Christian Schüler
deutscher Jurist und Politiker
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Leben
Der Sohn des Salzunger Advokaten Johann Gottfried Schüler und dessen Ehefrau Christiane Johanna Charlotte geb. Herrmann, einer Amtmannstochter, besuchte drei Jahre lang das Lyzeum in Meiningen. Mit 18 Jahren begann er das Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Jena. Nach zwei Jahren wechselte er an die Universität Heidelberg. Während seines Studiums schloss er sich 1816 der Urburschenschaft in Jena an.[2] Er nahm an den Wartburgfesten von 1817, 1848 und 1867 teil.
Nach seinem Examen arbeitete er ab 1820 als Advokat in Salzungen und trat 1827 in den Justizdienst des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Ab 1833 war er in verschiedenen staatlichen Ämtern tätig.[3] Am 5. April 1841 erhielt er von der Jenaer Juristenfakultät wegen seiner Verdienste um die Rechtsprechung das Diplom eines Doktor iuris ehrenhalber.[4] 1842 wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Jena ernannt und hielt Vorlesungen bis zu seinem Tod.[5]
1844 bis 1850 war er Abgeordneter im Landtag von Sachsen-Weimar-Eisenach und dort zeitweise Zweiter Vizepräsident. 1848 bis 1849 war er Abgeordneter des Vorparlaments und der Frankfurter Nationalversammlung für den Wahlbezirk 3 Jena (Sachsen/Weimar/Eisenach). Mit anderen Parlamentariern forderte er die Umwandlung Deutschlands in eine Republik, die Aufhebung der erblichen Monarchie und die permanente Tagung des Vorparlaments.[6] Er gehörte dem Verfassungsausschuss der Nationalversammlung an und war Mitglied im Deutschen Hof und im Märzverein. 1849 war er Abgeordneter des Stuttgarter Rumpfparlaments.1859 war er Mitgründer des Deutschen Nationalvereins und des Deutschen Abgeordnetentages, 1864 war er Vizepräsident der Eisenacher Demokratenzusammenkunft.
Zum 50-jährigen Dienstjubiläum am 17. Januar 1870 wurde ihm das Jenaer Ehrenbürgerrecht verliehen.[7]
Literatur
- Johannes Günther: Lebensskizzen der Professoren der Universität Jena seit 1588 bis 1858. Eine Festgabe zur dreihundertjährigen Säcularfeier der Universität am 16., 17. und 18. August 1858. Jena 1858 (hier: S. 97‒100).
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 5: R–S. Winter, Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1256-9, S. 343–344.
- Peter Kaupp (Bearb.): Stamm-Buch der Jenaischen Burschenschaft. Die Mitglieder der Urburschenschaft 1815–1819 (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. Bd. 14). SH-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89498-156-3, S. 78.
- Gerhard Lingelbach: Gottlieb Christian Schüler- ein Jenaer Rechtsgelehrter. In: Wallerath, Maximilian (Hrsg.), Fiat iustitia. Recht als Aufgabe der Vernunft. Festschrift für Peter Krause zum 70. Geburtstag. Berlin: Duncker&Humblot 2006, S. 611–626.
- Sibylle Schüler, Frank Möller (Hrsg.): Als Demokrat in der Paulskirche. Die Briefe und Berichte des Jenaer Abgeordneten Gottlieb Christian Schüler 1848/49 (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Bd. 9), Köln u. a. 2007.
Weblinks
- Portrait Christian Schüler https://demokratisches-deutschland.de/christian-schueler/[8]