Département Algier

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Das Département Algier (französisch Département d’Alger) war ein Département in Französisch-Algerien, das von 1848 bis 1962 bestand. Es umfasste ursprünglich den mittleren Teil Nordalgeriens mit der Stadt Algier als Präfektur und wurde im Zuge der französischen Verwaltungsreformen während des Algerienkriegs 1957 erheblich verkleinert.

Lage des Départements Alger in Algerien, Zustand von 1905 bis 1957

Vorgeschichte

Das Gebiet des späteren Départements Algier entsprach im Kern dem zentralen Beylik der osmanischen Regentschaft Algier mit der Stadt Algier als politischem und militärischem Zentrum. Nach der französischen Eroberung Algiers im Jahr 1830 wurde das Gebiet schrittweise besetzt und zunächst militärisch verwaltet. Algier blieb dabei das wichtigste administrative Zentrum der französischen Herrschaft in Algerien.

Die Zweite Französische Republik ordnete Algerien 1848 neu. Anders als viele andere französische Besitzungen wurde Algerien formal nicht als gewöhnliche Kolonie, sondern als Teil des französischen Staatsgebiets behandelt. Diese rechtliche Einordnung war jedoch mit einer ausgeprägten Ungleichheit zwischen europäischen Siedlern und der muslimischen Mehrheitsbevölkerung verbunden.

Geschichte

Départements von 1848

Algerien wurde am 9. Dezember 1848 offiziell in drei Départements eingeteilt: Algier, Oran und Constantine.[1]

Die Stadt Algier wurde Präfektur des neuen Départements. Dieses umfasste den zentralen Teil des französisch kontrollierten Nordalgeriens. Die beiden anderen Départements waren Oran im Westen und Constantine im Osten. Die weiter südlich gelegenen Steppen- und Saharagebiete wurden zunächst nicht vollständig in die zivile Départementverwaltung einbezogen, sondern blieben in weiten Teilen militärisch verwaltet.

Bei seiner Gründung gliederte sich das Département Algier zunächst in die Arrondissements Algier, Blida und Médéa. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts kamen weitere Arrondissements hinzu. Vor der großen Neuordnung der 1950er Jahre umfasste das Département unter anderem folgende Arrondissements:[2]

Die genaue Ausdehnung des Départements änderte sich mehrfach. Nach der Bildung der Territoires du Sud im Jahr 1902 wurden die südlichen Hochland- und Saharagebiete teilweise aus den nordalgerischen Départements herausgelöst. Das Département Algier beschränkte sich danach stärker auf den zentralen Norden Algeriens.[3]

Reorganisation und Unabhängigkeit

Verkleinertes Département Alger (1962)

Im Zuge des Algerienkriegs wurde die Verwaltungsstruktur Algeriens in den 1950er Jahren mehrfach verändert. Durch das Dekret Nr. 57-604 vom 20. Mai 1957 wurden die Grenzen der algerischen Départements neu gezogen und zusätzliche Arrondissements geschaffen. Aus Teilen des bisherigen Départements Algier gingen unter anderem die neuen Départements Médéa, Orléansville und Tizi-Ouzou hervor; das verkleinerte Département Alger blieb mit Algier als Präfektur bestehen.[4]

Das verkleinerte Département Alger bestand nach der Reform im Wesentlichen aus dem Großraum Algier und seinem näheren Umland. Es gliederte sich nun in die Arrondissements Algier, Blida und Maison-Blanche, das heutige Dar El Beïda.[4]

Mit der Unabhängigkeit Algeriens 1962 endete die französische Départementverwaltung. Die Verwaltungsstrukturen wurden zunächst teilweise fortgeführt, später jedoch durch die Gliederung in Wilayas ersetzt. Aus dem Gebiet des früheren Départements Alger entwickelte sich die heutige Wilaya Algier, während andere ehemalige Gebietsteile später zu eigenen Wilayas wie Blida, Médéa, Chlef oder Tizi Ouzou gehörten.

Einzelnachweise

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