Christian Kracht (Manager)

deutscher Journalist und Verlagsmanager (1921-2011) From Wikipedia, the free encyclopedia

Christian Kracht (* 8. Juni 1921 in Hamburg; † 21. August 2011 bei Genf[1]) war ein deutscher Journalist und Verlagsmanager in der Zeit des westdeutschen Wirtschaftswunders.

Leben

Kracht, 1921 in Hamburg geboren, wuchs in einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus im Küstendorf Meldorf, rund 100 Kilometer nördlich von Hamburg, auf. Er war Mitglied der Hitlerjugend[2][3] und trat 1939 der NSDAP[4] bei. Während des Zweiten Weltkriegs leistete er Kriegsdienst im 76. Hanseatischen Infanterieregiment[2][3] und wurde nach eigenen Angaben einmal verwundet. Er volontierte seit Dezember 1945 bei der Zeitung Die Welt in Hamburg unter Hans Zehrer im halb zerstörten Broschek-Haus. Danach arbeitete er bei der Jugendzeitschrift Benjamin. 1948 kam er nach einem vom neun Jahre älteren Axel Springer persönlich geführten Vorstellungsgespräch zu dessen neu gegründetem Hamburger Abendblatt. Er erhielt kurz darauf ein Stipendium für die Universität Montana und volontierte danach beim San Francisco Chronicle. Nach seiner Rückkehr wurde er zu einem der engsten Mitarbeiter Axel Springers.

1953 war er längere Zeit in London, um den Kauf der Zeitung Die Welt durch Springer vorzubereiten. Danach arbeitete er als persönlicher Assistent des Verlegers. 1958 begleitete er Springer nach Moskau zu Gesprächen mit Chruschtschow über die deutsche Wiedervereinigung; anwesend waren dabei nur Springer und Welt-Chefredakteur Hans Zehrer, nicht jedoch Kracht.[5][6] Ende der 1950er Jahre verhandelte Kracht die Übernahme des Berliner Ullstein Verlages. Danach war er Generalbevollmächtigter, erhielt das damals unerhörte Jahresgehalt von 1,3 Millionen Deutsche Mark und gilt damit als bestbezahlter Manager der 1960er Jahre in Deutschland.[7] Nachdem sich Axel Springer massiven Protesten durch die 68er-Bewegung ausgesetzt gesehen hatte, wollte er sein Unternehmen verkaufen.[8]

1970 verhandelte Kracht für Springer eine Übernahme des Verlagshauses durch Bertelsmann; diese scheiterte. Springer entließ Kracht und zahlte ihm eine hohe Abfindung. Kracht zog in der Schweiz und arbeitete dort ein Jahrzehnt als Anlageberater.
Nach dem Suizid des Springer-Sohns Sven Simon 1980 kam Kracht für drei Jahre zur Axel Springer AG zurück und arbeitete erneut als Generalbevollmächtigter. Man trennte sich 1983 und Kracht lebte bis zu seinem Tod in einem weitläufigen Anwesen am Genfersee.

Der 1966 geborene Journalist und Schriftsteller Christian Kracht ist sein Sohn.

Literatur

Einzelnachweise

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