Alfred Corneel
deutscher Jurist und Staatsbeamter
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Leben und Tätigkeit
Nach dem Schulbesuch studierte Corneel Rechtswissenschaften. Anschließend absolvierte er den Juristischen Vorbereitungsdienst.
Am Ersten Weltkrieg nahm er als Offizier teil. Nach Kriegsende wurde er 1920 zum Gerichtsassessor ernannt. In der Folgezeit war er als Rechtsanwalt und Notar tätig.
Im März 1923 wurde Corneel Probejustitiar bei der Regierung in Schneidemühl. Im Juni 1923 erfolgte die Ernennung zum Regierungsrat in der allgemeinen Staatsverwaltung. In der Folgezeit wurde er als regulärer Justitiar eingestellt. Im Januar 1927 trat er mit der Rang eines Oberregierungsrates in den Dienst der Polizeipräsidiums in Stettin. 1928 wurde er zum stellvertretenden Polizeipräsidenten der Stadt ernannt.
1929 wechselte Corneel als Regierungsvizepräsident nach Merseburg. Diese Position hatte er knapp vier Jahre, bis 1933, inne.
Politisch war Corneel in der Weimarer Zeit in der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) organisiert.
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Corneel am 22. Februar 1933 in den einstweiligen Ruhestand versetzt und bald darauf aus dem Staatsdienst entlassen. Er lebte noch bis 1939 in Berlin bevor er in die Emigration nach Großbritannien ging.
Ab 1946 stand Corneel im hessischen Justizdienst, zuletzt als Senatspräsident des Verwaltungsgerichtshofs in Kassel. Er trat zum 1. August 1950 in den Ruhestand.[1]
Überlieferung
Die Personalakte zu Corneel aus seiner Zeit im Justizdienst des Kaiserreiches und der Weimarer Republik hat sich erhalten und wird heute im Bundesarchiv Berlin verwahrt (R 3001/53714). Dort befindet sich außerdem ein Sammelakt mit Warnkarteikarten des Reichssicherheitshauptamtes, unter denen eine Karte über Corneel enthalten ist (R 58/9677).
Literatur
- Werner Röder/Herbert A. Struass: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933, Bd. I (Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben), K.G. Saur, München 1999, S. 117.
- Hedwig Schrulle: Verwaltung in Diktatur und Demokratie, 2008, S. 635.