seien weitere einschränkende Maßnahmen ausgeschlossen, mit Inkrafttreten der GAP könne sich das allerdings ändern.[5.4]
EWG-Verordnung Nr. 22 und unmittelbare Eskalation (1962)
Am 31. Juli 1962 trat die EWG-Verordnung Nr. 22 über die schrittweise Errichtung einer gemeinsamen Marktorganisation für Geflügelfleisch in Kraft.[5.4] Die Verordnung sah einen einheitlichen Einschleusungspreis vor, unter dem keine Waren aus Drittstaaten auf dem EWG-Markt angeboten werden durften; die Differenz zwischen dem niedrigeren Weltmarktpreis und dem Einschleusungspreis wurde als sogenannte Abschöpfung eingezogen.[5.4] Das System umfasste neben dem Einschleusungspreis eine Gemeinschaftspräferenzabgabe (anfänglich 2 Prozent, steigend auf 7 Prozent), eine nationale Wertsteuer sowie eine Ausgleichsgebühr für die höheren EWG-Futterkosten.[1.6][4.3] Im Ergebnis verdreifachten sich die Importabgaben auf Geflügel nach Westdeutschland von zuvor 4,5 US-Cent pro Pfund auf 13,5 US-Cent pro Pfund.[4.3] In der Wahrnehmung der US-Regierung entsprach dies einer Abschöpfung von 9,7 Cent pro Kilogramm statt der bisherigen 4,8 Cent.[5.5]
Die Wirkung trat umgehend ein: Der monatliche Durchschnitt der amerikanischen Hähncheneinfuhren nach Deutschland fiel von 6.000 Tonnen im Jahr 1962 auf 2.000 Tonnen im Jahr 1963.[5.5] Der US-Marktanteil auf dem deutschen Geflügelmarkt sank von 39 Prozent im ersten Quartal 1962 auf 7 Prozent im Folgejahr.[2.7]
Die Bundesregierung befand sich in einer schwierigen politischen Lage. Bundeskanzler Konrad Adenauer warnte seine Minister in den Kabinettssitzungen am 6. Juni und 20. Juli 1962 davor, die US-Regierung mit der Geflügelfrage zu verärgern; diese habe ihr „außerordentliches Interesse am Geflügelexport in die Bundesrepublik“ mehrfach erklärt, unter anderem in einem Schreiben von US-Botschafter Walter C. Dowling vom 19. Mai.[5.6] Sein Kabinett beschloss, die EWG-Kommission um die höchstmögliche Herabsetzung der Abschöpfungsbeträge für sechs bis zwölf Monate zu bitten.[5.6] Dieser Beschluss provozierte eine Protestwelle der deutschen Landwirtschaft. Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Ziegenhain telegrafierte in Großbuchstaben an Adenauer, die Senkung der Abschöpfung sei der „Todesstoß für den Erwerbszweig der Schlachtgeflügelhaltung unserer klein- und mittelbäuerlichen Betriebe“.[5.6] Der Verband Deutscher Wirtschaftsgeflügelzüchter warf der Bundesregierung vor, nach jahrelangen Aufforderungen zur Modernisierung „unzählige kleine deutsche Existenzen dem Druck der USA" zu opfern.[5.7] Edmund Rehwinkel, Präsident des Deutschen Bauernverbands, ging so weit, formell bei der EWG-Kommission Protest gegen den deutschen Antrag einzureichen. Zum ersten Mal in der Geschichte der entstehenden GAP standen Bundesregierung und Deutscher Bauernverband in Brüssel damit auf widerstreitenden Seiten.[2.5] Der Bauernprotest hatte Erfolg: Im Dezember 1962 setzte Bundeslandwirtschaftsminister Schwarz die Rücknahme der Kommissionsverordnung durch.[5.7]
Diplomatische Eskalation und gescheiterte Verhandlungen (1963)

Im Jahr 1963 befand sich der Konflikt auf seinem Höhepunkt. Der Trade Expansion Act (TEA) von März 1962[7], mit dem der Kongress der Vereinigten Staaten Präsident Kennedy weitreichende Handelsliberalisierungsbefugnisse erteilt hatte, drängte die Administration zu aktivem Vorgehen gegen Handelsschranken.[2.8] Kennedy selbst fragte seinen Berater Ted Sorensen: „Is the Grand Alliance going to founder on chickens?“ (Wird die Große Allianz an Hühnern scheitern?)[1.7][4.4] Auf der anderen Seite des Atlantiks verweigerte der EWG-Ministerrat am 29. Mai 1963 einen Kommissionsvorschlag zur Senkung des Veredelungskoeffizienten – er bestimmt, wie viel Kilogramm Futter zur Erzeugung eines Kilogramms Fleisch anzusetzen sei – von 2,7 auf 2,5 und erhöhte stattdessen die Zusatzabschöpfung um 0,10 DM.[5.8]
Heinrich Krone, Bundesminister für besondere Aufgaben, berichtete nach einem USA-Besuch 1963: „Everyone is preoccupied with Cuba, Berlin, Laos – and chickens“. (Alle beschäftigen sich mit Kuba, Berlin, Laos – und Hühnchen.)[8] Der Schriftwechsel Adenauers mit Kennedy war umfangreich, der Bundeskanzler schätzte 1963, die Hälfte seiner Korrespondenz mit Kennedy habe in den vergangenen zwei Jahren Hähnchen gegolten.[8]
Im Mai 1963 stellten die USA formell einen Antrag, das Geflügelproblem im Rahmen des GATT zu behandeln. Ab Ende Juni 1963 verhandelten die Parteien in Genf.[2.7] Die Vereinigten Staaten bezifferten den erlittenen Schaden durch auf 46 Mio. US-Dollar.[9.1] Die EWG taxierte ihn auf höchstens 19 Mio. US-Dollar.[10.1] Am 6. August 1963 drohte die Regierung in Washington öffentlich mit dem Zurückziehen von Handelszugeständnissen.[5.9] Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard warnte in der Kabinettssitzung vom 4. September 1963 vor dem „schönsten Zoll-Krieg“ zwischen den USA und Europa mit der Bundesrepublik als Mittelpunkt, das sei eine „sehr schlechte Sache“.[5.10]
GATT-Schiedsverfahren und Retorsionsmaßnahmen (Oktober 1963–Januar 1964)

In Sitzungen vom 11. bis zum 19. November 1963 ermittelte ein GATT-Schiedsgericht (GATT-Panel) unter Vorsitz von Eric Wyndham White[1.8] die Schadenshöhe. Der entsprechende Bericht wurde im November 1963 veröffentlicht: Er stellte fest, dass die EWG das im Rahmen der Dillon-Runde (1960–1962)[3.2] geschlossene Stillhalteabkommen[2.8] verletzt hatte, und bezifferte den Handelsverlust der USA durch Verordnung Nr. 22 auf 26 Millionen US-Dollar. Beide Konfliktparteien akzeptierten die Panel-Entscheidung.[4.4][11]
In der Folge suspendierte Lyndon B. Johnson am 4. Dezember 1964 per Präsidialerlass mit Wirkung zum 7. Januar 1964 Zollkonzessionen für folgende Produktgruppen:[12][5.11][4.4]
- Branntwein (gerichtet gegen Frankreich, das sämtliche US-Geflügeleinfuhren auf Gesundheitsgründe gestützt verboten hatte)
- Kartoffelstärke und Dextrin (gerichtet gegen die Niederlande)
- automobile trucks, also leichte Lastkraftwagen beziehungsweise Kleintransporter (gerichtet gegen die Bundesrepublik Deutschland, insbesondere den VW-Bus Typ VW T1 und Typ VW T2 in den Versionen für Lastentransporte).
Die US-Importe von Kleintransportern aus Westdeutschland sanken durch einen neuen Zoll von 25 Prozent von 13.546 (1963) auf 5.682 (1964).[5.11] Wenngleich das Gesamtvolumen der Retorsionsmaßnahmen gering war, trafen sie einzelne Wirtschaftszweige empfindlich: Volkswagen trug für die GAP keinerlei Verantwortung, war aber einer der Hauptbetroffenen.[2.9]
Akteure
Amerikanische Seite
Die wirtschaftspolitischen Interessen der US-Geflügelwirtschaft wurden durch das Institute of American Poultry Industries (IAPI) organisiert, das eigens ein Büro in Frankfurt am Main eröffnete, um den deutschen Markt mit umfangreichen Maßnahmen zu bearbeiten.[4.5][1.9] Im politischen System der USA bildeten Branchenverbände, Kongress-Ausschüsse (insbesondere die Landwirtschaftsausschüsse) und das Landwirtschaftsministerium das sogenannte eiserne Dreieck der agrarpolitischen Interessenvertretung.[4.6] Eine prominente Stimme der amerikanischen Geflügelindustrie im Kongress war Senator J. William Fulbright.[13] Innerhalb der Regierung Kennedy stand das USDA unter Orville Freeman für eine konfrontativere Haltung gegenüber der EWG, während die Regierung im Ganzen die Kontinuität der transatlantischen Zusammenarbeit wünschte.[4.4] Chefunterhändler bei den GATT-Verhandlungen 1963 war W. Michael Blumenthal.[2.7]
Europäische Seite
Auf EWG-Seite lag die Federführung formal und faktisch bei der EWG-Kommission; ihr Außenkommissar Jean Rey führte die Verhandlungen in Genf.[2.7] Der EWG-Ministerrat war durch divergierende nationale Interessen geprägt: Frankreich als wachsendes Geflügelerzeugungsland drängte auf hohen Außenschutz; die Niederlande, Belgien und Frankreich wollten vom Wegfall der US-Konkurrenz profitieren, um ihre eigenen Exportmengen nach Deutschland zu steigern.[5.12]
In der Bundesrepublik war Bundeslandwirtschaftsminister Werner Schwarz für die Agrarverordnungen zuständig, stand aber unter dem massiven Druck des Deutschen Bauernverbandes (DBV) unter Präsident Edmund Rehwinkel. Der DBV drohte unverhohlen mit politischer Unruhe und nutzte seinen Einfluss auf CDU und FDP.[2.10] Außenminister Gerhard Schröder, Wirtschaftsminister Ludwig Erhard, Arbeitsminister Theodor Blank und Adenauer selbst hatten sich im Kabinett für Konzessionen gegenüber den USA eingesetzt.[2.5]
Neben den Bauernverbänden hatten sich im Verlauf des Konflikts auch Verarbeiter und Händler zu einer breiten Koalition zusammengefunden: Zehn Verbände – darunter der Deutsche Bauernverband, der Deutsche Raiffeisenverband, der Bundesverband der Geflügelschlachtereien, der Zentralverband des Eier- und Geflügelgroßhandels, Edeka-Zentralorganisationen und der Verband bäuerlicher Junggeflügelmäster – schrieben im Mai 1963 nach Bonn, um Einfuhrbeschränkungen auch gegenüber EWG-Partnern zu fordern, die die amerikanische Importlücke zu füllen versuchten.[5.12]
Wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmen
Zoll- und Abschöpfungssystem
Das durch Verordnung Nr. 22 eingeführte System war mehrstufig: Es kombinierte einen Einschleusungspreis (sluice-gate price, berechnet auf Basis der Weltmarktfutterkosten), eine Ausgleichsgebühr für die höheren EWG-Futterkosten, eine Gemeinschaftspräferenzabgabe sowie eine Zusatzabschöpfung.[1.6][4.3] Bestimmendes Element war der sogenannte Veredelungskoeffizient: Er legte fest, wie viele Kilogramm Futtergetreide zur Erzeugung von einem Kilogramm Hühnerfleisch anzusetzen seien. Anfänglich setzte die EWG diesen Koeffizienten auf 2,7; die USA hielten das für übertrieben und wiesen darauf hin, dass sowohl in den USA als auch zunehmend in Europa mit einem Koeffizienten von 2,3 bis 2,4 gewirtschaftet werde.[5.8] Der Streit um den Koeffizienten war damit zugleich ein Streit um die Höhe des EWG-Importschutzes.
Stillhalteabkommen der Dillon-Runde
In der Dillon-Runde hatte die EWG auf Druck der USA ein Stillhalteabkommen abgeschlossen, das sie verpflichtete, die Zölle auf dem Stand vom 1. September 1960 einzufrieren, bis die GAP-Marktordnungen in Kraft traten.[5.5][4.7] Grundsätzlich wurden die anstehenden Marktordnungen der EWG in diesem Abkommen als Ausnahmen betrachtet, die nach GATT, Artikel XXIV, zulässig waren.[9.2] Die EWG hatte zudem nicht erfüllte Verhandlungsrechte („unsatisfied negotiating rights“) der USA anerkannt.[4.7] Nach US-Darstellung verletzte die Verordnung Nr. 22 dieses Stillhalteabkommen, da die neuen Abschöpfungen über die vereinbarten Grenzen hinausgingen. Die EWG akzeptierte grundsätzlich die Berechtigung der US-Beschwerde, bestritt jedoch die Höhe des geltend gemachten Schadens.[4.8]
GATT-Schiedsverfahren
Das GATT-Streitbeilegungsverfahren befand sich Anfang der 1960er Jahre noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Das GATT von 1947 litt an mangelnder rechtlicher Präzision und fehlenden Durchsetzungsmechanismen, so dass Konflikte vor allem bilateralen Charakter hatten.[4.9] Im Fall des Chicken War einigten sich die USA und die EWG auf die Einsetzung eines Schiedsgerichts, das im November 1963 seinen Bericht vorlegte und eine Verletzung des Stillhalteabkommens sowie einen Schaden von 26 Millionen US-Dollar feststellte.[4.4] Zeitgenössische Juristen stuften die amerikanische Reaktion als unverhältnismäßig hart ein; die Empörung und die Strenge der amerikanischen Reaktion ließen sich nicht allein aus dem Geflügelstreit erklären, sondern nur aus der symbolischen Funktion der Hähnchenfrage als „Lackmustest“ für die generelle Ausrichtung der EWG-Handelspolitik.[10.2][5.13][1.10]
Ergebnisse und Langzeitfolgen
Unmittelbare Ergebnisse
| Jahr | Wert (in 1.000 US-Dollar) |
|---|---|
| 1958 | 1.554 |
| 1959 | 7.852 |
| 1960 | 12.437 |
| 1961 | 24.733 |
| 1962 | 30.701 |
| 1963 | 10.698 |
| 1964 | 10.615 |
| 1965 | 6.306 |
| 1966 | 5.805 |
| 1967 | 2.617 |
| 1968 | 1.279 |
| 1969 | 708 |
| 1970 | 342 |
Der Chicken War endete ohne formellen Friedensschluss.[1.11] Die Retorsionszölle der USA zum 7. Januar 1964 beendeten den offenen Konflikt; die Grundprobleme – das EWG-Abschöpfungssystem und der hohe Außenschutz für Geflügel – blieben jedoch bestehen. Der US-Geflügelexport nach Europa blieb dauerhaft hinter dem Niveau der frühen 1960er Jahre zurück. Ihr Einfuhrwert sank von mehr als 30 Millionen US-Dollar (1962) auf 10,6 Millionen (1963 und 1964), um dann weiter bis auf rund 0,35 Millionen US-Dollar im Jahr 1970 zu fallen.[1.1]
Chicken Tax
Als bei weitem folgenreichste Einzelmaßnahme des Chicken War erwies sich der neue 25-Prozent-Einfuhrzoll auf leichte Lastkraftwagen in den USA. Die Erhöhung des Zolls, der zuvor bei 8,5 Prozent gelegen hatte, reduzierte die entsprechenden Importe aus Europa drastisch: 1963 lag der Wert für solche Einfuhren aus Deutschland und Frankreich bei 20 Mio. US-Dollar, im Jahr darauf fiel dieser Wert auf 6 Mio. US-Dollar, dann weiter auf rund 3 Mio. US-Dollar.[9.3]
Dieser Zoll, der in der Öffentlichkeit als Chicken Tax firmiert, blieb weit über den unmittelbaren Anlass hinaus in Kraft. Die amerikanische Automobilindustrie setzte sich erfolgreich für seinen Fortbestand ein, da er ihr unliebsame Konkurrenz aus Europa und seit den 1970er Jahren aus Japan weitgehend fernhielt.[5.14] Dazu musste sie Vermeidungsstrategien durchkreuzen, denn anfänglich umgingen japanische Hersteller leichter LKW in den 1970er Jahren den 25-prozentigen Zoll. Sie importieren ihre entsprechenden Produkte getrennt: Das Fahrgestell samt Fahrerhaus einerseits und die Ladeflächen andererseits. Diese Praxis wurde auf Druck der Big Three und der amerikanischen Branchegewerkschaft United Auto Workers 1980 unterbunden.[14]
Langfristig geriet die US-Industrie jedoch auf dem internationalen Markt für Pickups ins Hintertreffen und wurde so selbst zum Opfer des Zolls.[5.14] Die drei großen US-Automobilhersteller (Ford, Chrysler und General Motors (GM)) haben, geschützt durch die Chicken Tax, so hohe Gewinne mit Pickups gemacht, dass sie Jahrzehnte lang kaum in effiziente Pkw, Kleinwagen oder Hybride investierten. Als der Ölpreis 2008 in die Höhe schoss, brach die Nachfrage nach Pickups, auf die sich die Big Three konzentriert hatten, ein. Ihnen fehlten für den Weltmarkt wettbewerbsfähige Alternativen, während die Produkte insbesondere von Toyota, VW und Honda hier gefragt waren. GM und Chrysler gingen 2009 insolvent, Ford entging dem Konkurs.[15]
Fords Sonderrolle war im geringen Umfang auch durch eine Besonderheit bedingt: Während der Rezession 2008 suchten viele gewerbliche Nutzer in den USA nach sparsamen Fahrzeugen. Ford bot hier seit 2002 den in der Türkei produzierten Kleintransporter Transit Connect an. Er unterfiel jedoch der Chicken Tax. Ford ließ die Fahrzeuge deshalb mit hinteren Sitzreihen, Gurten und zusätzlichen Fenstern ausstatten. Dadurch wurden sie bei der Einfuhr zu Pkw und nur mit 2,5 Prozent verzollt. Nach der Ankunft in den USA wurden diese Einbauten wieder entfernt und recycelt, um den Wagen als Lieferfahrzeug anbieten zu können.[14] Die Chicken Tax gilt weiterhin.[16][17]
Branntwein-Importe
1964 stieg der Zoll für Branntwein, der in Fässern oder Flaschen eingeführt und mit mehr als 9 US‑Dollar pro Gallone bewertet wurde, deutlich: Statt 1 bis 1,25 US‑Dollar je Gallone waren nun bis zu 5 US‑Dollar je Gallone zu entrichten. Die Branntwein-Importe sanken zunächst von 14,5 Mio. US-Dollar (1963) auf 11,2 Mio. US-Dollar (1964), erholten sich aber rasch. 1970 lagen sie bei 22 Mio. US-Dollar. Im Unterschied zum LKW-Zoll scheiterte der Branntwein-Zoll daran, dass amerikanische Konsumenten keinen gleichwertigen heimischen Ersatz für Cognac fanden.[9.4]
Weil bei den erhöhten Zollsätzen von Anfang 1964 die Meistbegünstigtenklausel galt, waren auch Einfuhren aus Spanien betroffen, ein Land, das nicht der EWG angehörte. Ein amerikanischer Importeur von hochwertigem spanischen Brandy klagte 1970 gegen diese Regelung. Ihm wurde in erster Instanz Recht gegeben. Das Verfahren in der zweiten Instanz bewertete die Anwendung der Meistbegünstigtenklausel jedoch als rechtmäßig.[9.5]
Folgen für die westdeutsche Geflügelwirtschaft
Für die westdeutsche Geflügelhaltung war der Chicken War in mehrfacher Hinsicht prägend. Er festigte eine neue ökonomische Konzeption: Das Huhn wurde als „Bioreaktor" begriffen, der Futtergetreide in Fleisch umwandelt, und seine Körperprozesse, gemessen am Veredelungskoeffizienten, wurden in geldwerte Äquivalente umgerechnet.[5.15] Diese Quantifizierung wirkte als Katalysator für die Rationalisierung der Geflügelhaltung. Sie blieb jedoch auch branchenintern nicht ohne Bedenken.[6.2] EWG-Partner wie Frankreich, Belgien und insbesondere die Niederlande[6.3] drängten in die frei werdenden Marktanteile des westdeutschen Marktes.[5.12]
Folgen für die GAP und das transatlantische Verhältnis
Timothy E. Josling und Stefan Tangermann (2015) bezeichnen den Chicken War als einen „Stellvertreterkrieg“[4.9] für die weit gewichtigeren Agrarhandelsspannungen nach Entstehung der GAP und als erstes Signal, dass die EWG bei der Entwicklung ihrer Politik zur Ordnung definierter Binnenmärkte weder die Handelsinteressen ausländischer Lieferanten noch ihre GATT-Verpflichtungen berücksichtigte.[4.4] Kiran Klaus Patel (2009) betont, dass der Konflikt die EWG-Kommission in einer frühen Phase gestärkt hat: Indem Washington direkt mit Mansholt und Rey verhandelte und das Schiedsverfahren im GATT beantragte, erkannte es faktisch die Berechtigung und Handlungsfähigkeit supranationaler Institutionen an.[2.11]
Für die Kennedy-Runde (1964–1967)[3.3] bot der Chicken War wichtige Erkenntnisse: Die USA realisierten, dass die EWG ihr internes Politiksystem nicht zugunsten von Außenhandelskonzessionen reformieren würde. Die EWG lernte, dass die USA GATT-Prozeduren beherrschen und zu nutzen bereit waren, selbst wenn dies transatlantische Kooperationsziele beeinträchtigte.[4.4] Grundlegende Reformen der GAP blieben bis zur MacSharry-Reform 1992[18] aus.[2.12] In Bezug auf das internationale Handelsstreitbeilegungssystem markiert der Chicken War einen Schritt in der Entwicklung des GATT-Panelverfahrens, auch wenn Durchsetzungsmechanismen noch fehlten. Die Erfahrungen flossen in die US-Forderungen nach stärkerer Einbindung der Landwirtschaft in das GATT ein, ein Prozess, der erst mit dem Übereinkommen über die Landwirtschaft in der Uruguay-Runde 1994 abgeschlossen wurde.[3.4]
Josling und Tangermann (2015) weisen darauf hin, dass der Chicken War während der TTIP-Verhandlungen (2014–2016) als Referenzfall für eine drohende Neuauflage diskutiert wurde, obwohl die öffentliche TTIP-Debatte damals andere Vorzeichen hatte: Es herrschte Misstrauen in Fragen der Lebensmittelsicherheit, insbesondere bei Hühnern, die mit Chlordioxid antimikrobiell dekontaminiert worden sind.[19][20]
Forschungen
Grundlegende Arbeiten
Die erste wissenschaftliche Monographie zum Chicken War legte Ross B. Talbot 1978 vor: The Chicken War: An International Trade Conflict between the United States and the European Economic Community, 1961–64. Er liefert eine aus amerikanischen Archivquellen gespeiste Gesamtdarstellung des Konflikts, deren Zahlenmaterial von späteren Autoren vielfach verwendet wird. Eine knappe juristische Analyse aus zeitgenössischer Perspektive bietet die 1964 publizierte Schrift von Herman Walker. Andreas F. Lowenfeld publizierte 1973 einen Aufsatz, der sich vor allem mit rechtlichen und gerichtlichen Dimensionen der US-Retorsionsmaßnahmen befasste sowie mit ihren in US-Einfuhrstatistiken nachweisbaren Folgen.
Integrationsgeschichte
In integrationshistorischer Perspektive hat Kiran Klaus Patel in seiner Studie Europäisierung wider Willen (2009) den Chicken War als ersten Handelskrieg der jungen EWG und als „besonders aufschlussreich[en]" Konflikt eingestuft, weil er die Bundesrepublik in seinem Zentrum hatte und zugleich exemplarisch das Zusammenspiel von supranationaler Politik, nationalem Interessenkampf und transatlantischer Verflechtung zeigt.[2.13] Patels Hauptthese – die Europäisierung habe sich wider Willen vollzogen – meint, dass die entstehende GAP langfristig Interessen und Strukturen schuf, die in wichtigen Bereichen erklärten deutschen Präferenzen widersprachen; der Chicken War illustriert dies anschaulich.[2.14]
Agrar- und Ernährungshistorie
Veronika Settele hat in ihrer Studie Revolution im Stall (2020) den Chicken War aus einer agrar- und tiergeschichtlichen Warte neu eingebettet. Sie zeigt, wie der Handelskonflikt die Konzeptualisierung des Huhns als messbarer „Veredelungsmaschine“ beförderte und damit als Katalysator für die industrielle Geflügelhaltung in Westdeutschland wirkte. Settele stellt den Chicken War in den größeren Zusammenhang der Modernisierung der Stallwirtschaft sowie des gesellschaftlichen Umgangs mit Nutztieren in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[5.15]
Handels- und Institutionengeschichte
Josling und Tangermann analysieren in Transatlantic Food and Agricultural Trade Policy (2015) den Chicken War im Rahmen von 50 Jahren transatlantischer Agrar-Handelsbeziehungen. Sie betonen den Symbolcharakter des Konflikts als „Mikrokosmos“ der gesamten EWG-USA-Agrarhandelspolitik und ordnen ihn in die Kontinuität unterschiedlicher politischer Philosophien, agrarwirtschaftlicher Strukturen und Verwaltungskulturen ein.[4.9] Aus institutionengeschichtlicher Sicht zeigen sie, wie die Erfahrungen des Chicken War die amerikanische Position in künftigen Handelsstreitigkeiten mitgeformt haben.[4.10]
Bewertungen
In der Literatur bestehen unterschiedliche Akzentsetzungen bei der Deutung der Konfliktursachen. Josling/Tangermann und Patel betonen den symbolisch-politischen Charakter: Da die von US-Geflügelexporten nach Europa abhängige Menge unter 2 Prozent der gesamten amerikanischen Geflügelproduktion lag, erkläre sich die Härte der amerikanischen Reaktion vor allem aus dem Präzedenzcharakter der Geflügelfrage für den Umgang mit der allgemeinen EWG-Handelspolitik.[2.15][4.11] Settele hingegen betont stärker die innere Dynamik der deutschen Agrarpolitik und die Eigendynamik des Veredelungskoeffizienten als Streitobjekt: Die USA und die EWG stritten buchstäblich „in Zahlen über die Leistungsfähigkeit ihrer Hühner".[5.16] Patel hebt zudem die mangelnde Kohärenz der deutschen Position hervor: Die Bundesregierung lavierte zwischen Wertschätzung der USA und innenpolitischem Druck land- und fleischwirtschaftlicher Interessengruppen, ohne eine klare Verhandlungslinie zu entwickeln.[2.16]
Rezeption
Der Begriff „Chicken War" wurde ursprünglich von Journalisten geprägt.[1.11] In den USA thematisierte insbesondere die New York Times den Streit wiederholt. Auch in Europa wurde die Bezeichnung häufig verwendet (ggf. übersetzt als Hähnchenkrieg o.ä.)[21] Die Wissenschaft griff ihn auf und verwendete ihn, wenn die Handelsstreitigkeiten zwischen Amerika und EWG zur Sprache kamen.[22] Kennedys Bonmot über das mögliche Scheitern der „Grand Alliance“ an Hühnern ist dabei ein häufiger Bestandteil der Konfliktdarstellung.[23]
Literatur
- Herman Walker: Dispute Settlement: The Chicken War. In: American Journal of International Law. Band 58, Nr. 3, 1964, S. 671–685.
- Andreas F. Lowenfeld: Doing Unto Others… – The Chicken War Ten Years After. In: Journal of Maritime Law and Commerce. Band 4, Nr. 4, 1973, S. 599–617 (rwu.edu).
- Ross B. Talbot: The Chicken War. An International Trade Conflict between the United States and the European Economic Community, 1961–64. Iowa State University Press, Ames 1978, ISBN 0-8138-0265-2 (englisch).
- Timothy E. Josling, Stefan Tangermann, T. K. Warley: Agriculture in the GATT. Macmillan Press, Basingstoke 1996, ISBN 978-1-349-39767-9 (englisch).
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- Veronika Settele: Revolution im Stall. Landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland 1945–1990 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 239). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2020, ISBN 978-3-525-31122-6.