Cohors IIII Aquitanorum
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Die Cohors IIII Aquitanorum [equitata] [civium Romanorum] [Commodiana] (deutsch 4. Kohorte der Aquitanier [teilberitten] [der römischen Bürger] [die Commodianische]) war eine römische Auxiliareinheit. Sie ist durch Militärdiplome, Inschriften und Ziegelstempel belegt.

Namensbestandteile
- Cohors: Die Kohorte war eine Infanterieeinheit der Auxiliartruppen in der römischen Armee.
- IIII: Die römische Zahl steht für die Ordnungszahl die vierte (lateinisch quarta). Daher wird der Name dieser Militäreinheit als Cohors quarta .. ausgesprochen.
- Aquitanorum: der Aquitanier. Die Soldaten der Kohorte wurden bei Aufstellung der Einheit aus den verschiedenen Stämmen der Aquitanier auf dem Gebiet der römischen Provinz Gallia Aquitania rekrutiert.[1.1]
- equitata: teilberitten. Die Einheit war ein gemischter Verband aus Infanterie und Kavallerie. Der Zusatz kommt in mehreren Inschriften[2] vor.
- civium Romanorum: der römischen Bürger. Den Soldaten der Einheit war das römische Bürgerrecht zu einem bestimmten Zeitpunkt verliehen worden. Für Soldaten, die nach diesem Zeitpunkt in die Einheit aufgenommen wurden, galt dies aber nicht. Sie erhielten das römische Bürgerrecht erst mit ihrem ehrenvollen Abschied (Honesta missio) nach 25 Dienstjahren. Der Zusatz kommt in mehreren Inschriften[3] vor.
- Commodiana: die Commodianische. Eine Ehrenbezeichnung, die sich auf Commodus (180–192) bezieht. Der Zusatz kommt in einer Inschrift[4] an einer nachträglich ausgemeisselten Stelle vor.
Da es keine Hinweise auf den Namenszusatz milliaria (1000 Mann) gibt, war die Einheit eine Cohors quingenaria equitata. Die Sollstärke der Kohorte lag bei 600 Mann (480 Mann Infanterie und 120 Reiter), bestehend aus 6 Centurien Infanterie mit jeweils 80 Mann sowie 4 Turmae Kavallerie mit jeweils 30 Reitern.
Geschichte
Die Kohorte war zunächst im Heeresbezirk Germania superior und danach in der daraus hervorgegangenen Provinz Germania superior stationiert. Sie ist auf Militärdiplomen[5] für die Jahre 74 bis 134 n. Chr. aufgeführt.[1.2][6]
Der erste Nachweis der Einheit in Germania superior beruht auf einem Diplom, das auf 74 datiert ist. In dem Diplom wird die Kohorte als Teil der Truppen aufgeführt (siehe Römische Streitkräfte in Germania), die in dem Heeresbezirk stationiert waren. Weitere Diplome, die auf 82 bis 134 datiert sind, belegen die Einheit in demselben Heeresbezirk (bzw. ab 90 in der Provinz Germania superior).
Der letzte Nachweis der Kohorte beruht auf einer Inschrift,[7] die auf 210 datiert ist.
Standorte
Standorte der Kohorte in Germania superior waren:
- Kastell Obernburg (Obernburg am Main):[8] mehrere Inschriften[9] sowie Ziegel[10] mit dem Stempel der Einheit wurden hier gefunden. Zwei der Inschriften sind datiert, die eine[11] auf 162 und die zweite[12] auf 180/192.
Weitere Fundorte von Inschriften und Ziegeln waren:
- Mogontiacum (Mainz): eine Inschrift,[7] datiert auf 210, wurde hier gefunden.
- Friedberg (siehe auch Römische Kastelle bei Friedberg): ein Ziegel[13] mit dem Stempel der Einheit wurde hier gefunden.
Angehörige der Kohorte
Folgende Angehörige der Kohorte sind bekannt.[1.2]
Kommandeure
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Sonstige
Siehe auch
Weblinks
Literatur
- John Spaul: Cohors² The evidence for and a short history of the auxiliary infantry units of the Imperial Roman Army, British Archaeological Reports 2000, BAR International Series (Book 841), ISBN 978-1-84171-046-4