Christoph Ernst Fuchs von Bimbach

würzburgischer Hofbeamter und kaiserlicher Reichshofrat From Wikipedia, the free encyclopedia

Christoph Ernst Graf Fuchs von Bimbach (* 1664; † 5. Januar 1719 in Hamburg) war ein würzburgischer Hofbeamter und kaiserlicher Reichshofrat.

Leben

Christoph Ernst Fuchs von Bimbach und Dornheim gehörte dem fränkischen Reichsrittergeschlecht der Fuchs an. Er war ein Sohn des Reichsritters Eustachius Heinrich Fuchs von Bimbach und dessen Frau, Maria Amalia Truchseß von Pommersfelden. Sein jüngerer Bruder Ludwig Reinhold Fuchs von Bimbach stand als „Obrister“ in fürstbischöflich-würzburgischen Diensten; er fiel 1704 in der Schlacht.

Beide Brüder wurden wegen Streitigkeiten von der Universität Tübingen verwiesen. Dieser Umstand bewegte ihre Mutter, die beiden Söhne unter der Aufsicht ihres Hofmeisters Jobst Christoph Blume auf eine gemeinsame ausgedehnte Bildungsreise, die sog. Kavalierstour, zu schicken (Niederlande, England, Frankreich).

Christoph Ernst von Fuchs war Oberamtmann zu Lauringen und Rottenstein, ferner fürstbischöflich-würzburgischer Geheimer Rat und Oberkämmerer, einige Monate auch würzburgischer Gesandter am kaiserlichen Hof in Wien. Am 9. November 1699 wurde er mit Bruder Ludwig Reinhold in den Reichsfreiherrenstand erhoben und mit Dekret vom 8. August 1701 zum Reichshofrat ernannt. Da er mit kaiserlicher Genehmigung weiter im Dienst des Fürstbischofs von Würzburg (Johann Philipp von Greiffenclau) blieb, nahm er aber nicht an den Sitzungen des Reichshofrats teil.

In den Reichshofrat Kaiser Josefs I. wurde er wegen seiner auswärtigen Tätigkeit und da keine Stelle für einen Protestanten frei war – er gehörte offenbar dem Augsburger Bekenntnis an –, zunächst nicht aufgenommen. Das geschah erst am 10. Dezember 1706 und nur unter der Bedingung, dass er, sobald er aus dem Dienst des Fürstbischofs von Würzburg ausgeschieden wäre, den Reichshofrat besuche, was er dann vom Februar 1709 bis zum 21. Mai 1715 tat.

Schon mit kaiserlichem Diplom vom 4. Juli 1706 war ihm in Anerkennung seiner Verdienste um den Beitritt verschiedener Kreisstände zur Sache des Reiches zu Beginn des spanischen Erb­folgekrieges der ihm noch von Kaiser Leopold I. 1705 verliehene Reichsgrafenstand mit einer auf den Besitz der Herrschaft Scharfenegg im Leithagebirge (Schloss Mannersdorf am Leithagebirge) bezugnehmenden Wappenbesserung bestätigt worden.

1716 als kaiserlicher Bevollmächtigter für den niedersächsischen Reichskreis nach Hamburg gesandt, starb er dort am 5. Januar 1719 im 63. Lebensjahr und wurde in Altona bestattet.

Familie

Fuchs heiratete 1710 Karoline von Mollard. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, so dass die gräfliche Linie Fuchs von Bimbach bereits in zweiter Generation wieder erlosch.

Seine Tochter Maria Anna von Fuchs heiratete 1719 den Reichshofrat Johann Karl von Nostitz. Die andere Tochter, Maria Josefa, heiratete in erster Ehe dessen Sohn aus erster Ehe, Anton Christoph Karl von Nostitz-Rokinitz, dann, 1740 verwitwet, den späteren Feldmarschall Leopold Joseph von Daun.

Literatur

  • Oswald von Gschließer: Der Reichshofrat. Bedeutung und Verfassung, Schicksal und Besetzung einer obersten Reichsbehörde von 1559–1806 (=Kommission für neuere Geschichte des ehemaligen Österreich 33), Wien 1942, S. 346 f.
  • Volker Rößner (Hg.): Studium und Kavalierstour der fränkischen Reichsritter Christoph Ernst und Ludwig Reinhold Fuchs von Bimbach 1681 bis 1686. Degener, 2003, ISBN 3-7686-9300-7

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