Clémentine Mélois

französische Bildende Künstlerin und Schriftstellerin, Mitglied von Oulipo From Wikipedia, the free encyclopedia

Clémentine Mélois (* 15. Juni 1980 in La Ferté-Milon) ist eine französische Künstlerin und Autorin.[1][2] Seit 2017 ist sie Mitglied der Werkstatt für Potentielle Literatur (Oulipo).[3]

Clémentine Mélois, 2017

Leben und Schaffen

Clémentine Mélois wuchs in La Ferté-Milon auf.[4] Ihre Mutter war Lehrerin für Französisch und Fotografie, und ihr Vater war Bildhauer.[5] Nachdem sie das Collège Max Dussuchal in Villers-Cotterêts abgeschlossen hatte,[6] studierte sie von 2000 bis 2005 an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris bei Christian Boltanski und Michel Salsmann.[3][7] Von 2007 bis 2018 unterrichtete sie an der École supérieure des beaux-arts in Nîmes.[8][1]

2014 erschien ihr erstes Buch Cent titres. Darin verfremdete sie die Verlagseinbände von hundert Literaturklassikern mit wortspielerischen Mitteln (u. a. mit Anagrammen, Homophonien, Spoonerismen der Titel und Autorennamen).[9] Die Pastiches dieser „imaginären Bibliothek“[10] sind stark von den subversiven Verfremdungsstrategien der Situationisten inspiriert[11] und spielen mit den traditionellen verlegerischen Codes.[3]
Clémentine Mélois ist als Autorin und Zeichnerin bei Zeitschriften (Le Tigre, Le Courage) und Comicmagazinen (Fluide Glacial, Mon Lapin Quotidien) tätig. Außerdem veröffentlicht sie seit 2015 Kinderbücher. Von 2015 bis 2018 arbeitete sie auf France Culture an der literarischen Sendung Des Papous dans la tête mit.[9] Ab 2016 war sie Ehrengast der Oulipo, und 2017 wurde sie als Mitglied aufgenommen.[3]

2018 hatte Clémentine Mélois ihre erste Einzelausstellung De deux choses l’une bei der Pariser Galerie Lara Vincy. Ebenfalls dort war 2020 ihre zweite Einzelausstellung Un Cabinet d’amateur (mit Gemälden, Videos, Skulpturen und hunderten verfremdeten Büchern), die zuvor bereits das MuCEM in Marseille gezeigt hatte.[12] Wie im gleichnamige Roman von Georges Perec standen die Kunstgeschichte und das „vergnüglichen Verbrechen der künstlerischen Aneignung“[13] bei Un Cabinet d’amateur im Mittelpunkt, z. B. in Pastiches von Bruegels Die Jäger im Schnee (gekleidet in Warnwesten), Courbets L’Origine du monde (nach Intimrasur), Hans Memlings Adam und Eva (mit Bräunungsstreifen) oder Millets L’Angelus (mit leuchtenden Smartphones).[14]

Der 2024 erschienene Roman Alors c’est bien über ihren Vater Bernard Mélois, den sie nach dessen Tod verfasst hatte, wurde mehrfach ausgezeichnet.

Preise (Auswahl)

Werke (Auswahl)

Prosa und Künstlerbücher

Kinder- und Jugendbücher

Mit eigenen Illustrationen:

Mit Illustrationen von Rudy Spiessert:

Als Herausgeberin

  • Les pratiques éditoriales et la question de l’exposition, Nîmes: École supérieure des beaux-arts de Nîmes, 2012, ISBN 978-2-914215-30-5.
Commons: Clémentine Mélois – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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