Christian August Schepelern
dänischer Generalleutnant (1794-1870)
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Christian August Schepelern (* 22. Dezember 1794 in Fredericia, Dänemark; † 19. Mai 1870 in Kopenhagen, Dänemark) war ein dänischer Offizier, zuletzt im Dienstgrad Generalleutnant.

Biographie
Erster Teil der Schleswig-Holsteinischen Erhebung
Schepelern war der Sohn von Leutnant und später Hauptmann Ancher Anthoni Schor Schepelern (1762–1822) und Mariane Fridericia Levin (adoptierte Bergendahl) (1773–1850). Er war der Bruder von Frederik Schepelern und J.B. Schepelern.
1805 war er Kadett und wurde 1812 Leutnant im Seelander Scharfschützenkorps, mit dem er 1814 auf Fünen eingesetzt war. 1820 wurde er Oberleutnant, 1828 Hauptmann, 1845 Major und 1848 übernahm er das Kommando über das 1. Jägerkorps. Seine Einheit geriet als erste in ein Feuergefecht mit dem Feind, nämlich in dem kleineren Zusammenstoß bei Ringenæs am 6. April. Zwei Tage später nahm er an der Schlacht von Bau teil, und am 20. April führte er ein vereinigtes Kommando der Schleswig-Holsteinischen Friesen in einem unentschiedenen Gefecht südlich von Eckernförde. In der Schlacht bei Schleswig wurde Schepelern schwer verwundet und konnte erst anderthalb Jahre später wieder in den Dienst zurückkehren. Während seiner Genesung wurde er noch 1848 zum Oberstleutnant und im folgenden Jahr zum Oberst befördert. Im Dezember 1849 übernahm er das Kommando über die 3. Infanteriebrigade. 1836 war er zum Ritter des Dannebrogordens und 1848 zum Dannebrogsmann ernannt worden.
Zweiter Teil der Schleswig-Holsteinischen Erhebung
Schepelern war ein fähiger Soldat alter Schule, der Befehle zuverlässig und gewissenhaft ausführte. Ihm fehlte jedoch die Unabhängigkeit und der Überblick, die von einem höheren Truppenführer erwartet werden. Dieser Mangel trat bei Isted deutlich zutage. Am 24. Juli 1850, dem Tag vor der Schlacht, erhielt er den Befehl, mit seiner Brigade den linken Flügel des Feindes zu umgehen, um ihn am nächsten Tag im Rücken anzugreifen. Die Aufgabe erforderte allerdings eine große Selbstständigkeit von Schepelern. Der rein taktische Teil der Aufgabe wurde zunächst gut gelöst; am 25. Juli um 11:30 Uhr befand sich Schepelern befehlsgemäß auf dem Weg in den Rücken des Feindes bei Schuby. Eine Stunde später erhielt er jedoch von der Heeresleitung den kategorischen Befehl zum Rückzug. Dieser Befehl wurde um 8:30 Uhr unter dem Eindruck der anscheinend katastrophalen Lageentwicklung im Zentrum des Angriffs bei Oberstolk gegeben. Allerdings stellte sich bereits kurze Zeit später die Lage als weniger dramatisch heraus. Gleichfalls war der Befehl allerdings sowieso sinnlos. Denn auch wenn die Hauptstreitmacht in Not geraten wäre, hätte Schepelern ihr nicht helfen können, da er sich zu weit entfernt befand. Als Schepelern den Befehl erhielt, war er bereits vier Stunden alt, die kritische Situation längst behoben und der Sieg im Wesentlichen errungen. Die geplante Attacke durch Schepelern hätte die Einkesselung der Schleswig-Holsteinischen Armee vollendet. Mehrere niederrangige Offiziere, darunter auch der Artillerie-Hauptmann Frederik Stiernholm, hatten die Lage klar erkannt und baten den Brigadekommandeur eindringlich, den ursprünglichen Plan weiter zu befolgen. Doch er ignorierte alles außer dem Wortlaut des Befehls und kehrte zur Hauptstreitmacht zurück, die er erst spät in der Nacht erreichte. Nach der Schlacht wurde ihm das Kommandeurskreuz verliehen; er hatte seinen Befehl treu ausgeführt. Für den Rest des Feldzugs hielt sich die Brigade am rechten Flügel der Armee auf, doch Schepelern, dessen Wunde wieder aufgegangen war, geriet nicht mehr in Gefechte hinein.
Spätere Tätigkeiten
Nach dem Krieg kommandierte er die 3. Reservebrigade und übernahm 1852 die 2. Infanteriebrigade. Aus gesundheitlichen Gründen trat er 1854 als Generalmajor zurück, diente aber von 1855 bis 1865 als Kommandeur in Kopenhagen. Im selben Jahr schied er endgültig als Generalleutnant aus der Armee aus. Er starb am 19. Mai 1870 in Kopenhagen und wurde auf dem Garnisonsfriedhof begraben.
Schepelern heiratete am 31. Mai 1834 in der Kastelskirken Alexandrine Charlotte Flensborg (5. August 1806 in Kopenhagen – 9. Juli 1889), Tochter von Kapitänleutnant und späterem Konteradmiral Christian Peder Flensborg (1772–1838) und Marie Cathrine Alexandrine d’Origny (1776–1855).
Literatur
- A. Tuxen: Schepelern, Christian August. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 15: Scalabrini–Skanke. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1901, S. 105–106 (dänisch, runeberg.org).
- Niels Peder Jensen: Den første slesvigske Krig 1848-50. British Library, Historical Print Editions. London. 1898, ISBN 978-1-241-53191-1.
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schepelern, Christian August |
| KURZBESCHREIBUNG | dänischer Generalleutnant |
| GEBURTSDATUM | 22. Dezember 1794 |
| GEBURTSORT | Fredericia, Dänemark |
| STERBEDATUM | 19. Mai 1870 |
| STERBEORT | Kopenhagen, Dänemark |