Corbusierliege
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Die Corbusierliege ist eine schmale Liege in annähernder Körperform auf einem Gestell, auf dem sie aus einer halb sitzenden Position in eine Kopftieflage verschoben werden kann. Auf Kopfhöhe ist an der Chaiselongue eine Nackenrolle flexibel angebracht. Andere Bezeichnungen für den international bekannten Möbelklassiker sind Modell B 306 oder LC 4, die Bauhaus-Liege. Der Name ist an Le Corbusier, einer damaligen von ihm geführten Arbeitsgemeinschaft, orientiert.

Geschichte und Aufbau
An dem Entwurf von 1928 waren Charlotte Perriand, Pierre Jeanneret und Le Corbusier beteiligt. Im Unterschied zur minimalistischen Form der Barcelona-Liege von Ludwig Mies van der Rohe und Lilly Reich aus den 1930ern ist ihre Form an ergonomischen Gegebenheiten der menschlichen Physiologie ausgerichtet, nach der sich Muskelgruppen des Körpers an Gelenken etwas beugen.
Sie benötigt keine Armaturen und wird mit einer dünnen lederbezogenen Matte über einer Vielzahl von Federzügen bedeckt. Das die Liegefläche tragende Rohrgestell besteht aus verschweißten Rohren mit einem Durchmesser von 3 cm. Es liegt mit seinen Längsrohren auf dem Tragegestell mit vier Füßen auf.
Maße
Die Maße betragen in der Breite 55 cm und der Länge (Außenmaß) 153 cm, tiefste Sitzhöhe 38 cm. Auflage: Stärke zwischen 3 und 6 cm je nach Füllungsmaterial.
Ausstellungen
- 1929, Salon d’Automne, Paris
- 1985, Indira-Gandhi-Memorial-Museum, ständig, New Delhi
- MoMA, New York City
- Musées Grand Est, Le Diés
- Musée des Arts Décoratifs, Paris
- 1989, Vitra Schaulager, ständig, Weil am Rhein
Literatur
- Le Corbusier, Übersetzung Lilly von Sauter: Mein Werk. Vorwort von Maurice Jardot. Frankfurt am Main, Verlag Büchergilde Gutenberg 1960. 306 S.
Weblinks
- Beschreibung auf der Seite der Fondation Le Corbusier, Paris (mit Abbildung)