1,8-Dihydroxyanthrachinon

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

1,8-Dihydroxyanthrachinon, auch unter dem Namen Chrysazin oder Danthron bekannt, ist eine organische Verbindung aus der Stoffgruppe der Anthrachinone (genauer der Dihydroxyanthrachinone).

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von 1,8-Dihydroxyanthrachinon
Allgemeines
Name 1,8-Dihydroxyanthrachinon
Andere Namen
  • Chrysazin
  • Danthron
  • Istizin
  • 1,8-Dihydroxy-9,10-anthrachinon
  • 1,8-Dihydroxy-9,10-anthracendion
Summenformel C14H8O4
Kurzbeschreibung

oranges geruchloses Pulver[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 117-10-2
EG-Nummer 204-173-5
ECHA-InfoCard 100.003.794
PubChem 2950
ChemSpider 2845
DrugBank DB04816
Wikidata Q5221244
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A06AB03

Eigenschaften
Molare Masse 240,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[1]

Schmelzpunkt

190–193 °C[1]

Löslichkeit
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 319351
P: 201280305+351+338308+313[1]
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Färberkrapp (Rubia tinctorum)

Chrysazin kommt neben anderen Anthrachinonen glycosidisch gebunden in den Wurzeln des Färberkrapps, sowie in vielen Aloearten (besonders in echter Aloe) als Aloeemodin vor.[4][5][6]

Darstellung

Chrysazin kann durch Photooxidation von Dithranol mit angeregtem Sauerstoff gewonnen werden. Der folgende Reaktionsmechanismus wurde durch das Benutzen des Sauerstoff-Isotops 18O (blau dargestellt) bewiesen.[7]

Synthese von 1,8-Dihydroxyanthrachinon
Synthese von 1,8-Dihydroxyanthrachinon

Eigenschaften

Das 1,8-Dihydroxyanthrachinon lässt sich durch das Vermischen von Ether, Magnesiumsulfat und Ammoniak nachweisen, denn die Etherphase, sowie die wässrige Phase färben sich bei Anwesenheit rot.[8]

Verwendung

Die Derivate und Glycoside, welche in den Aloearten vorkommen, haben eine abführende Wirkung und werden deswegen als Abführmittel verwendet.[9]

In manchen fertig verkäuflichen Kräuterteemischungen ist der Stoff enthalten, was wegen seiner krebserregenden Wirkung Anlass für Rückrufaktionen sein kann.[10]

Biologische Bedeutung

Chrysazin wird in einigen Ländern als krebserregend eingestuft. Untersuchungen ergaben sowohl Hinweise auf eine DNA-schädigende Wirkungen in Bakterien- und Zellkulturmodellen als auch auf eine kanzerogene Wirkung in Nagerstudien.[11]

Einzelnachweise

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