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Cymbalista-Synagoge und Jüdisches Heritage Center

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Die Cymbalista-Synagoge und Jüdisches Heritage Center (hebräisch בית הכנסת והמרכז למורשת היהדות ע"ש צימבליסטה englisch Cymbalista Synagogue and Jewish Heritage Center) ist eine jüdische Gemeinde, Synagoge und kulturelles Zentrum von 1998. Die Einrichtung gehört der Universität Tel Aviv gehört und wird von ihr betrieben. Der Sitz befindet sich in Tel Aviv im Bezirk Tel Aviv in Israel.

Südeingang zur Synagoge und zum Heritage

Das Gebäude wurde im modernistischen Stil von Mario Botta im Jahr 1996 entworfen und zwischen 1997 und 1998 errichtet. Der Schweizer Immobilienentwickler Norbert Cymbalista und seine Frau Paulette gabem das Projekt in Auftrag und halfen bei der Finanzierung des nach ihnen benannten Gebäudes. Ursprünglich als Synagoge geplant, wurde das Projekt nach der Ermordung des israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin (1995) erweitert, die für Norbert Cymbalista die Kluft zwischen säkularen und religiösen Juden als Israels gefährlichste Herausforderung zeigte. Daher wurden Synagoge, Auditorium, Studiensaal und Judaica-Museum als Brücke zwischen religiösen und säkularen Juden sowie zwischen Juden verschiedener Glaubensrichtungen in einem akademischen Umfeld geplant.[1]

Im Jahr 2022 wurde das Gebäude vom Rat für die Erhaltung von Erbestätten in Israel als geschützte Erbestätte ausgewiesen.[1]

Architektur

Die äußere Form wurde einerseits als Thorarollen,[1] andererseits als Anspielung auf Jachin und Boas, zwei Eingangssäulen des Salomonischen Tempels[2] gedeutet.

Der Grundriss des Gebäudes umfasst etwa 800 m². Aus einer rechteckigen Basis erheben sich zwei passende Türme, die im Grundriss quadratisch sind und an ihren höchsten Punkten von 13,5 m zu Kreisen übergehen. Ein rechteckiges Foyer verbindet die beiden Türme. Die ursprüngliche architektonische Form der Türme ist eine Realisierung in Stein der geometrischen Quadratur des Kreises.[3][4]

In jedem Turm am kreisförmigen oberen Ende ist ein quadratischer „Baldachin“ installiert, das natürliches Licht auf die Wände des hybriden Zylinders und Rechtecks wirft. Diese Installationen ähneln dem traditionellen jüdischen Hochzeitsbaldachin,[5] der Chuppa, hier permanent und poetisch in Licht gegossen. Der Toraschrein wird teilweise durch transluzenten Onyx beleuchtet. Eine Inschrift darüber, aus Psalm 16,8 EU, lautet auf hebräisch שויתי יהוה לנגדי תמיד ‚Ich habe den HERRN immer vor mich gestellt‘.[6]

Architektonischer Kontext

Die Cymbalista-Synagoge und Jüdisches Heritage Center entstand in einer Zeit, in der berühmte Architekten viele hochprofilierte Gebäude in Israel entwarfen[7] und eine Form kreativer zeitgenössischer Architektur um jüdische Institutionen entwickelten.[8]

Eine solche Institution, das Jüdische Museum Berlin, beherbergte eine Ausstellung, Jewish Identity in Architecture, die das Projekt der Cymbalista-Synagoge zeigte.[9] Frühere internationale Architekten hatten Synagogen in ihrem charakteristischen modernen Stil entworfen: Beth Sholom Congregation (1959) in Pennsylvania von Frank Lloyd Wright und den vorgeschlagenen Neuentwurf der Churva-Synagoge von Louis I. Kahn (nach 1967).[10]

„Dieses Monument mit seinen Kubus und Zylinder zum kosmischen Symbol vereinenden Zwillingstürmen erscheint wie eine moderne Kreuzritterburg oder – dank den beiden an Boas und Jachin erinnernden Eingangspfeilern – wie eine eigenwillige Interpretation des Salomonischen Tempels und darf als Quintessenz der jüdischen Sakralarchitektur von der Prager Altneuschul bis hin zu Louis Kahns unrealisiert gebliebener Hurva-Synagoge in Jerusalem gelten.“

– Roman Hollenstein: NZZ. 2005[2]

Botta hatte das Gebäude für das San Francisco Museum of Modern Art einige Jahre zuvor und dann die Kathedrale von Évry – mit einer ähnlichen zylindrischen Form –[11] unmittelbar davor entworfen. Die Cymbalista-Synagoge und Jüdisches Heritage Center war das zwölfte und kulminierende Projekt in einer Serie religiöser Werke von Botta, die in London am Royal Institute of British Architects in einer Ausstellung mit dem Titel Architetture del Sacro: Prayers in Stone gezeigt wurden.[12]

Galerie

Literatur

Commons: Synagoga Cymbalista – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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